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04.06.1976 - 

CW - Interview mit einem außergewöhnlichen Computer - Fach"mann":

"Ich weiß, wie lC's gebaut werden"

Unerkannt von Ausstellern und Besuchern weilte am 2. Mai ein bemerkenswerter Computerfachmann in der CeBIT - Halle:- Thomas Breuel; 11 (in Worten: elf) Jahre, aus Hannover. CW sprach mit Thomas:

CW: Thomas, seit wann beschäftigst du dich mit Computern?

Thomas: Mit 4 Jahren habe ich angefangen zu lesen, und seitdem habe ich mir Programmierbücher beschafft d. h. meine Eltern haben sie mir gekauft. Soviel Taschengeld bekam ich damals noch nicht. Wenn ich dann heute mal Bücher bekomme, etwa zum Geburtstag oder zu Weihnachten, dann wird das meist sehr teuer. Mein teuerstes war jetzt eine Rechenmachine für 1000 DM.

CW: Kannst du die programmieren?

Thomas: Ja. Aber trotzdem ist sie nicht für mich das Richtige. Also ich wünsche mir ja einen Computer für 30 000 DM. Und mit dem werde ich dann wohl zufrieden sein.

CW: Was willst du später einmal werden?

Thomas: Das kann ich noch nicht sagen.

CW: Nicht unbedingt Computerfachmann?

Thomas: Nein, das kann ich also noch nicht sagen. Ich werde wahrscheinlich in den staatlichen Dienst gehen, dort ist man gesichert. Da kann man nicht 'rausgeschmissen werden.

CW: In die CeBIT - Halle bist du also gekommen, um dir die Computer anzuschauen. Hast du dich darauf vorbereitet, weißt du, welche Firmen hier sind? Gehst du zu bestimmten Firmen und weißt du, welche neuen Computer hier sind?

Thomas: Ich kenne noch nicht viele Computerfirmen außer Hewlett - Packard und Wang. Von ihnen habe ich nämlich eine Anzeige gelesen. Die ist allerdings schon mehrere Jahre alt. Ich habe von meinem Großvater so einen Stapel wissenschaftliche Zeitschriften bekommen, und da habe ich das dann drin gefunden.

CW: Was programmierst du, Thomas? Stellst du dir die Aufgaben selbst?

Thomas: Alles mögliche. Z. B. Mittelwerte - das habe ich jetzt auch schon auf Magnetkarte gelesen. Dann habe ich jetzt ein Programm zum Dividieren ohne das Divisionszeichen zu verwenden, mit Subtraktionen ohne Verzweigungen und noch einigen anderen Funktionen. Denn das ist ja nun wirklich blöd, wenn man das mit einer einfachen "geteilt durch" - Taste machen kann.

CW: Hast du schon einmal in eine Computerfirma hineingeschaut?

Thomas: Nein, aber ich weiß, wie die IC's gebaut werden... (Thomas hat es uns erklärt!)

CW: Ist denn der Mathematikunterricht in der Schule überhaupt interessant für dich? Oder langweilst du dich?

Thomas: Das kann man sagen. In manchen Stunden kann ich also echt schlafen.

CW: Hast du einen Freund, der mit dir arbeitet?

Thomas: Nein, ich mache es allein. Und dann musiziere ich auch noch, ich spiele Querflöte. Mein Lehrer ist sehr mit mir zufrieden.

CW: Der Mathematiklehrer auch?

Thomas: Es gibt schon manchmal Schwierigkeiten. Mein Lehrer sagt zu mir: "Nimm bloß die Hand runter, ich weiß ja, daß du es weißt." So komme ich dann nie dran.

CW: Und wie reagieren deine Schulkameraden darauf?

Thomas: Denen ist alles völlig egal. Sie wundern sich nur, daß ich keinen Fußball spiele. Sportlich mache ich außer Schwimmen und Tennis nichts. Also ich tauche da längs durch ein Becken durch. Ich tauche auch bis auf den Grund, das macht mir riesigen Spaß. Leider findet man auf dem Grund nichts, was man hochholen kann.

CW: Was ist dein Vater von Beruf?

Thomas: Ministerialdirigent. In einem Finanzministerium. Das hat aber nichts mit dem Finanzamt zu tun, nicht daß Sie einen schlechten Eindruck bekommen . . . (und dann verriet uns Thomas, wie er auf das Messegelände gekommen ist - Zutritt erst ab 16 Jahre gestattet! - und bat: Das schreiben Sie bitte nicht rein).