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08.12.1995

"Ich sehe Alpha nicht als direkten Intel-Konkurrenten"

CW: Welche Rolle spielt Digitals FX-32-Technologie, die Ihr Unternehmen auf der Comdex angekuendigt hat?

Palmer: Fuer uns ist das eine sehr wichtige Technologie, weil damit Applikationen, die fuer das Win-32-Interface geschrieben sind, sehr effizient auf Alpha-Plattformen laufen koennen. Mit dieser Uebersetzungssoftware und der hoeheren Leistung der Alpha-Systeme arbeiten die meisten Anwendungen ohne Rekompilierung mit sehr akzeptabler Geschwindigkeit - ganz anders, als wenn emuliert wird.

CW: Koennen Sie sich vorstellen, dass ein Alpha-Rechner mit dieser "Uebersetzungssoftware" eines Tages auch in den Bereichen eine realistische Alternative zu Intel darstellt, in denen dieser Hersteller dominiert?

Palmer: Ja, das ist moeglich. Es kommt darauf an, wie gross der von uns gebotene Leistungsvorteil ist. Eine echte Chance bietet sich im Rahmen der Umstellung auf den P7, weil Intel hier verschiedene Herausforderungen bewaeltigen muss. Denken Sie beispielsweise an die Umstellung von der CISC- auf die RISC-Architektur. Intel muss ausserdem nicht nur die Rueckwaertskompatibilitaet zur x86-Architektur sicherstellen, sie wollen auch versuchen, diese fuer die PA-RISC- Technologie von Hewlett-Packard zu bewerkstelligen. Da HP und Intel auch noch den leistungsstaerksten Prozessor bieten moechten, haben sie sich erheblichen Herausforderungen zu stellen.

CW: Wird DEC jemals von Intel-Technologie unabhaengig sein?

Palmer: Das kann ich mir angesichts des grossen Geschaeftsvolumens, das wir mit Intel-Systemen realisieren, nicht vorstellen, und dieses Business waechst weiter. Ich sehe Alpha nicht als direkten Konkurrenten. Die CPU ist oberhalb von Intel-Prozessoren positioniert, fuer die Anwendungen, die wirklich viel Rechnerpower benoetigen.

CW: Waere es richtig, zu behaupten, Sie haetten Haus und Hof auf Alpha gewettet?

Palmer: Nein. Richtig ist, dass wir uns mit der Entwicklung dieser Architektur um die Beduerfnisse unserer Kunden gekuemmert haben. Mit VAX-Rechnern hatten wir die zweitgroesste installierte Basis in der Branche. Fuer diese Anwender musste ein Migrationspfad gefunden werden, der es erlaubt, kontinuierliche Leistungszuwaechse zu bieten. Und damals gab es keine entsprechende Plattform, die kommerziell verfuegbar war.

CW: Sprechen wir ueber den PC-Markt. Warum sind Sie im Sektor Home- PCs noch nicht besser vertreten?

Palmer: Zunaechst wollten wir in den Geschaeftsfeldern wachsen, in denen wir uns am besten auskennen. Den Retail-Sektor gehen wir erst jetzt und sehr selektiv an. Da kann man sehr schnell Geld verlieren. Dennoch muessen wir dort praesent sein, weil sich im PC- Geschaeft alles um Volumen dreht.

CW: In der Presse war zu lesen, dass Digital die Anstrengungen verdoppelt, um im Consumer-Markt Fuss zu fassen, obwohl das Unternehmen in diesem Sektor Geld verliert. Ist das korrekt?

Palmer: Ja, wir verlieren Geld, und ja, wir verdoppeln unsere Anstrengungen. Mit Bruce Claflin (vorher IBM, Anm. d. Red.) haben wir gerade einen neuen Chef fuer dieses Geschaeft ernannt, der angetreten ist, um dieses Business profitabel zu machen.

CW: Haben Sie Claflin auch einen Zeitrahmen gesetzt, bis wann er DEC unter die fuenf weltweit fuehrenden PC-Anbieter zu bringen hat?

Palmer: Das ist kein so wichtiges Ziel - fuer mich ist wichtig, unter den ersten zehn und profitabel zu sein. Um in diesem Geschaeft zu den Ueberlebenden zu zaehlen, brauchen Sie ein hohes Volumen. Das koennen wir inzwischen vorweisen. Im letzten Jahr haben wir mehr als eine Million Einheiten ausgeliefert, und in diesem Jahr ist das PC-Geschaeft im ersten Quartal bereits um mehr als 30 Prozent gewachsen.

CW: In welche Geschaefte wird Digital kuenftig verstaerkt investieren?

Palmer: In Mobile-Computing, Internet und Connectivity-Software, objektorientierte Technologie und in jede Art von Middleware werden wir Geld hineinstecken. Wir gehen davon aus, dass die meisten unserer Firmenkunden am Ende des Jahrzehnts verschiedene Betriebssysteme gleichzeitig haben werden. Unsere Software soll diese unterschiedlichen Umgebungen verbinden - zum Beispiel Bruecken zwischen Unix und NT oder zwischen Corba und OLE bauen

Mit Robert Palmer, Chairman und Chief Information Officer von Digital Equipment, sprach Don Tennant, Chefredakteur der Computerworld Hongkong.