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31.10.2005

IBMs Mainframe-Kunden bleiben auf Sparkurs

Die Benutzervereinigung GSE moniert hohe Kosten für Mainframe-Software.

Anwenderunternehmen mit großen IBM-Installationen denken weiter über Sparmaßnahmen nach. Zu diesem Schluss kommt die deutsche Sektion der IBM-Benutzervereinigung Guide Share Europe (GSE) nach einer Erhebung unter ihren Mitgliedern. Demnach halten die Anwender Sicherheit und IT-Kosten für die wichtigsten Themen. Outsourcing-Vorhaben stehen auf der Liste weit unten, hinter E-Business, Anwendungsentwicklung und Speicher-Management. Die User Group interviewte 400 IT-Spezialisten aus 241 Unternehmen in Deutschland. Etliche Organisationen hätten es lange nicht für nötig befunden, die IT-Kosten genauer zu analysieren, erläuterte Michael Weiß, Sprecher der GSE Deutschland, auf der Münchner IT-Messe Systems.

User Group verliert Mitglieder

Die anhaltende IT-Konsolidierung hat auch Auswirkungen auf die IBM-Benutzerorganisation GSE. Laut Sprecher Michael Weiß ist die Anzahl der deutschen GSE-Mitglieder in den vergangenen fünf Jahren von 550 auf 420 Unternehmen zurückgegangen. Er führt dies unter anderem auf die Zusammenlegungen von Rechenzentren zurück, wie sie beispielsweise die Fiducia als IT-Dienstleister der Volks- und Raiffeisenbanken in Süddeutschland vollzogen hat.

Die deutsche GSE-Sektion hält mit einer Ausweitung ihrer Aktivitäten auf andere Plattformen dagegen. Neben der traditionellen Mainframe-Klientel will die User Group beispielsweise auch Anwender im Unix-Umfeld ansprechen. Darüber hinaus sei geplant, mit mittelständischen Verbänden wie dem BVSI (Berufsverband Selbständige in der Informatik e. V.) zusammenzuarbeiten.

Mehr zum Thema

www.computerwoche.de/go/

*77796: Mainframe-Lizenzmodell von Computer Associates;

*79036: Ankündigung IBM-Mainframe z9;

*59217: User Groups - zwischen Anwender und Hersteller.

Kostenkontrolle mangelhaft

In der Finanzdienstleistungs- und der Versicherungsbranche etwa seien IT-Etats allzu oft "glatt durchgegangen". Inzwischen versuche das Management vielerorts, ein IT-Kostensystem aufzubauen - sprich ein Schlüsselverfahren, das eine verursachergerechte Umlage der Aufwendungen erst ermögliche. Bislang seien diese nur sehr pauschal verrechnet worden. Vor allem hätten es die Verantwortlichen versäumt, Kosten und Geschäftsprozesse einander präzise zuzuordnen.

Dass die Sparbemühungen auch außerhalb des deutschen Marktes anhalten, belegt eine europaweite Umfrage der Guide Share Europe. Die 209 Teilnehmer aus 18 Ländern zählten Server-Konsolidierungen und Maßnahmen zur Kostensenkung zu den bedeutendsten Vorhaben. Danach folgen die Themen Enterprise Security, Archivierung und Software-Asset-Management.

Ärger mit Lizenzgebühren

Für die Mehrzahl der deutschen Anwender, die mit IBM-Großrechnern arbeiten, stelle das Thema Softwarelizenzierung weiterhin ein Problem dar, warnte Weiß: "Das derzeitige Lizenzmodell bricht der Plattform irgendwann das Genick." Noch immer berechneten viele Softwareanbieter ihre Lizenzgebühren nach der gesamten Rechenkapazität des installierten Systems. Zwar versuche IBM, mit Workload-basierenden Abrechnungsmodellen gegenzusteuern. Doch unterm Strich reichten diese Maßnahmen nicht aus: "Man darf sich da nichts vormachen", so der Anwendervertreter. "Die Kosten auf dem Mainframe sind nach wie vor viel zu hoch."

Die Kritik münzt Weiß vor allem auf unabhängige Softwarehäuser (ISVs), die Anwendungen für IBM-Mainframes entwickeln. Weil die Geschäftsanforderungen wachsen, seien viele Großanwender gezwungen, ihre MIPS-Kapazität hochzufahren. Damit stiegen auch die Softwarelizenzkosten, selbst wenn eine Anwendung gar keine zusätzliche Rechenleistung in Anspruch nehme. Weiß: "Die Lizenzpreise treiben dem Management immer noch Tränen in die Augen." Ein positives Beispiel liefere der Softwarehersteller BMC, der sein Pricing-Modell nach dem Geschäftsverlauf des Kunden ausrichte: "Solche Modelle sind fairer und lassen sich auch der Geschäftsleitung besser vermitteln."

Ob quelloffene Software wie Linux hilft, den Kostendruck zu mindern, erscheint nach den GSE-Erhebungen zumindest fraglich. Zwar sei das Interesse der Anwender an Open-Source-Anwendungen nach wie vor sehr hoch, so Weiß. Doch nur wenige IT-Zentren setzten Linux auf dem Mainframe auch tatsächlich produktiv ein.

Defizite der Anbieter

Eine nicht repräsentative E-Mail-Umfrage der GSE deutet in diesem Zusammenhang auf Defizite der Anbieter hin. Demnach wünschen sich IT-Kunden von Open-Source-Lieferanten unter anderem klare Regelungen bezüglich Copyright und Nutzungsrechten sowie "hundertprozentige Rechtssicherheit". Auch eine "Wartungsverpflichtung" für alte Softwareversionen steht auf der Wunschliste. Hinzu kommt, dass sich längst nicht alle Anwender in Sachen Open Source ausreichend informiert fühlen. Branchenspezifische Fragen kämen häufig zu kurz, der Charakter mancher Open-Source-Lösungen sei "mehr universitär". (wh)