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25.02.2008

IBMs System-z10-Mainframes verdoppeln Rechenleistung

IBM stellt seine neue Großrechner-Generation System-z10-Mainframes vor. Der Großrechner bietet bis zu 100 Prozent mehr Rechenleistung und wird mit diversen Tools zum Management der Maschine offeriert.

Der z10-Rechner ist laut IBM-Angaben bis zu 50 Prozent schneller als sein Vorgänger. Bei rechenintensiven Anwendungen soll die Leistung gar um bis zu 100 Prozent größer sein.

z10 - Kernzahlen

- Quad-Core-Technik – 4,4 GHz Taktrate

- Fünf Modelle vom 12- bis 64-Wege-Modell

- bis zu 1,5 TB Speicher

- 6 GB/s Infiniband-I/O-Hostbus

- 991 Millionen Transistoren

- ab sofort verfügbar, Preise starten bei einer Million Dollar

Da sich die Taktrate der CMOS-Prozessoren vom Vorgängermodell z9 (1,7 GHz) auf das jetzt präsentierte z10-Modell (4,4 GHz) mehr als verdoppelt hat, sollte man annehmen, dass dieser Leistungszuwachs eher noch gering ist. Ralf Fischer, Direktor Hardwareentwicklung bei der IBM Deutschland Entwicklung GmbH, erklärt das mit der Technik aktuell verfügbarer Speicher. Neue Entwicklungen auf dem Gebiet der Speicherbausteine könnten bezüglich des Fortschritts in der Prozessortechnik und der Geschwindigkeit von CPUs nicht mithalten. Würde man Tests mit Workloads fahren, die komplett in den Level-1-Cache passten, würden die Leistungssteigerungen der z10-Prozessoren analog der Taktrate dreimal so hoch ausfallen.

Um die Rechenpower eines einzigen z10-Systems zu erreichen, brauchte es – so will es jedenfalls IBMs Werbelyrik - etwa eintausendfünfhundert handelsüblicher x86-Servern. Zudem soll der Großrechner im Vergleich zu den Intel-basierten Industrieservern bis zu 85 Prozent weniger an Kosten für Energie benötigen und ebenfalls bis zu 85 Prozent weniger Stellfläche in Anspruch nehmen.

Taktrate fast verdreifacht

IBMs Großrechner der nächsten Generation arbeitet mit 64 EC-Prozessorchips mit einer Taktrate von 4.4 GHz. Die CPUs sind in Quad-Core-Technik ausgelegt. Der z10-Großrechner unterstützt eine breite Palette an Anwendungen: Hierzu zählen Linux-, XML-, Java-, und Websphere-Applikationen sowie SOA-Anwendungen (= Service Oriented Architecture). Weiterhin arbeitet IBM mit Sun Microsystems und Sine Nomine Associates daran, das Open-Solaris-Betriebssystem auf den System-z-Mainframes einsetzbar zu machen. Dieses Versprechen gibt Big Blue allerdings nun schon seit geraumer Zeit, faktische Ergebnisse resultieren bislang aus den Bemühungen nicht.

Gerade für Java-, XML- und Linux-Anwendungen, die Fließkommalastig sind, sei zudem die bei dem z10-System erheblich verbesserte Fließkommaeinheit von Bedeutung. Hierbei handelt es sich um eine dezimal rechnende Floatingpoint-Unit (FPU). Dieser Umstand ist für bestimmte Industriesegmente von großer Bedeutung, nämlich für alle diejenigen, deren Computer nicht mit binären Fließkommaeinheiten rechnen dürfen. Hierzu zählen etwa Finanzdienstleister. Da binär arbeitende FPUs ab einer bestimmten Stelle hinter dem Komma nur noch mit gerundeten Werten arbeiten, setzen sich diese Rundungsfehler alle bei der Verarbeitung der Daten natürlich fort und führen zu ungenauen Gesamtresultaten. Deshalb dürfen in bestimmten Wirtschaftsfeldern nur Rechner mit dezimal arbeitenden FPUs eingesetzt werden.

