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01.09.2000 - 

Fehler, aber auch Errungenschaften

Icann-Direktorin zieht Bilanz

MÜNCHEN (CW) - Die Internet-Verwaltung Icann (Internet Corporation of Assigned Numbers) ist wegen der Wahl ihres Direktoriums in die Kritik geraten. Die Icann-Chefin Esther Dyson verteidigt ihre Organisation und verweist auf deren Errungenschaften für die Internet-Gemeinde.

Bemängelt wird unter anderem, dass nur fünf der 14 Direktoren von der Internet-Gemeinde direkt gewählt werden. Außerdem sei die mittlerweile abgeschlossene Online-Registrierung für die Wahl an der Masse der Surfer völlig vorbeigegangen. Von Demokratie könne also kaum die Rede sein, so der Vorwurf. Siegmar Mosdorf, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, forderte in einem Gespräch mit dem "Handelsblatt" mehr Transparenz bei der Wahl: "Die Wähler müssen genau wissen, wie das Verfahren funktioniert." Der Politiker räumte jedoch ein, dass es sich bei der Wahl um ein "Experiment" handle - man habe sich nicht an Vorbildern orientieren können.

Auf die Vorreiterrolle der Internet-Verwaltung weist auch Icann-Vorsitzende Dyson hin. In einer Bilanz, die sie anlässlich ihres bevorstehenden Rücktritts im November zog, gestand sie Fehler - etwa mangelnde Öffentlichkeitsarbeit - ein. Außerdem hätte man von Anfang an auf verbindliche Verordnungen dringen sollen, was sich jedoch wegen der komplizierten rechtlichen Stellung der Icann nicht habe durchsetzen lassen. Überhaupt habe es die Internet-Verwaltung nicht leicht gehabt. "Wir mussten uns von Anfang an gegen den Vorwurf wehren, wir würden ein amerikanisches Geburtsrecht an Ausländer abtreten", so Dyson. Immer wieder kritisiert werde zudem, die Icann habe zu viele Zugeständnisse an die Unternehmen gemacht.

Insgesamt habe die Organisation aber auch viel bewirkt, so die Icann-Chefin. Sie verwies auf die Uniformed-Dispute-Resolution-(UDRP-)Richtlinien für die außergerichtliche Schlichtung von Domain-Streitigkeiten. Außerdem engagiere man sich für mehr Wettbewerb im Internet - etwa mit der bevorstehenden Einführung neuer Top Level Domains (TLD).