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21.12.1990 - 

Anbieter ohne offene Systeme sind chancenlos

IDC: Anwender sollten die Standards genau studieren

KRONBERG (CW) - Etwa 26 Prozent aller europäischen Rechnerumsätze werden bereits 1994 auf Systeme entfallen, die mit Unix arbeiten. Diese Zahl veröffentlichte jetzt das Marktforschungs-Unternehmen IDC Deutschland GmbH, Kronberg, in der Studie "Offene Systeme - Strategien für die 90er Jahre".

Das Betriebssystem Unix stellt nach der IDC-Studie einen von mehreren Faktoren dar, die ein offenes System kennzeichnen. IDC stützt sich bei der Analyse auf ein Vier-Schichten-Modell, das den Begriff des offenen Systems ganzheitlich beschreiben soll. Unterschieden werden die Bereiche Hardware, Betriebsystem, Daten-Management und Anwendungssoftware sowie die entsprechende Hardware-, System-, Daten- und Benutzerschnittstelle. Wesentliches Kriterium für offene Systeme ist nach Einschätzung der IDC-Experten die Verfügbarkeit von Schnittstellen, die exakt definiert und standardisiert sind, so daß ein Austausch von Produkten zwischen den Systemebenen möglich ist. Als typische Beispiele werden das Hardware-Interface PC Bios, die System-Schnittstellen Posix und Fips sowie die Daten-Schnittstelle SQL genannt.

IDC empfiehlt den DV-Anwendern, sich mit den Standardisierungsansätzen vertraut zu machen. Es sei sinnvoll, nur noch solche DV-Produkte anzuschaffen, die anerkannten Standards so weit genügen, daß sie mit relativ geringem Aufwand austauschbar sind. IDC-Geschäftsführer Manfred Frey: "Auf der Basis offener Systeme lassen sich mit Workstations

und Personal Computern DV-Lösungen realisieren, die in Teilbereichen mit der Leistung

herstellerspezifischer Großrechner mithalten können, jedoch um den Faktor 100 preiswerter sind."

Aufgrund dieser Fakten würde immer mehr Verarbeitungsleistung von Großrechnern auf kleinere Systeme unter Unix verlagert. Bereits 40 Prozent der weltweiten Datenverarbeitung läuft heute auf PCs und Workstations. Aufgrund dieser Marktentwicklung haben laut IDC die dem Trend in Richtung offener Systeme nicht folgen, mittelfristig keine Überlebenschance mehr.

Als Beispiele von Herstellern die de Zeichen der Zeit frühzeitig erkannt haben, nennt die IDC-Studie die Unternehmen NCR und Digital Equipment. IBM halte sich den Weg in Richtung Open Systems mit seinen RS/6000-Rechnern und dem Unix-Derivat AIX offen. Mit der herstellereigenen SAA-Architektur und der AlX-Linie auf der anderen Seite könne sich Big Blue je nach dem Erfolg der Produktlinien entscheiden.