Viele Managementfunktionen

Der System-z10-Mainframe stellt eine Palette regelgesteuerter Funktionen bereitstellt. Hierzu zählt etwa ein Autorisierungsmanagement. Mit diesem lässt sich feststellen und autorisieren, wer auf spezifische Geschäftsservices und damit in Verbindung stehende IT-Ressourcen zugreifen kann.

Verschiedene Verschlüsselungsalgorithmen ermöglichen es, diverse Sicherheitsschichten und Sicherheitskontrollen aufzubauen, um nur autorisierten Anwendern Zugang zu sensiblen Informationen zu geben, die häufig auf System-z-Großrechnern residieren.

Ein Workloadmanagement dient der möglichst guten Auslastung des Systems. IBM sagt, dass der neue Mainframe praktisch unter Volllast betrieben werden kann und dabei unterschiedlichste Workloads seiner Benutzer bedient.

Das Betriebssystem z/OS kann Transaktionen auf der Basis vorgegebener Servicelevels handhaben. Dies ist für Anwender von Interesse, die im Geschäftsalltag auf schwankende Anforderungen an die Rechenleistung flexibel reagieren können wollen, um sich so etwa ad hoc auf Spitzenbelastungen einzustellen.

Bereitstellung von Rechenleistung automatisieren

Erstmals bietet Big Blue mit dem z10-System die Option, Rechenleistung je nach Situation automatisiert bereitzustellen. Beispielsweise können Finanzinstitute und Handelsbetriebe Rechenleistungsniveaus planen und voreinstellen, um auf einzelne Lastspitzen zu reagieren.

IBMs System-z-Mainframelinie weist das Zertifizierungsniveau für Sicherheit und Partitionen Evaluation Assurance Level 5 (EAL 5) auf. Dieses Zertifikat bescheinigt ein hohes Maß an Virtualisierungssicherheit. Aktuell liegt EAL5 für die Vorgängermodelle der System-z9-Großrechner vor. Es gibt Plänen, EAL5 für das System z10 zu zertifizieren.

Tools zur Verwaltung

IBM stellte ferner ein Softwareset vor, das die Verwaltung komplexer IT-Bereiche wie Speicher-, Datenbank-und Softwaredeployments automatisiert. Das "IBM Tivoli Service Management Center for System z" zeigt die Verbindungen zwischen IT-Assets und Geschäftsanwendungen auf und ermöglicht es Unternehmen, die gesamte Serviceleistung der IT zur Unterstützung spezifischer Geschäftsziele zu überwachen - etwa im Finanzbereich, bei Sicherheitslösungen oder beim Thema Kundenzufriedenheit.

Zudem präsentierte IBM "Information on Demand Software" für seine System-z-Mainframes. Hierzu zählt auch ein Betaprogramm für die geplante Cognos-8-BI-Lösung für Linux auf System-z-Rechnern.

Sofort verfügbar sei auch "DB2 für z/OS Value Unit Edition". Sie enthält ein neues One-time-Charge-Angebot, das den Einsatz neuer Anwendungsworkloads begünstigen soll.

In der zweiten Jahreshälfte 2008 sollen zudem neue Master-Data-Management- und Data-Warehouse-Eigenschaften für die System-z-Maschinen angeboten werden wie der "InfoSphere Master Data Management Server für System z". Mit ihm lassen sich zentral Kunden-, Produkt- und Kontendaten im gesamten Unternehmen verwalten.

Neue Speicherlösungen

Last, but not least stellte IBM auch noch eine neue Version ihrer DS8000-Plattenspeicherlösung vor - die DS8000 R3.1. Sie bietet verbesserte Disaster-Recovery- und Business-Continuity-Eigenschaften. Anwender können in ihren Mainframe-Umgebungen mit dem neuen DS8000-Plattenspeicher auf bis zu viermal mehr Informationen zugreifen als mit jedem anderen Speichersystem derzeit, sagt Big Blue.

Die ebenfalls neue "System Storage TS7700 Virtual Tape Lösung" liefert verbesserte Bandverarbeitungs- und -verschlüsselungsmechanismen. (jm)