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25.03.1988 - 

AIX jetzt auch für die Mainframe-Welt angekündigt:

IBM zieht Unix-Derivat in die /370 Welt hoch

STUTTGART/NEW YORK (CW) - Der vielversprechende Unix-Kuchen soll nicht ohne IBM verteilt werden: Anspruch auf ein gutes Stück davon erhob der Branchenprimus jetzt mit dem Announcement einer für die /370-Mainframes ausgelegten Version seines Unix-Derivats-Advanced Interactive Executive (AIX).

"AIX wird am Ende dem vom IEEE vorgeschlagenen Posix-Standard und der System-V-Interface-Definition von AT&T entsprechen", beteuerte Daniel Cerutti, Design-Manager für die Unix-Ausführung des Mainframe-Riesen, gegenüber der amerikanischen CW-Schwesterpublikation "Infoworld", "Konsistenz" besteht nach Informationen von seiten der IBM sowohl zu Unix-System V Version 2 als auch zu BSD 4.3. Im kommenden Juli, so Cerutti, werden die Spezifikationen für AIX/370 offengelegt.

Gespalten waren die Reaktionen der US-Analysten auf die IBM-Ankündigung; sehen die einen darin eine notwendige Reaktion auf die Unix-Forderung in den öffentlichen Ausschreibungen, so bezweifeln andere die Möglichkeit einer Koexistenz zwischen SAA und Unix. Dazu David Terrie, President des Beratungsunternehmens Newport Consulting: "SAA zieht im Grunde einen Trennstrich zwischen der IBM auf der einen und der IEEE-Posix-Gruppe auf der anderen Seite. Kurz und bündig: IBM wird ihren eigenen Weg gehen - wie gehabt."

Die neue /370-Version ist das dritte Mitglied der AIX-Familie; bereits implementiert sind Ausführungen für die Risc-Maschine 6150 und das Personalsystem/2. AIX/370 wird nach IBM-Angaben als Gastsystem unter dem Dach von VM betrieben.

Die Einbindung des Betriebssystems in das strategische SAA-Konzept der Armonker erfolge über LU6.2, verriet ein Unternehmenssprecher. Wie der IBM-Manager Cerutti einräumt, sieht der Posix-Vorschlag des IEEE diese Verknüpfung nicht vor - ebensowenig die derzeitige System-V-Definition. Darüber hinaus sei AIX zum Teil in Assembler statt in C programmiert.

Ein Bestandteil von AIX/370 ist die Transparent Computing Facility (TCF), die nach einer Meldung des britischen Informationsdienstes "Computergram" ursprünglich bei der amerikanischen Defense Advanced Research Projects Agency (Darpa) entwickelt wurde (siehe auch Seite 7 in dieser Ausgabe). Für die Vermarktung seines Produktes gründete das Darpa-Team die Locus Computing Corp. mit Sitz in Santa Monica, Kalifornien, die der IBM mittlerweile als Lizenzgeber für eine Reihe von AIX-Features dient. Mit Hilfe der TCF sollen die Anwender bis zu 31 Rechner des Typs PS/2-80 und der /370-Familie zu einem Cluster zusammenschließen können.

Zusätzlich zu der /370-Version kündigte Big Blue weitere Neuheiten auf dem AIX-Sektor an: Release 2.2 der Risc-Ausführung AIX/RT wurde um "funktionale Komponenten von BSD" ergänzt. Eine X.25-Schnittstelle erschließe den AIX-Systemen die öffentlichen Netze, wobei die Personalsystem-Ausführung TCP/IP, die Workstation-Version hingegen die SNA-Protokolle unterstütze.

Außerdem seien alle AIX-Implementierungen in der Lage, Server-Funktionen für DOS-Systeme wahrzunehmen. DOS habe dabei Zugriff auf die Drucker und Speicher der AIX-Rechner, ohne daß dafür Plattenbereiche definiert werden müßten. Für die Rechner der Workstation-Klasse würden die Datenbanksysteme "Oracle" vom gleichnamigen Hersteller und "Ingres" von Relational Technology unter AIX verfügbar gemacht.