Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

26.04.1991 - 

Fujitsu-Tochter beschwert sich in Brüssel

ICL ist gegen Frankreichs Subventionspläne für Bull

BRÜSSEL (CW) -Einwände gegen die Kapitalspritzen der französischen Regierung für die Groupe Bull hat ICL in Brüssel erhoben. In einem Schreiben erinnerte ICL-Chairman Peter Bonfield die EG-Kommissare an ihre Verpflichtung, einen offenen und wettbewerbsorientierten Einheitsmarkt zu erzeugen.

Bonfield gab in seinem Brief an den EG-Kommissar Sir Leon Brittan weiter zu bedenken, daß die Subventionspläne des französischen Staates nicht nur zu einer kurzfristigen Marktverzerrung führen, sondern auch andere europäische Computerhersteller ermuntern könnten, ihre Regierungen um finanzielle Hilfe zu ersuchen. Wie berichtet, beabsichtigt Frankreichs Regierung, der Groupe Bull in diesem und im nächsten Jahr eine Kapitalspritze von insgesamt vier Milliarden Franc zukommen zu lassen. Die EG-4Kommission forderte bereits ausführliche Informationen in Paris an, um die Maßnahmen intensiv zu prüfen (siehe auch CW Nr. 16 vom 19. April 1990, Seite 3).

In den Reihen des Pariser Computermultis wurde der Vorstoß ICLs mit Unverständnis aufgenommen. Gegenüber der "Financial Times" erklärte ein Bull-Sprecher, ein solches Schreiben könne nicht von London aus initiiert sein, vielmehr stecke wohl Fujitsu dahinter.

Der japanische Elektronikkonzern hält seit dem Sommer letzten Jahres 80 Prozent an dem britischen Computerhersteller, was ICL seitdem eine Menge Ärger auf dem Alten Kontinent eingebracht hat. So erkannte das Jessi-Board erst vor kurzem dem Unternehmen den europäischen Status ab und schloß die Briten von drei Projekten aus.

Insider vermuten denn auch, daß es sich bei ICLs Aktion um eine "Antwort" auf diese Anti-ICL-Kampagne handelt, an der die Franzosen maßgeblich beteiligt gewesen sein sollen. Bull-Chef Francis Lorentz hatte bereits im vergangenen Jahr nach Bekanntwerden des Fujitsu-Deals erklärt für ICL mußten europäische Forschungsprojekte künftig verschlossen bleiben.