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29.07.1977 - 

EKG per DFÜ:

Ich möcht' gern dein Herz klopfen hör'n

Die automatische Auswertung von Elektrokardiogrammen (EKG) mit Rechnerhilfe gehört zu den ältesten Computeranwendungen in der praktischen Medizin. Doch blieb die computergestützte EKG-Auswertung bisher auf wenige Großkliniken und Forschungszentren beschränkt - zu hoch der technische Aufwand, den ein derartiges Verfahren erforderte. Im Geleitzug der Mikrocomputer-Invasoren kommen jetzt neue Konzepte daher, die der Herzmessung per Computer die Praxistür auch des niedergelassenen Internisten öffnen sollen. Ergebnis der Miniaturisierung ist das neue Siemens-Gerät "Sicard-Basic"; die telefonische Übertragung von EKGs und ihre Auswertung in Rechenzentren haben IBM und die Schwarzer GmbH in Zusammenarbeit realisiert.

Mit Sicard-Basic offeriert Siemens niedergelassenen Ärzten, Sanatorien und kleinen Krankenhäusern ein auf einem Mikrocomputer basierendes System, das "computergerecht" aufgezeichnete Elektrokardiogramme in fünf Minuten automatisch auswertet. Sicard arbeitet nach Siemens-Angaben bereits wirtschaftlich, wenn 30 EKGs am Tag ausgewertet werden - die Kosten pro Befund belaufen sich dann auf unter fünf Mark.

Das Gerät kann direkt an die EKG-Aufnahmegeräte angeschlossen werden.

Der Mikro hat eine Speicherkapazität von maximal 28 K Worten und ist mit einer Zwillings-Floppy-Disk ausgestattet, die bis zu 200 Auswertungen aufnimmt.

Das von der Firma Schwarzer GmbH entwickelte EKG-Terminal-System ETS 3000, in dem ein Mikrocomputer PCU der PCS GmbH (München) steckt, ist für die Aufzeichnung der analogen EKG-Signale "vor Ort", ihre Umwandlung in digitale Werte und Speicherung auf Floppy-Disk geeignet. Alle Daten werden in digitaler Form über Telefonwählleitungen in ein IBM-Rechenzentrum übertragen, wo die Analyse "gerechnet" wird. Nach der Verarbeitung gehen die Ergebnisse und Diagnose-Vorschläge per DFÜ an das EKG-Terminal zurück und werden dort ausgedruckt. Die Berechnung der Rechenzentrums-Dienstleistung erfolgt nur bei Inanspruchnahme, die Kosten sind kontrollierbar. Weiterer Vorteil: Der Diagnosetext ist standardisiert, so daß die Befunde exakt vergleichbar sind.