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16.11.1979 - 

Standardlösung für den Mineralölhandel:

ICL läßt "BLAI" aus der Pipeline

NÜRNBERG (je) - Das Brennstoff-Landhandels-Auskunfts- und Informationssystem "BLAI", entwickelt von ICL in Zusammenarbeit mit Mineralölhändlern, soll das Management in Mineralölunternehmen unterstützen und zu größerer Wirtschaftlichkeit, Informationsqualität und Transparenz im Betrieb beitragen. Damit ist nun auch ICL in die Reihe der Anbieter von Standard-Branchenlösungen für den Mineralölhandel getreten. ICL verweist darauf, daß BLAI alle Forderungen der Praxis in kleinen bis mittelgroßen Ölhandelsunternehmen abdeckt: "Eine Software, die nicht das Gradtag-System, die Auftragsbearbeitung, das Kundennotizbuch integriert, wird keine Chance zur Realisierung haben."

Insbesondere die BLAI-Moduln "Auftragserfassung", "Lieferschein- und Tourenliste" sowie "Fakturierung und Statistik" stellt ICL heraus.

Dem Sachbearbeiter am Bildschirm eines Ölhändlers werden alle Informationen, die sein Sachgebiet betreffen, zur Verfügung gestellt. So kann ein Verkäufer beispielsweise alle verkaufsrelevanten Daten abrufen, Daten eingeben und bestimmte Programme zur Verarbeitung aufrufen. Durch Eingabe eines kompletten oder verkürzten Matchcodes (dem Suchbegriff) können zum Beispiel die Daten des Kunden Hermann Müller direkt auf dem Bildschirm dargestellt werden.

Sofern dem Verkäufer nur der Familienname des Kunden bekannt ist, genügt auch die Eingabe von "Müller", in diesem Fall werden alle Kunden mit diesem Familiennamen auf dem Bildschirm gezeigt und der Verkäufer kann sich den "richtigen" auswählen. Der Kundeninformations-Bildschirm gibt neben der vollständigen Anschrift des Kunden auch Auskunft über den aktuellen Stand der Forderungen, das Zahlungsverhalten, die Größe des Tanks, den aktuellen Tankinhalt (nach dem Gradtag-System), den letzten Bezug sowie Datum, Menge und Preis, den verfügbaren Lagerbestand des Artikels und andere Informationen.

Mit dem Kunden-Bildschirm kann (und wird in den meisten Fällen) die Auftragserfassung erfolgen. Mit der Auftragserfassung, die von der Eingabe her nur so knapp wie nötig konzipiert wurde, wird die Grundlage für alle Nachfolgeprogramme (Lieferscheinschreibung, Fakturierung, Statistiken, Finanzbuchhaltung) gelegt. Neben Auftragsnummer, Liefertermin, Menge und vereinbartem Preis kann der Verkäufer auch Lieferhinweise oder sonstige Texte eingeben, die später auf dem Lieferschein oder Rechnung (oder auf beiden) erscheinen.

"Notizbuch" hält Sonderangaben über Kunden fest

Sofern der Kunde keinen Auftrag erteilen will, sondern ein Angebot erwartet, so kann auch dieser Angebots-Auftrag am Bildschirm erfaßt und mit Hilfe einer sogenannten "Textkonserve" automatisch erstellt werden. Dies gilt ebenso für Werbeschreiben und andere Standard-Korrespondenz trennt verwaltet werden. Einen eigenen Komplex bildet das bundeseigene Lager Unter Materialwirtschaft läuft auch die Bestandsführung des Fertigwarenlagers. Es handelt sich im einzelnen um folgende Programmkomplexe:

- Stammdaten-Erfassung und -Verwaltung;

- Bestandsführung der diversen Materiallager sowie der Fertigwarenlager;

- Bestellwesen;

- Stücklisten- und Arbeitsplanverwaltung, Materialplanung;

- Listungen und Statistiken.

Wie umfangreich das Datenvolumen inzwischen geworden ist, zeigt ein Blick auf das Mengengerüst: rund 20 500 Artikel-Stammsätze, zirka 11 000 Lagerortstammsätze (Aufgliederung des Gesamtbestandes auf die einzelnen Lagerorte), 33 000 Stücklisten- oder Arbeitsplanpositionen, 500 Lieferantenstammsätze, monatlich etwa 10 000 Materialbewegungen, durchschnittlich 2500 zu verwaltende Bestellungen mit zirka 5200 Positionen, rund 5000 Statistik-Sätze, 6500 Kunden- und Interessentenadressen auf Adreß-Datenbank.

Die Bestandsführung des Materiallagers erfolgt von vier verschiedenen Terminals aus. Noch im Ausbau befindet sich das Programm für die Bestelldisposition. Es sind auf der Materialwirtschafts-Datenbank Mindest- und Maximalbestände gespeichert. Programmgesteuert können keine Minderbestände verbucht werden. Die Stücklisten für die Fertigungsaufträge werden jeweils mit dreiwöchigem Vorlauf wöchentlich aufgelöst, um den Materialbedarf zu ermitteln. Ziel der Arbeitsplanverwaltung ist die automatische Kapazitätsverwaltung. Die Arbeitspläne enthalten die Vorgabezeiten für die einzelnen Arbeitsgänge. Das Programm befindet sich noch im Ausbaustadium. Für die Materialplanung werden, basierend auf den Stücklistendaten, die Bruttobedarfslisten ausgedruckt. Sofern keine Änderungen über Bildschirm erfolgen, werden die Materialanforderungsscheine automatisch ausgedruckt. Für die Stücklistenverwaltung hat Klaus Wallat einen eigenen Stücklistenprozessor entwickelt, der teilweise auf der Datenbank Image und teilweise auf einer Auflösungslogik basiert.

