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09.11.1979 - 

Broker in der Situation der PCMs:

IBMs Ankündigungspolitik drückt Gebrauchtcomputerpreise

LONDON (je) - Mit der Ankündigung und Auslieferung neuer Rechnersysteme beeinflußt IBM die Second-Hand-Preise mindestens ebenso, wie es auch der Wertverzehr tut, dem jedes Wirtschaftsgut im Gebrauch unterliegt. Zu dieser Grundaussage - mit Geltung für Vergangenheit und Zukunft - kommt die IDC Europa Ltd., London, in einer Sonderuntersuchung über die Preise gebrauchter IBM-Rechner in Westeuropa (siehe dazu auch Tabelle.)

Vornehmlich aufgrund einiger Maßnahmen der IBM - insbesondere im Zusammenhang mit der 303X - sah sich IDC nach eigenem Bekunden genötigt, viele ihrer kurzfristigen Preisvorhersagen für /370-Anlagen nach unten zu korrigieren. Denn die von der 303X ausgehenden Wirkungen auf die Gebrauchtpreise der /370-158 und -168 erwiesen sich stärker, als zuvor erwartet werden konnte. Als 303X-Anlagen erstmals im März 1978 ausgeliefert wurden, lag der Preis einer normalen /370-158 am Second-Hand-Markt bei rund 77 Prozent des geltenden Neupreises. Jetzt - im August 1979 - sind es nur noch 49 Prozent; innerhalb von acht Monaten sackte der Preis um kaum vorhersehbare 28 Prozent ab. Bei der /370-168 beobachtete IDC einen ähnlichen Trend.

Die Marktforscher erwarten, daß sich das Absinken der Zweithandpreise für die /370-158 und -168 im Laufe des Jahres 1979 verlangsamen und in 1980 allmählich nivellieren wird. Danach wird das Absinken weniger drastisch verlaufen - bei einigen kurzfristigen Störungen, die von der Auslieferung des 303X-Nachfolgerechners ausgehen werden (siehe dazu auch Grafik).

Die in die Prognose aufgenommenen Modelle /370-155 und -165 verfügen über die DAT-(Dynamic Adress Translation-) Box. Modelle ohne die DAT-Box sind nach IDC-Angaben etwa halb so viel wert. Der Markt für beide Maschinen ist begrenzt; denn die Zeitspanne, in der ihre Nutzung ökonomisch sinnvoll sei, nähere sich, wie es heißt, schnell dem Ende.

Die Preisentwicklung bei den Anlagen mittlerer Dimension - /370-138 und -148 -verläuft nach IDC-Auffassung relativ günstig; doch wird das Erscheinen der 4341 am Markt - so die Aussage der Studie - auf die 138er Preise einen starken Druck ausüben, ebenso wie die Preise für 148er Systeme durch das Überwechseln der Anwender zur 3031 in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Für beide Maschinentypen prognostiziert IDC einen Preissturz um rund 30 Prozentpunkte zwischen Januar 1979 und Januar 1981, hauptsächlich verursacht durch die bereits erwähnten Faktoren, aber auch durch die Einführung weiterer Nachfolgerechner seitens der IBM innerhalb dieses Zeitrahmens.

Mit sinkender Zahl installierter Anlagen und rapide zurückgehender Nachfrage werden auch die Gebrauchtpreise der Rechner /370-135 und -145 stark abrutschen, und zwar lange bevor die 155er und 165er Anlagen den gleichen Weg gehen, sagen die Marktforscher. Die Rechner am unteren Ende der Skala /370-115 und -125 - sind fällig zum Austausch durch die 4331 und 4341. Ihre Preise im Gebrauchthandel werden in Zeit von Ende 1979 bis Anfang 1981 schnell in den Keller gehen - so die IDC-Analyse.

Die augenblickliche Nachfrage nach 303X-Prozessoren übersteigt deren Lieferung bei weitem. In diesem Zusammenhang berichtet IDC von Prämien bis zu einer Höhe von 22 Prozent des IBM-Originalpreises - bei einem Mittel zwischen zehn und 15 Prozent -, die dafür gezahlt wurden, daß 303X-Interessenten auf der Lieferprioritäten-Liste günstiger placiert wurden.

IDC erwartet, daß es für die 303X vor 1980 keinen Nachfolgerechner geben wird; allenfalls Ende 1980 oder Anfang 1981. Ausgehend davon dürften die Zweithandpreise für die 303X wohl erst ab 1982 spürbar nachgeben, wenn das Nachfolgesystem in größeren Mengen lieferbar sein wird. Allgemein gilt - so IDC -, daß die Preise für Gebrauchtcomputer eine schwache Aufstiegstendenz zeigen, bevor ein Nachfolgesystem zur Auslieferung kommt, weil die Anwender ihr Equipment bis zum Austausch "neu gegen alt" zurückhalten.