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28.10.1994

"Ich bin stolz, dass ich mich nicht entmutigen liess"

CW: Zur letzten Systec war das Echo verheerend. Viele Aussteller blieben weg, und das Besucherinteresse war gering. Was wollen Sie in diesem Jahr anders machen?

Vom Hoevel: Wir mussten unsere informationstechnische Landschaft und das Messekonzept neu ueberdenken. Das habe ich zusammen mit unserem Beirat getan. Die Systec hat als eine reine CIM-Messe, genauso wie der Markt in diesem Bereich, enorm Federn lassen muessen.

CW: Worin sehen Sie die Ursache fuer diesen Niedergang?

Vom Hoevel: Letztlich liegt der Grund fuer die Ernuechterung in der Verkaufsstrategie der Hersteller. Sie haben versucht, Computer fuer Fertigungsunternehmen genauso zu vermarkten wie fuer Dienstleister. Der Einbruch der Systec entstand nicht durch das falsche Messekonzept, sondern durch den Marktzusammenbruch, der nach dem Verebben der CIM-Euphorie einsetzte. CIM ist nie komplett uebersetzt worden. Man ist beim C stehengeblieben. Das Integrated Manufacturing ist nicht genuegend beachtet worden.

CW: War es im nachhinein falsch, dem CIM-Konzept eine eigene Messe zu widmen?

Vom Hoevel: Ich bin nun wirklich nicht der einzige gewesen, der CIM eine Plattform geboten hat. Wenn dieses Konzept jetzt in einer Krise steckt, darf ich doch nicht sofort aufgeben, vor allem, wenn das Messekonzept von den verbleibenden Marktpartnern fuer richtig gehalten wird. Das Problem kann ich nur loesen, wenn ich mich mit den Kerngruppen, die eine solche Messe wollen, zusammensetze und ueberlege, was gebraucht wird. Bei Teilgelaendemessen wie der Systec ist die Konzeption und die Qualitaet des Informationsausstausches von Besuchern und Ausstellern das A und O. Stimmen diese beiden Komponenten, ist es mir gleichgueltig, ob die Messe 30000 oder 100000 Quadratmeter belegt.

CW: Worin unterscheidet sich Systec "neu" von der Systec "alt"? Wo setzen Sie neue Schwerpunkte?

Vom Hoevel: Die Schwerpunkte liegen heute in der Vernetzung der IT- Technik im Gesamtunternehmen. Frueher konzentrierte sich die Messe ausschliesslich auf die C-Techniken wie CAD, CAM, CAQ usw. Jetzt steht die Durchgaengigkeit der Automatisierung, Leittechnik, Steuerung, Sensorik, Qualtitaets-Management, Prueftechnik, und Testsysteme etc. im Vordergund. Und diese Verknuepfung aller Bereiche, wenn Sie so wollen, die intelligente Loesung fuer das Fertigungsunternehmen, ist das Zentralthema der Systec auch in Zukunft..

CW: Zur Systec 1992 kamen 565 Aussteller - knapp 200 weniger als zur vorangegangenen Messe. Wie sieht das in diesem Jahr aus?

Vom Hoevel: Ich bin stolz darauf, dass ich mich nicht entmutigen liess. Natuerlich ist es nicht schoen, wenn nach 25 erfolgreichen Jahren als Messe-Manager ploetzlich solche marktbedingten Einbrueche zu verzeichnen sind. Ich selbst war auf dem Pruefstand und musste mich fragen, ob denn alles noch stimmig war, was ich mir ausgedacht hatte. Ich musste eine ganze Menge Kritik einstecken. Selbst meine Kollegen in Hannover erklaerten, "CIM ist tot, die Systec auch". Daher freut es mich um so mehr, dass zur diesjaehrigen Sytec 408 Aussteller aus 13 Laendern kommen. Und zwar sind die Topnamen wieder dabei. Diese Firmen begruessen die Systec als anwender- und systemorientiertes Forum.

CW: Glauben Sie nicht, dass die Systec noch weiter schrumpfen wird?

Vom Hoevel: Nein. Die Firmen, die wir jetzt haben, repraesentieren die Welt der Fertigung. Sie sehen in dem Konzept eine grosse Chance. Sie haben erkannt, dass es fuer sie keine geeignete Spezialplattform neben der Systec gibt. Die Messe hat mir dieses Mal viel Aerger bereitet, aber ich glaube, dass gerade fuer die Fertigung - auch vor dem Hintergrund der Auslagerung von Fertigungsbetrieben ins Ausland - intelligente informationstechnische Loesungen wichtig bleiben. Deshalb hat die Messe eine Zukunft.

CW: Sie gehen Ende des Jahres in den Ruhestand. Wird das von Ihnen eingefuehrte Messe-Verbund-Konzept auch nach Ihrem Ausscheiden fortgefuehrt?

Vom Hoevel: Meine Nachfolger werden die Kontinuitaet wahren. Ausserdem werde ich der MMG sehr verbunden bleiben.

Mit Gerd vom Hoevel, Geschaeftsfuehrer der Muenchner Messegesellschaft, sprach CW-Redakteur Christoph Witte.