Die Fachabteilungen verfügen über einen Programmkatalog der möglichen Auswertungen, zu denen sie eine Zugriffsberechtigung haben. Die Sachbearbeiter können dann die Statistiken und Listungen über ein Bildschirmterminal selbst abrufen oder von der EDV-Abteilung machen lassen.

Sämtliche Programme sind in Cobol nach den Regeln der strukturierten Programmierung geschrieben. Dabei wurde eine umfangreiche Unterprogrammbibliothek aufgebaut, auch für anwendungsspezifische Applikationen. Datenbank- und Data-Entry-Library-Aufrufe sind in eigene Unterprogramme eingebettet worden, so daß neue oder externe EDV-Mitarbeiter auch ohne spezifische Datenbank- und Bildschirmverwaltungskenntnisse sofort für Programmieraufgaben eingesetzt werden können.

Ausbau zum integrierten Gesamtsystem geplant

Die Programme des Fertigungsbereichs sollen weiter ausgebaut werden. Außerdem will man die Bereiche die Bereiche, die man bisher noch extern verarbeitet, möglichst im nächsten Jahr auch auf die HP 3000 übertragen. Dazu ist es notwendig, dialogorientierte Software für Lohn und Gehalt sowie die Finanzbuchhaltung und die Auftragsbearbeitung anzuschaffen. Falls es bis dorthin passende

Standardprogramme oder Applikationen anderer HP-Anwender gibt, die übernommen werden können, ist Autoflug nicht unbedingt erpicht darauf, eigene Programme zu stricken. Ziel der EDV-Bemühungen der Firma Autoflug ist es ein integriertes Gesamtsystem zu schaffen, das die Fertigung und den kaufmännischen Bereich umfaßt. Dazu wird es notwendig sein CPU-Kapazität aufzustocken, ein weiteres Plattenlaufwerk und zusätzliche Bildschirme anzuschaffen.

Mit der Verteilung der bis dato vorhandenen 16 Bildschirmarbeitsplätze über die einzelnen Fachabteilungen ist Autoflug seinem gegenwärtigen EDV-Organisations-Status schon ein Stück voraus. So verfügt die Buchhaltung schon über ein eigenes Terminal, obwohl es hierfür noch keine hauseigenen Programme gibt. Diese Fachabteilung kann sich aber bereits langsam an den Computer gewöhnen, indem sie via Bildschirm Kalkulationen erstellt, die auf Stücklistendaten basieren, und Daten für kleine Statistiken (Umsatz) selbst erfaßt. Von den 18 Terminals sind übrigens 12 lokal, eins über ein Wählmodem und drei über Standleitung remote angeschlossen, wobei ein Online-Bildschirm und der Typenraddrucker (er wird als Quasi-Hardcopy-Drucker für Bildschirminhalte benutzt) im Werk Kiel stehen.

Die Vorteile des hauseigenen Computersystems sind nach Auskunft von EDV-Leiter Klaus Wallat gewichtig. Neben der schon eingangs erwähnten 18prozentigen Reduzierung der Lagerbestände war es unter anderem möglich, die Fertigungsplanung/-steuerung organisatorisch so weitgehend zu unterstützen, daß mit fast gleicher Personalkapazität die Arbeit bewältigt werden konnte, obwohl sich das Volumen dort in den letzten zwei Jahren verdreifacht hat. Sehr zu schätzen weiß man in Rellingen den Nutzen der Dialogverarbeitung: alle Daten im Direktzugriff, größere Datentransparenz, schnellerer Zugriff auf bestimmte Informationen (vor allem für das Management), weniger Papier, da der eine sofort über Bildschirm abfragen kann, was der andere gerade geändert hat. Nachteile, die man Hewlett Packard anlasten könnte, wurden nicht entdeckt, wenn man von dem zu geringen Angebot an fertiger Benutzersoftware absieht. Die Anlage arbeitet extrem benutzerfreundlich, die Systemsoftware ist ausgereift, es gibt kaum Systemabstürze. Stünde Autoflug heute nochmals im Beginn, würde man mit den Implementierungen allerdings etwas langsamer vorgehen. Klaus Wallat: "Es wäre besser gewesen, wenn wir gleich ein Anwenderhandbuch erstellt und die Mitarbeiter der Fachabteilungen noch intensiver geschult hätten." So haben die Sachbearbeiter nicht in allen Fällen schon voll die Möglichkeiten erkannt, die ihnen der direkte Zugriff auf ein Computersystem wie die HP 3000 bietet. Von der Kostenseite her hat sich die Sache auch gelohnt: mehr Output für das gleiche Geld.