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24.03.2009 - 

CW-Kolumne

IBMs Gegner heißt Hewlett-Packard

Auf den ersten Blick ist nur schwer erkennbar, was IBM von einer Übernahme Suns hätte. Der Konzern besitzt das mit Abstand breiteste Server-Angebot in der Branche. Die Palette reicht vom kleinen x86-System bis zum mächtigen Mainframe-Cluster. Ähnliches gilt für Platten- und Bandspeicherprodukte. Was also sollte der umsatzstärkste Server-Anbieter mit den in vielen Leistungsklassen gleichartigen Systemen von Sun anfangen?

An der Sparc-Prozessorarchitektur und dem Sun-eigenen Unix-Derivat Solaris kann IBM aufgrund des eigenen reichhaltigen Portfolios nicht gelegen sein. Und die Liste an überlappenden Produkten ist noch länger. Mit seiner WebsphereFamilie offeriert IBM einen kaum noch überschaubaren Wust an MiddlewareProdukten für nahezu jede erdenkliche Kundenanforderung. Welche Rolle das im Vergleich dazu kleine Middleware-Angebot von Sun in einem fusionierten Unternehmen spielen könnte, ist unklar, zumal beide Parteien bisher jeden Kommentar ablehnen.

Dass IBM mit Sun die Kontrolle über die Programmiersprache Java gewinnen würde, kann eine wahrscheinlich 6,5 Milliarden Dollar schwere Übernahme kaum rechtfertigen. Ähnliches gilt für die vielfältigen Open-Source-Initiativen Suns und dessen Reputation in der Community.

Vor diesem Hintergrund erscheint nur ein Motiv für die Übernahme plausibel: IBM kauft sich Anteile und Kunden im Server-Markt. Die Firmenlenker aus Armonk haben dabei keineswegs den Newcomer Cisco im Visier, der seine Strategie erst noch unter Beweis stellen muss. IBMs Gegner heißt Hewlett-Packard, jenes Unternehmen also, das den einstmals größten IT-Konzern mit der Übernahme von EDS vom Thron gestoßen hat. Nun schlägt IBM zurück: Im Kampf um die Rechenzentren dieser Welt hätte Big Blue mit Sun eindeutig die besseren Karten.