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16.05.1997 - 

Kolumne

"IBMs Geschäftemit Technik von gestern"

Ob der Shareholder Value den Gesundheitszustand eines Unternehmenswiderspiegelt, ist umstritten - im Fall der IBM sind Zweifel angebracht. Ein Branchenblatt empfahl Chairman Louis Gerstner kürzlich, seine Aktienoptionen zu nehmen und sich aus dem Staub zu machen. All das, wovon er etwas verstehe, habe der Finanz- und Sanierungsexperte hervorragend erledigt. Jetzt sei es Zeit, das Feld für jemanden zu räumen, der technologische Visionen habe.

In der Tat scheint IBM bisher nicht den Weg aus der strukturellen Krise gefunden zu haben. Sein Umsatzwachstum verdankt der Konzern in erster Linie dem Servicegeschäft, das jedoch keine Gewinne abwirft (siehe Seite 41). Diese werden mit Software sowie Finanzierungs- und Wartungsleistungen gemacht - Bereiche, die bei IBM sehr eng am zwar wiederbelebten, aber wenig perspektivenreichen Mainframe-Geschäft hängen.

Im Hardware-Business muß Big Blue ebenfalls kämpfen: Wichtige Großkunden wandern zu Hitachi ab. Die Japaner stoßen mit ihren Skyline-Großrechnern in für IBM derzeit unerreichbare Leistungsdimensionen vor. Im unteren Marktsegment stehlen preiswerte Unix- und NT-Server der IBM die Mainframe-Show.

Vor allem das Microsoft-Betriebssystem, das nur noch auf den Prozessorplattformen von Intel und Digital laufen soll, bereitet dem blauen Giganten Kummer. Der Durchbruch von NT entzog letztendlich der Power-PC-Initiative so weit den Boden, daß die RS/6000-Division der IBM inzwischen sogar selbst Pentium-Pro-Server mit Windows NT verkauft.

Als erstaunlich stabil hat sich die mehrfach totgesagte AS/400-Welt erwiesen. Da sich jedoch IBM selbst deutlich in Richtung Wintel orientiert, ist fraglich, ob das so bleibt. Vielleicht ist es ein Zeichen, daß mit der deutschen Soft M eines der treuesten AS/400-Häuser signalisiert hat, seine Produkte demnächst auf NT zu portieren.

IBMs Zukunft hängt davon ab, wie schnell es dem Unternehmen gelingt, in das neue Geschäftsfeld Internet und Electronic Commerce hineinzuwachsen. Eine skalierbare Rechnerlandschaft, ausgewiesene Erfahrungen als Systemintegrator, fachkundiges Personal - vor allem in der Tochtergesellschaft Lotus - und eine gut gefüllte Kriegskasse könnten dazu beitragen, daß IBM doch noch alle Zweifler überrascht.