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15.10.1999

IBMs X-Architecture

MÜNCHEN (kk) - IBMs Idee war so einfach wie erfolgversprechend: Nutze das Know-how aus der Welt der Groß- und Mittelklasserechner und setze es für die PC-Server ein. Damit war die "X-Architecture" für die "Netfinity"-Maschinen geboren.

1998 begann IBM gegen die fortschreitenden Anteilsverluste im Markt für PC-Server anzukämpfen. Nicht zuletzt war es Firmenchef Louis Gerstner, der die konkurrierenden Server-Abteilungen zur Kooperation bewog. Die großangelegte Initiative X-Architecture sollte die PC-Server für das neue Jahrtausend wettbewerbsfähig machen.

Neben Service, Support und marktgerechten Preisen faßte IBM vier Bereiche ins Auge, in denen Komponenten aus den höherwertigen Servern AS/400, RS/6000 und S/390 auch für die Wintel-Rechner einen Vorteil bringen würden: Leistung (Systemarchitektur), Verwaltbarkeit (System-Management), Interoperabilität (unternehmensweite Integration) und Systemskalierbarkeit (Cluster-Technik).

Im Bereich Systemarchitektur entwickelt beispielsweise ein Team von Ingenieuren, die zuvor für die AS/400 und die RS/6000 gearbeitet haben, das Chipset für die zukünftigen Acht-Wege-SMP-Rechner auf Basis von Intels IA-64-Architektur. Insbesondere Probleme hinsichtlich der Skalierbarkeit sollen damit entschärft werden.

Schon früher kam Big Blue auf die Idee, mit Softwarebeschleunigern den PC-Servern einen zusätzlichen Leistungsschub zu verpassen. Caching-Programme wie der "Web Server Accelerator", der nicht veränderbare File-Inhalte speichert, erhöhten beispielsweise die Antwortgeschwindigkeit beim Einsatz im Internet.

Bei den Speicherchips wurden Verbesserungen für den Fall eingeführt, daß ein DRAM ausfällt und dabei Daten verlorengehen. Die "Chipkill"-Funktion in den Speicher-DIMMs sorgt dafür, daß auch in diesem Fall mehr als nur ein Bit - wie lange in der Industrie üblich - erkannt und korrigiert wird. Die Netfinity-Reihe profitiert auch von den Ergebnissen der IBM-Mikroelektronikforschung. So werden für die kritischen Systemkomponenten kupferverdrahtete Chips verwendet.

Für das I/O-System der Netfinity-Server hat IBM die Möglichkeit geschaffen, PCI-Karten im laufenden Betrieb auszutauschen oder neue hinzuzufügen. Zudem arbeitet man an einer erweiterten PCI-Variante, die unter dem Namen "PCI-X" Busgeschwindigkeiten bis 133 Megahertz und Transfergeschwindigkeiten zwischen Peripherie und CPU von bis zu 1 GB/s erlaubt.

Cluster dienen der Skalierung von Leistung. Neben Microsofts Cluster-Lösung (ehemals "Wolfpack") bietet IBM eigene Alternativen an, die besonders auf bestimmte Applikationen ausgerichtett sind. So ist beispielsweise der "Network Dispatcher" für Websphere-Cluster verfügbar, der bei einer Anfrage aus dem Internet die unter Umständen großen Datenmengen von verschiedenen Rechnern aus an den Kunden liefert. Geclusterte Netfinity-Server unterstützen auch das Thin-Client-Konzept mit Winframe, Wincenter und Citrix-Metaframe. Ablauffähige Datenbanksysteme bei verbundenen PC-Servern sind DB2 und Oracle Parallel Server. Außerdem kann ein Netfinity-Cluster als Lotus-Notes-Server dienen.

In Zukunft wird IBM mit dem "Monterey"-Betriebssystem auch für die PC-Server Unix-ähnliche Cluster-Möglichkeiten anbieten. Neben einer 64-Bit-Version soll auch eine mit 32 Bit für bestehenede Netfinity-Rechner offeriert werden.

Die unternehmensweite Einbindung der PC-Server erfolgt generell über TCP/IP. Ein direkter Anschluß der Server an die S/390-Mainframes ist aber über Escon-Kanal und PCI-Adapter möglich. Schnelle Kommunikationsverbindungen (HACMP) erlauben den Anschluß an RS/6000-Maschinen. IBM arbeitet derzeit an einem schnellen Switch (Codename "Colonny"), der für den Anschluß der RS/6000-SP gedacht ist.