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26.01.1990 - 

Britisches Unternehmen will die Standards der 90er Jahre mitprägen

ICL liefert die ersten Minis mit Unix System V Release 4.0

LONDON (zek) - Mit einer neuen Serie von Mehrplatzsystemen steigt die britische International Computers Ltd (ICL) in den Markt RISC-basierter Rechner mit Unix System V Release 4.0 ein. Die Serie DRS 6000 tritt gegen die Wettbewerbssysteme NCR, Unisys und Hewlett-Packard an.

Durch den Einsatz der neuesten Unix-Version erhofft sich ICL einen Marktvorsprung von rund einem jahr.

Die neuen Systeme sollen laut ICL "die Standards für die 90er

Jahre" mitbestimmen. Diese Standards beruhen in erster Linie auf der RISC-Architektur und dem Unix-Betriebssystem. Beim Prozessor entschied sich ICL für den Sparc von Sun, der mittlerweile von verschiedenen Unternehmen in Lizenz hergestellt wird. Als Entwicklungspartner von AT&T hat ICL den Referenz-Quell-Code entwickelt, mit dessen Hilfe Unix V 4.0

auf Sparc-Systemen laufen kann. Diese Erfahrungen, zusammen mit dem Engagement von ICL in Unix International und X/Open, waren die Grundlagen für die Entwicklung der Systeme DRS 6000.

Europa-Engagement zahlte sich für ICL aus

Zunächst wurden zwei Modelle eingeführt: Level 40 mit einer Leistung von 17,5 MIPS und 16 Megabyte Hauptspeicher und Level 50 mit 23 MIPS und 32 Megabyte. Als nächstes sollen Multiprozessor-Systeme mit Leistungen von mehr als 60 MIPS vorgestellt werden. An einen Server können nach Herstellerangaben bis zu 1000 Arbeitsplätze angeschlossen werden. Typische Anwenderkonfigurationen sollen aber bei rund 50 bis 200 Terminals liegen. Als Massenspeicher dienen zwei eingebaute 51/4-Zoll-Laufwerke mit einer Kapazität von 760 Megabyte (unformatiert). Bis zu fünf weitere Laufwerke können im Rechnergehäuse untergebracht werden, neun weitere im Erweiterungsgehäuse. Als Netzwerk dienen OSLAN, eine ICL-Version von Ethernet, oder TCPIIP und das ISO-Klasse.4-Protokoll.

Bei der Vorstellung der Rechner gab man sich bei ICL betont europäisch. So ist in alle Rechner der neuen Serie das Bürokommunikationspaket "Officepower" integriert, das in allen

westeuropäischen Sprachen verfügbar sein soll. Dieses Europa-Engagement zahlte sich für ICL schnell aus, da die EG-Kommission als erster Anwender DRS6000-Systeme im Wert von rund 2,1 Millionen Mark bestellt hat. Die Mehrplatzsysteme sollen in Kürze im Rechenzentrum der Kommission in Luxemburg installiert werden.

ICL-Chairman Peter Bonfield erklärte anläßlich der Produktvorstellung in London, daß sein Unternehmen weiterhin voll auf Unix setzen werde. Auf die Zukunft von ICL angesprochen meinte er, daß man zur Zeit über genügend Geld verfüge, in Europa das eine oder andere Unternehmen aufzukaufen. Die Gefahr, daß ICL selbst Opfer einer Übernahme werden könnte sieht er nicht. Eine engere Zusammenarbeit mit anderen Konzernen, beispielsweise Fujitsu, könne er sich jedoch vorstellen.

Die DRS-6000-Systeme Level 40 und 50 sind ab sofort lieferbar. Die Preise für ein System 40 liegen bei rund 250000 Mark, für ein System Level 50 bei 350000 Mark.