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Low-Price ist für die Industrie kein Kaufkriterium:


31.10.1986 - 

ICI hat ersten Ärger mit Amstrad-PCs

LONDON (CWN) - Ärgerlich reagierte die britische Amstrad Consumer Electronics vergangene Woche auf Behauptungen aus verschiedenen Lagern, wonach die Kompatibilität des PC 1512 zum IBM-Standard in Frage gestellt wurde. Insbesondere beim Großanwender ICI wurden jetzt Zweifel geäußert. Die MS-DOS Maschine wird in der Bundesrepublik von Schneider vertrieben.

Stein des Anstoßes war ein Bericht, der in der britischen Tageszeitung Sunday Times veröffentlicht wurde; darin hieß es, daß sich der Chemiegigant ICI Plc. im Zuge umfangreicher Tests gegen den Einsatz von Amstrad-Mikros ausgesprochen habe. Welche Probleme dabei konkret zu Tage traten, ging aus dem Bericht zwar nicht hervor, doch wurde in der PC Business World parallel dazu ein Testbericht veröffentlicht, in dem die Rede von Überhitzung und daraus folgender Spannungsunterver(...)gung war. Laut Business World (...)stallisierte sich bei einigen PC1512-Usern heraus, daß sowohl die Monitor-Emission wie auch die Abstrahlung des im Bildschirm integrierten Netzteils im schlimmsten Fall zum Datensalat im Hauptspeicher geführt habe.

Anstatt jedoch konkrete, warnende Hinweise für die Anwender dieses Rechners parat zu haben, hielt sich Amstrad-wenngleich verärgert- zu diesen Vorwürfen bislang eher bedeckt. Gleichwohl äußerte sich ein ICI-Sprecher zu den umfangreichen Beta-Tests, die im Vorfeld einer Kaufentscheidung im eigenen Hause durchgeführt wurden: "Wir haben- obwohl diese Testreihe noch nicht abgeschlossen ist - mittlerweile unsere Zweifel, ob das Gerät für alle momentan verfügbaren PC-Applikationen geeignet ist." Eine Vorentscheidung ergab sich allerdings beim Betrieb innerhalb eines Netzwerkes: "Probeweise wurde ein 1512 in ein Token-Ring-Netz eingebunden. Resultat: Das Netz brach auf der ganzen Linie zusammen."

Die Wurzel allen Übels, so vermuten die ICI-Verantwortlichen, liegt in der Lüftung des Rechners begründet; sie ist offensichtlich zu schwach ausgelegt und führt zu schneller Überhitzung, was als Folge für den Hauptspeicher fatale Auswirkungen haben kann. Auch der Einsatz einer steckbaren Festplatte lief nach den Angaben von ICI bei diesem Modell nicht ganz unkritisch ab: Ein Sprecher gab an, daß bereits kurze Zeit nach Inbetriebnahme des Mikros "das ganze System ziemlich heiß wurde, selbst, als das Gehäuse probeweise entfernt wurde; nach zwei Stunden Betrieb trat dann Überhitzung beim Netzteil auf - und der Rechner versagte seinen Dienst".

Nach ICI gibt es indes noch eine ganze Reihe interessierter Unternehmen, die ebenfalls mit Hilfe von Testreihen die Kompatibilität zu bestehender Applikations-Software feststellen wollen. Diese bis jetzt allerdings eher negativen Erfahrungen waren für die britische IBM gleichwohl ein gefundenes Fressen: Diverse Händler wurden von Big Blue vorgewarnt, die Amstrad-Maschine ins Programm aufzunehmen, da für den Token-Ring-Anwender nicht nur die Gefahr eines Exitus für die Maschine, sondern auch für das gesamte Netz bestehe. Erste Auswirkungen hatten diese Vorkommnisse in der Zwischenzeit auch für den Aktienmarkt; an der Londoner Börse fiel der Preis pro Aktie um rund 10 Pence auf einen neuen Stand von 118 Pence.