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04.07.2003 - 

Domain-Verwaltung künftig ohne Müller-Maguhn

Icann beendet den Ausflug in die Demokratie

MÜNCHEN (CW) - Auf einer Tagung in Montreal hat die Domain-Verwaltungsorganisation Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (Icann) eine neue Struktur angekündigt. Über regionale Untergruppierungen sollen die Anwender sich künftig Gehör verschaffen.

Mit der neuen Organisationsstruktur begräbt die Icann das bisherige Konzept, bei dem von Internet-Nutzern gewählte Direktoren die Belange der jeweiligen Region vertreten sollen. Im Jahr 2000 konnten Web-User weltweit ihren Kandidaten per Online-Wahl in das Icann-Board befördern. Fünf der 18 Sitze konnten damals von gewählten Personen besetzt werden. Damit ist Schluss. Künftig ernennt der Aufsichtsrat die Direktoren selbst. Bereits vergangenen November hatte die Icann beschlossen, künftig keine Direktorenwahlen mehr abzuhalten. Damals hatte unter anderem das deutsche Vorstandsmitglied Andy Müller-Maguhn, Sprecher des Chaos Computer Clubs in Hamburg, gegen diese Entscheidung gestimmt. Nun haben Müller-Maguhn und andere gewählte Vertreter auch offiziell das Gremium verlassen. Er zählte zu den schärfsten Kritikern der Icann.

Mitspracherecht eingeschränkt

Laut Icann haben die Internet-Anwender auch weiterhin ein Mitspracherecht in Sachen Domain-Verwaltung, und zwar über neu zu gründende, regionale Gruppen. "Die Gruppen stellen sicher, dass die Stimmen aus den verschiedenen Bereichen der Internet-Gemeinde besser gehört werden", gibt sich der Icann-Chef Paul Twomey überzeugt. Der Australier leitet die Organisation seit April. Da ist Müller-Maguhn anderer Meinung: "Durch die neue Struktur wird es für Internet-Nutzer schwieriger, ihre Interessen in den Entscheidungen des Icann-Boards zu vertreten." Die regionalen Gruppen (Regional At Large Organizations, kurz Relos) wählen Vertreter, die einen Sitz im At-Large-Beirat (At-Large Advisory Committee, kurz Alac) der Icann erhalten. Dieser Rat wählt Vetreter des Wahlkomitees (Nominating Committee, kurz Nomcom), das sich unter anderen auch aus Lobbyisten und Regierungsvertretern zusammensetzt. Das Nomcom wählt gemeinsam die Board-Mitglieder. "Es steht zu befürchten, dass Leute, die für Benuterzinteressen eintreten, denjenigen weichen müssen, die als Kompromiss der Verhandlungen des Komitees herauskommen. Angesichts des Übergewichts der Industrie wird es nicht so leicht werden, die partiell herrschende institutionelle Inzucht aufzubrechen." (fn)