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08.01.1988 - 

Britische Anwender enttäuscht über Produktionsstopp:

ICL fertigt ME29 nur noch in Indien

LONDON (CWN) - Die Produktion ihrer Mainframe-Serie ME29 will die International Computers Ltd. (ICL) einfrieren, obwohl ein Viertel der betroffenen Anwender bei diesem Rechner bleiben will. Das Unternehmen teilte der CW-Schwesterzeitung COMPUTER NEWS mit, es habe die Herstellung des Systems in Großbritannien gestoppt. Ein Sprecher fügte hinzu, daß noch ein gewisses Kontingent auf Lager sei und die gemeinsam mit der Regierung in Indien gegründete Niederlassung mit der Produktion der Maschine fortfahren werde.

Britische Anwender der ME29 zeigten sich enttäuscht von dieser Ankündigung. Harry Wilkinson, der DV-Manager von William Clows, sagte: "Wir werden vermutlich zu einem anderen Hersteller wechseln, wenn wir an die Grenzen unserer Anlage gestoßen sind."

ICL gab bekannt, sie werde die ME29 bis Mitte der neunziger Jahre unterstützen. Eine Untersuchung der Medium Systems User Group des Unternehmens zeigte, daß 26 Prozent der betroffenen Anwender innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre bei ihrer Anlage bleiben möchten. Mehr als 23 Prozent dieser Gruppe würden auf ein leistungsfähigeres Modell der ME29-Serie umsteigen, so die Studie, und 21 Prozent planten, mehrere solcher Maschinen zu installieren.

Von den restlichen Befragten gab knapp die Hälfte an, sie wolle zu der neuen Mainframe-Serie 39 wechseln, die unter dem unternehmenseigenen Betriebssystem VME läuft. Dagegen erklärten rund 19 Prozent dieser Gruppe, sie würden in den nächsten zwei bis drei Jahren auf Rechner anderer Hersteller umsteigen.

Von den insgesamt rund 1000 ME29-Usern in Großbritannien beteiligten sich etwa 250 an der Umfrage. ICL versucht jetzt, seiner bestehenden Kundschaft und neuen Anwendern den Umstieg auf die Serie 39 schmackhaft zu machen.

Der Geschäftsführer der bundesdeutschen Tochter in Nürnberg, Dr. Ott, erklärte dazu: "Der Produktionsstopp in Großbritannien hat keine Auswirkung auf die Anwender hierzulande, da in Indien noch weiterproduziert wird. Wer also partout innerhalb der ME29-Welt bleiben möchte, wird auch Nachschub bekommen." Auch gebe es keine Probleme beim Umstieg von der ME29 auf die Serie 39, da mit Hilfe eines virtuellen Monitors das Betriebssystem der älteren Anlage auf der neuen emuliert werde und Anwendungen einschließlich der Peripherieprogramme nicht neu geschrieben werden müßten.