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17.03.2000 - 

Eigene Software für Marketing

IBMs erneuter CRM-Vorstoß

MÜNCHEN (CW) - Mit der Produktsuite "Decision Edge" für das Management von Marketing-Kampagnen meldet sich IBM als Anbieter von Customer-Relationship-Management-(CRM-)Applikationen zurück.

Das Thema Kunden-Management-Software schien bei IBM im Herbst letzten Jahres eigentlich ausgestanden. Die Armonker hatte gerade ihre hochgesteckten Pläne, unter dem Markennamen "Corepoint" eine eigene komplette CRM-Lösung anzubieten, zu Grabe getragen. Wenig später gab Big Blue dann auch eine Allianz mit dem CRM-Marktführer Siebel bekannt: "Wir wären nie in der Lage gewesen, unser CRM-Produkt in die Klasse einer Siebel-Lösung zu heben", räumte IBMs Senior Vice President für Sales and Distribution, Bill Etherington, damals ein.

Anscheinend ist der Markt aber so lukrativ, dass die IBM-Strategen nicht die Finger davon lassen können. Nicht anders ist der erneute Vorstoß zu erklären, unter dem die ursprünglich für den japanischen Markt gebaute Lösung Decision Edge nun weltweit verkauft werden soll. Mit dem Tool lassen sich Marketing-Maßnahmen auf zwei Arten überwachen: Zum einen nach Kundensegmentierung, zum anderen nach Ereignissen. Konkret: Wenn etwa ein Kunde eine große Spareinlage tätigt, soll ihm automatisch ein Angebot für eine neue Kreditkarte übermittelt werden.

Ferner können alle möglichen Kontaktstellen zum Kunden (Point of Sales) zusammengeführt und somit zentral gesteuert und ausgewertet werden. So lassen sich Kundenanfragen den entsprechenden Marketing-Kampagnen zuordnen, unabhängig davon, ob sie per E-Mail, Fax oder Brief eingegangen sind. Auch der Erfolg von unterschiedlichen Marketing-Maßnahmen kann ermittelt werden. In Kombination mit IBMs "Intelligent Miner" lässt sich laut Big Blue herausfinden, welche Kampagne Kunden zum Kauf animiert hat.

Decision Edge wird zunächst mit der Datenbank "DB2" auf OS/390-, AIX-SP- und AIX-Systemen für 75000 Dollar plus 7000 Dollar für jeweils 100000 Kundendatensätze angeboten. Eine Integration mit der Siebel-Software ist ebenfalls vorgesehen. Die Unterstützung von AS/400- und NT-Rechnern sowie weiterer Datenbanken ist geplant.