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07.02.1992 - 

Storagetek hofft auf Wiederholung des ACS-Erfolges

"Iceberg"-Jahresproduktion für 1992 ist bereits verkauft

FRANKFURT/M. (zek) - Jetzt ist es offiziell: Mit dem Online-Speichersubsystem "Iceberg" hat Storage Technology wieder einmal den Schritt, ein PCM-Produkt vor dem Marktführer IBM anzukündigen, gewagt. Gleichzeitig konnte das Unternehmen mitteilen, daß bereits die gesamte 1992er Produktion von Iceberg verkauft sei.

Für die deutsche Storagetek-Niederlassung bedeutete die offizielle Ankündigung von "lceberg" nach den Worten von Marketingleiter Gerald Prokasky dann auch "die Bekanntgabe des am schlechtesten gehüteten Geheimnisses der Branche" (siehe CW Nr. 4 vom 24. Januar 1992, Seite 1: "Mit Plattenspeicher könnte..."). Immerhin wurden bislang auch in Deutschland bereits elf Iceberg- Systeme verkauft, für weitere bestehen Optionen. Weltweit haben 140 Kunden bereits geordert.

Alle Komponenten redundant ausgelegt

Bei der Entwicklung von Iceberg habe man sich, so Prokasky, von mehreren Hauptanliegen der Anwender leiten lassen. Dazu zählten die Forderungen nach hundertprozentiger Datenverfügbarkeit, egal in welchem Zustand sich die Hardware befindet, nach kurzem Service, nach extrem hohem Datendurchsatz, minimaler Stellfläche und minimalen Kosten pro Megabyte.

Ergebnis war Iceberg mit seiner "Extender Storage Architecture" (XSA), hier sind sämtliche Komponenten redundant ausgelegt, die Daten werden doppelt redundant gespeichert. Auch beim Ausfall von zwei Disk-Arrays stehen die Daten weiter zur Verfügung. Darüber hinaus können alle Bestandteile im laufenden Betrieb ausgetauscht werden. Mit Iceberg können nach Storagetek-Angaben weltweit operierende Unternehmen 24 Stunden am Tag auf alle wichtigen Daten zugreifen.

Das Kernstück ist der Mikrocode

Das innovative Kernstück von Iceberg bildet jedoch der von Storagetek entwickelte Mikrocode, über den der Plattentyp abgebildet wird. Früher geschah dies durch Hardware, also nachgebauten Platten, die beim Umstieg auf eine neue Version ausgetauscht werden mußten. Der Iceberg-Mikrocode erlaubt eine dynamische Konfiguration aller vorhandenen Plattentypen und bei zukünftigen Entwicklungen mittels neuem Mikrocode den weiteren Einsatz der Iceberg-Hardware. Dieser Mikrocode muß sich aber auch bei den Beta-Test-Aktionen, die im zweiten Quartal beginnen, bewähren, da mit ihm das Iceberg-Konzept steht und fällt.

Storagetek hatte bereits mit dem automatischen Kassettenspeichersystem ACS den Schritt zum PCM-Trendsetter vor der IBM gewagt und mit diesem Produkt große Erfolge erzielt. Mittlerweile sind weltweit rund 4000 ACS-Systeme, in Deutschland etwa 300, installiert. Diesen Erfolg will man mit Iceberg jetzt wiederholen. Nach Ansicht von Analysten liegt das Unternehmen mit dieser Strategie richtig. So meint Claus Egge von der Technology Investment Strategies Corp. in London, daß Storagetek mit Iceberg ein extrem wettbewerbsfähiges Produkt gelungen sei. IBM werde frühestens im nächsten Jahr in der Lage sein, ein ähnliches Produkt zur Marktreife zu bringen. Er erwartet aber eine Ankündigung der IBM in dieser Richtung noch in diesem Jahr. Das Besondere daran wird sein, daß Big Blue vermutlich ein Gerät ankündigen wird, das noch gar nicht existiert.

Welche Bedeutung Iceberg für Mainframe-Anwender haben kann, erläuterte der deutsche Storagetek-Geschäftsführer Klaus-Dieter Beier: Nach seinen Worten hat eine Bank den Neubauplan eines 1000-Quadratmeter-Gebäudes für Datenspeichereinheiten storniert, nachdem sie von den Dimensionen von Iceberg unterrichtet wurde. Die größte Ausbaustufe eines Iceberg-9200-Subsystems mit einer Kapazität von 400 GB benötigt eine Standfläche von 4,5 Quadratmetern. Die Preise liegen bei einer Kapazität von 100 GB bei rund 2 Millionen Mark, für 400 GB muß man etwa 4,5 Millionen Mark zahlen.

In Planung ist bei Storagetek auch das System "XSA/Nearlink", das die Verbindung zwischen Iceberg und dem ACS 4400 herstellt. In Kürze soll auch ein Helical-Scan-Subsytem für die Kassettenspeicherung eingeführt werden, auf denen die hundertfache Menge im Vergleich zu IBM 3480-Kassetten gespeichert werden kann. Das Unternehmen gab außerdem die Eckdaten seines Einstiegs in die mittlere Datentechnik sowie in Software und Vernetzung bekannt. So plane man im Laufe dieses Jahres über die erst kürzlich erworbende Vertriebstochter für mittlere Datentechnik, XL/Datacomp Inc., zwei Produkte für den AS/400-Markt einzuführen: Den "Alpine Storage Manager", ein fehlertolerantes Speichersubsystem in Disk-Array-Technology sowie "Snowmass" ein Plattensubsystem mit 5 1/4 - Zoll-Laufwerken.

Ebenfalls vorgestellt wurde "Powderhorn", das Kassettenarchiv der nächsten Generation mit einer neuen Robotertechnik sowie "Wolfcreek", ein Kassettenarchiv für kleinere Kapazitäten. Beide Produkte sollen 1993 verfügbar sein. Weiterhin gab das Unternehmen bekannt, daß man im Verlauf' der nächsten zwölf Monate eine Produktserie auf den Markt bringen werde, die den Anwendern unternehmensweit ein effektiveres Management von Speicherung und Datensicherung im Netz ermöglichen soll.