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24.08.1984 - 

Für 425 Millionen Pfund ist die Zweckehe perfekt:

ICL und STC haben eine Einigung erzielt

NÜRNBERG (ru) - Standard Telephones and Cables (STC) hat dem britischen Computerhersteller ICL jetzt ein Angebot unterbreitet, was dieser offensichtlich nicht mehr ablehnen wollte: Die Telekommunikationsgruppe gibt danach für drei ICL-Stammaktien eine neue STC-Stammaktie. Das von ICL ausgegebene Aktienkapital wird theoretisch mit annähernd 425 Millionen Pfund und ein einzelnes ICL-Papier mit etwa 95 Pence bewertet.

Zwar haben sich die Vorstände beider Unternehmen auf die Übernahmebedingungen geeinigt, doch handelt es sich bislang ausschließlich um eine Offerte, da die Monopolkommission dem Deal noch ihr Jawort geben muß. Das ursprüngliche Angebot STCs hatten die Computerbauer abgelehnt. Wenngleich man sich geschmeichelt fühle ob des Interesses an ICL, verlautete es von der deutschen Tochter in Nürnberg, müsse das Ansinnen jedoch als inadäquat zurückgewiesen werden.

STC hatte vor gut drei Wochen in einer überraschenden Aktion 9,8 Prozent des ICL-Kapitals erworben und einen Preis von 356 Millionen Pfund für die Gesamtübernahme unterbreitet. Den Aktionären hatten die Telekommunikationsleute aus dem UK zwei eigene Aktien für sieben ICL-Stämme angeboten. Hatte der mittlerweile gesundgeschrumpfte DV-Hersteller an der Themse zu diesem Zeitpunkt noch an seine Anteilseigner appelliert, die Finger von dem Köder zu lassen, werden die verbesserten Übernahmekonditionen jetzt als fair bezeichnet und die Aktionäre zum Tausch aufgefordert.

Der Zusammenschluß wird nach den Worten von ICL die eigenen Computersysteme und die Software mit dem Netzwerk und den Übermittlungsanlagen STCs kombinieren. Die Gruppe werde daher künftig ein breites Angebot an Informationstechnologie und Service sowie integrierte Sprach- und Datenkommunikation anbieten.

Furcht haben die Übernahmepläne in der britischen Labour-Partei ausgelöst. Grund ist die 35prozentige Beteiligung des US-Konzerns ITT an STC, die in Politikerkreisen Spekulationen um eine mögliche Abwanderung von ICL-Technologie aus Großbritannien ausgelöst hat. STC hat daraufhin die Versicherung gegeben, daß kein wechselseitiger Technologieaustausch mit ICL erfolge.

In der englischen Presse ist die Ehe zwischen den beiden Unternehmen als positiv bewertet worden. So schreibt die "Financial Times", daß vor allem STC durch den Zusammenschluß gewinnen könne und nachexerziere, was AT&T und Olivetti bereits vorgemacht hätten.