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23.10.1998 - 

Version 1.3 des Frameworks unterstützt Enterprise Javabeans

IBMs San Francisco hinkt Java hinterher

Aufgabe von San Francisco ist es, durch vorgefertigte Bausteine, insbesondere Basisdienste, aber auch fertige Anwendungskomponenten, die Entwicklungszeiten von Applikationen zu verringern. Bis zu 40 Prozent der Projektlaufzeit sollen sich einsparen lassen, verspricht Big Blue. Rund 700 IBM-Entwicklungspartner sind Lizenznehmer von San Francisco. Ihnen stehen mit Version 1.3 des Frameworks mehr als 800 Einzelkomponenten zur Verfügung.

Für Eric Brown, Analyst bei Forrester Research aus Cambridge, Massachusetts, ist IBMs Ansatz zwar löblich, doch zu weit gefaßt: "Es ist sehr aufwendig, eine Hierarchie von Objekten zu entwickeln und zu pflegen, die allgemeine Basisdienste zur Verfügung stellen und gleichzeitig spezielle Geschäftsprozesse abdecken sollen." Er dagegen favorisiert Konzepte, bei denen sich Anbieter entweder auf industriespezifische oder Basiskomponenten konzentrieren.

San Francisco umfaßt in der Version 1.3 Objekte für die Debitoren- und Kreditorenbuchhaltung. Unterstützt werden damit verschiedene Hauptbuchtypen und -konten sowie Teilzahlungen, Inkassodokumentationen, Zurechnungen und Neubewertungen. Das Framework für Debitoren- und Kreditorenbuchhaltung ist funktional eng mit den Komponenten der Sachbuchhaltung verknüpft, die bereits im ersten Release (August 1997) enthalten waren.

Daneben wurde die Lagerverwaltung um Funktionen der Qualitätskontrolle, Planrevision, Versand und Inventur ergänzt. Zum Framework für Bestellwesen gehören fortan die Bausteine Angebote, Versand und Kreditkäufe. Die neuen Module sind laut IBM Jahr-2000-kompatibel.

Als Entwicklungs-Toolset für San Francisco steht Anwendern Big Blues "Visual Age for Java 2.0" zur Verfügung. Neben AIX, Windows NT und OS/400 läuft das Framework nun auch auf Sun Solaris-, HP-UX- und Reliant-Unix-Plattformen. Alle Bausteine bieten während der Laufzeit Unterstützung für Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch und Japanisch.

Laut IBM wurde überdies die Performance verbessert. Durch Verkürzung von Pfadlängen in der Foundation sei die Leistung gegenüber der Vorgängerversion um rund 300 Prozent gesteigert worden, heißt es in einer Mitteilung. Für Thorsten Janning, Leiter des Technologielabors bei Plenum Systeme GmbH in Wiesbaden, ist diese Maßnahme dringend notwendig: "In der Praxis brachte San Francisco bisher keine zufriedenstellenden Ergebnisse." Für große Installationen mit vielen Nutzern sei der Baukasten noch ungeeignet. Insbesondere das GUI-Framework, das beispielsweise noch kein Transaktionshandling ermögliche, zeige Schwächen.

Positiv fällt dagegen das Design des Frameworks auf. Es basiert auf Pattern und beinhaltet ein Server-Modell, das in Version 1.3 auch die Enterprise Javabeans (EJB) unterstützen soll. Neben den Framework-eigenen Server-Diensten werden IBMs "Webshere Application Server" und andere EJB-Server unterstützt. San Francisco hält für die Generierung von EJBs Entwurfsmuster sowie zusätzliche Wizards bereit.

Daß die Client-Server-Kommunikation über die Java-spezifische Remote Method Invocation (RMI) geschieht, erschwert die Integration mit bestehenden Anwendungen. Plenum-Mann Janning hielte eine Verbindung über die Common Object Request Broker Architecture (Corba) für zeitgemäßer. Auf diese Weise könnten Teilsysteme in anderen Sprachen auf fast allen Plattformen in die San-Francisco-basierte Anwendung wesentlich leichter verknüpft werden. Über eine Corba-Implementierung ließen sich zudem Microsoft-Schnittstellenstandards COM und Distributed Component Object Model (DCOM) problemlos in das Framework integrieren.

Das Fehlen der neuesten Java- und Corba-Services ist laut Janning Indiz dafür, daß San Francisco insgesamt zu groß und dadurch unüberschaubar geraten ist. Er geht davon aus, daß sich im nächsten Jahr entscheiden wird, ob sich das Framework durchsetzt.