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03.09.1999 - 

Baldige Regelung in Sicht?

Icann plant eine strengere Domain-Vergabe

SAN FRANZISKO (IDG/CW) - Die gemeinnützige Gesellschaft zur zentralen Verwaltung des Internet Icann (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) will die unkontrollierte Vergabe und den Mißbrauch von Domain-Namen unterbinden. Ein jetzt skizziertes Kontrollverfahren soll künftig bei der Erteilung und dem Entzug einer Adresse helfen.

Top-Level-Domains wie beispielsweise .com werden bisher nach dem Zeitpunkt der Antragstellung vergeben und ihre Berechtigung nicht weiter geprüft. Dies führt in der Praxis oft dazu, daß einzelne Personen oder Firmen Hunderte Internet-Adressen besetzen und dabei auch gezielt eingetragene Markennamen kopieren oder ähnlich klingende Wortzusammensetzungen anmelden. Obwohl vor Gericht den Klagen der Markeninhaber gegen diese Wettbewerbsverzerrung regelmäßig stattgegeben wird, kostet die Betroffenen die Verteidigung ihrer Rechte viel Zeit und Geld.

Die World Intellectual Property Organization (Wipo) in Genf hatte deshalb am 30. April 1999 einen Abschlußbericht mit Vorschlägen zur Lösung dieses Konflikts veröffentlicht. Darin empfiehlt sie der Icann neben einigen organisatorischen Verbesserungen, für die Registrierung von Domain-Namen eine besondere Online-Schiedsstelle einzurichten, um in Streitfällen schnell und kostengünstig Abhilfe zu schaffen. Auf der dritten Vollversammlung der Internet-Organisation in der chilenischen Hauptstadt Santiago de Chile bezog Interims-Chairman Esther Dyson nun Stellung und skizzierte das weitere Vorgehen. Danach wird derzeit auf Vorschlag der Domain-Registratoren an einem Kontrollverfahren gearbeitet, das künftig "böswillige" und "mißbräuchliche" Anmeldungen verhindern soll. Eklatante Verstöße gegen die Domain-Vergabe würden dann mit der Löschung der Internet-Adressen beziehungsweise mit ihrer Rückgabe an den rechtmäßigen Besitzer geahndet.

Michael Roberts, Icanns Interims-President und Chief Executive Officer (CEO), hat nun den Auftrag, die weiteren Details auszuarbeiten und einen offiziellen Antrag zu formulieren. Dieser soll vor seiner Verabschiedung durch den Vorstand für begrenzte Zeit auf der Homepage http://www. icann.org veröffentlicht werden, um der Internet-Gemeinde die Möglichkeit zu einer Stellungnahme zu geben. Bereits zugestimmt hat indes der Icann-Gegenspieler und ehemalige Monopolist bei der Domain-Vergabe Network Solutions Inc. (NSI). Alles in allem, so Dyson, könnte das Verfahren schon in rund sechs Wochen in Kraft treten.