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12.02.1993 - 

Fuenf Jahre entwickelt - kein Produkt

IBMs Supercomputer-Ziehkind Steve Chen macht das Licht aus

Zwar ist die letzte Entscheidung noch nicht gefallen. Aber nachdem die IBM als hauptsaechlicher Finanzier der SSI ihre pekuniaere Mithilfe aufkuendigte, sehen selbst Chen-Mitarbeiter keine Chance mehr, noch rechtzeitig einen finanzkraeftigen Partner zu finden. Zwar beteiligten sich auch Boeing, Du Pont, Ford Motor sowie die National Security Agency mit Finanzmitteln an Chens Unternehmen. Mit IBMs Einlage von 100 Millionen Dollar steht und faellt aber das Supercomputer-Unternehmen, stellt dieser Betrag doch ungefaehr die Haelfte der gesamten finanziellen Grundlage von SSI dar.

Bis zum Ende 1992 hatte sich Big Blue bereitgefunden, den Cray- Abtruennigen durchzufuettern. Nachdem in der kleinen, aber feinen Nische der Supercomputer-Spezialisten seit langem ueber Chens SS-1- Superrechner diskutiert und schon seit geraumer Zeit ueber eine Vorstellung spekuliert wurde, kann die Cray Research jetzt ein wenig aufatmen. Sie galt naemlich als einer der wesentlichen Konkurrenten, die Chen mit seinem Superrechner anzugreifen gedachte. Der SS-1-Rechner duerfte nun kaum noch Marktreife erlangen, obwohl die kalifornische Firma Technologies, Strategies & Alliances aus Menlo Park beauftragt wurde, weltweit nach einem neuen Finanzpartner Ausschau zu halten, der den Platz der IBM einnehmen soll.

Eine Sprecherin von Big Blue erklaerte, in Armonk sei man nicht mehr bereit gewesen, weiterhin Geld in eine Firma zu pumpen, die keine Produkte habe praesentieren koennen. Auch sei nicht zu erwarten gewesen, dass SSI in Kuerze gewinnbringend operieren werde.

Big Blues Rueckzug aus dem Chen-Unternehmen bedeutet nicht, dass die blauen Entwickler sich nunmehr aus dem Supercomputer-Geschaeft verabschieden werden: Auf der Supercomputing 92 in Minneapolis im November 1992 legte IBM ehrgeizige Plaene fuer den Weg in eine massiv-parallele Zukunft vor. Im Zentrum der Forschungsarbeiten steht das IBM-Entwicklungslabor Highly Parallel Supercomputing Systems Laboratory (HPSSL). Neben einer offensichtlich kurz bevorstehenden Ankuendigung eines 64-Prozessor-Systems planen die Supercomputer-Entwickler der IBM in den kommenden Jahren massiv- parallele Systeme mit Tausenden von CPUs.