Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

18.07.1986

IBM zwingt abtrünnige Manager in die Knie:Cybernex muß 3380-Plagiate vernichten

ARMONK (CWN) - Nach einem drei Jahre währenden Rechtsstreit hat sich Big Blue jetzt gegen die von Ex-lBM-Managern gegründete Cybernex Corp. durchgesetzt. Die Firma, die 1983 mit dem Nachbau von Dünnfilm-Speichereinheiten der 3380-Reihe begonnen hatte, mußte sich verpflichten, ihre Aktivitäten auf diesem Gebiet aufzugeben.

Der Fall Cybernex war seinerzeit sehr schnell ruchbar geworden, weil die Hintergründe zu offensichtlich waren. Nach der Markteinführung von IBMs 3380 war der Newcomer allzu schnell mit seinem Konkurrenzprodukt vorgeprescht. Die Gründer der kleinen Firma waren in der Armonker Konzernzentrale freilich keine Unbekannten, hatten sie doch bis kurz zuvor noch in IBM-Diensten gestanden - allesamt waren sie in Schlüsselpositionen im kaufmännischen oder technischen Bereich mit dem 3380-Projekt betraut gewesen. Recht bald fand damals Big Blue heraus, daß die Cybernex-Produkte mit den eigenen technisch praktisch identisch waren.

Nach drei Jahren juristischer Auseinandersetzungen haben sich die Kontrahenten nun außergerichtlich geeinigt - aber zu IBMs Bedingungen. Die Beklagten konnten sich in den Verhandlungen nicht gegen die Rechtsauffassung ihres Ex-Arbeitgebers durchsetzen, der von dem Rechtsgrundsatz ausging, die Rechte an einer Entwicklung lägen beim Arbeitgeber, der ja auch die Forschung finanziert. Eine Gegenanzeige, die sie offenbar vor allem aus formalen Gründen angestrengt hatten, mußten die Cybernex-Mannen fallenlassen.

Die Vereinbarung zwischen Big Blue und den abtrünnigen Managern, die die Früchte ihrer IBM-Arbeit selbst hatten ernten wollen, sieht nicht nur die Rückgabe aller technischen Unterlagen vor, sondern auch die Vernichtung aller Cybernex-Geräte, die auf der besagten Technik beruhen. Außerdem werden die fünf Herren - die Namen werden mit William Klein, Robert Hempstead, Ning-Gau Wu, Surendra Gupta und John Dellos angegeben - zur Kasse gebeten. Das Salär, das sie während der letzten Monate ihrer Tätigkeit bei IBM erhalten hatten, müssen sie zurückzahlen und die Prozeßkosten erstatten.

Auch für den Fall, daß Cybernex weiterhin im Markt der Dünnfilm-Speicherköpfe aktiv bleiben will, hat IBM vorgesorgt: Der Konzern sicherte sich das Recht, bei Cybernex die Einhaltung des Agreements zu überwachen, damit die 3380-Konkurrenz nicht eines Tages durch die Hintertür wieder erscheint.