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12.03.1993 - 

Big Blue moechte die Belegschaft von Adstar verkleinern

IBMs Massenspeicherabteilung steht vor einem schwierigen Jahr

Mit Praemien, die, abhaengig von der Dauer der Betriebszugehoerigkeit, von acht bis 52 Wochengehaeltern reichen, Vorruhestandsregelungen und der Absicherung der medizinischen Versorgung bis zu einem Jahr will man den Arbeitnehmern den Ausstieg versuessen.

Erreicht Adstar damit keinen nennenswerten Stellenabbau, dann sollen die Betroffenen in einem naechsten Schritt auf freigewordene Posten bei der IBM gesetzt werden. Dauerhafte unfreiwillige Entlassungen sind nach Firmenangaben nicht vorgesehen.

Analysten schaetzen Adstar finanziell und technologisch als gut positioniert ein, erwarten jedoch ein hartes Jahr fuer die Firma, die von ihrer Mutter zunehmend unabhaengig wird. Weiter wird vermutet, dass sich IBMs Kuerzungen im Forschungs- und Entwicklungsbereich langfristig negativ auf das extrem technologieorientierte Geschaeft auswirken werden.

Es sei schwierig, nach der Umorientierung vom Einzelhandel auf das Grosshandelsgeschaeft die Geschaeftsjahre von 1991 und ´92 miteinander zu vergleichen, erklaert Jon Judge, Assistent der Geschaeftsleitung von Adstar. Die Umsatzkurve fuer 1992 war "ziemlich flach" im Vergleich zu einem Jahr zuvor,

aber man sei immer noch profitabel. Zwei Gruende fuer den stagnierenden Umsatz sieht James Porter, President des Marktforschungsunternehmens Disk/Trend: das schleppende Mainframe- Geschaeft und die starke Konkurrenz im PC-Business. "Die IBM bekommt weniger als die Haelfte des Preises fuer ihre Laufwerke als noch ein Jahr zuvor."

Dabei ist die IBM, trotz wiederholter technologischer Fuehrerschaft noch immer zu teuer mit ihren Speichergeraeten. Die Konkurrenz bietet gleichwertige Produkte zu weit niedrigeren Preisen an.

Tom Loane, Vice-President der Autoverleihfirma Alamo, meldet weitere Zweifel an: "Die neuen 3390-Laufwerke, Modell 3, bringen keinen nennenswerten Vorteil gegenueber den aelteren Modellen vom Typ 2."

In der weiteren Unabhaengigkeit von IBM koennte jedoch das Heil von Adstar liegen, glauben einige Industriebeobachter. Phil Devin von Dataquest gibt einer eigenstaendigen Firma Adstar die besten Chancen, "da andere Computerhersteller nicht wollen, dass IBM erfaehrt, an was sie arbeiten, und dass IBMs Nachfrage nach Laufwerken eventuell bevorzugt behandelt wird".

Jon Judge von Adstar gibt sich denn auch hoffnungsvoll, was das OEM-Geschaeft betrifft. 1991 erzielte man damit einen Umsatz von 270 Millionen Dollar, 450 Millionen im Jahr 1992 und heuer sollen es 850 Millionen werden - und das mit 1000 Mann weniger an Bord.