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12.12.2003 - 

Investitionen steigen um sechs bis acht Prozent

IDC identifiziert Trends des Jahres 2004

MÜNCHEN (CW) - Das Marktforschungsinstitut International Data Corp. (IDC) hat vergangene Woche seine "Top 10 IT-Prognosen" für 2004 vorgelegt. Demnach gehen die Analysten im kommenden Jahr von einem spürbaren Anstieg der weltweiten IT-Investitionen aus.

Nach den jüngsten Erkenntnissen der Marktforscher dürfte der Aufschwung im IT-Sektor noch stärker ausfallen als bislang erwartet und sogar in einer Art "Wiederauferstehung der Technik" gipfeln. Nach der IDC-Studie "IDC Predictions 2004: New IT Growth Wave, New Game Plan" wird die für das kommende Jahr zu erwartende Entkrampfung des globalen Investitionsverhaltens die IT-Ausgaben im Vergleich zu 2003 um mindestens sechs bis acht Prozent ansteigen lassen.

Der Hauptimpuls für den Aufschwung soll von der genesenden US-amerikanischen Wirtschaft und einem entsprechenden Nachholbedarf ausgehen. Der dortige Optimismus wird nach Ansicht der Experten die Anschaffungsbereitschaft sowohl auf Seiten der Unternehmen als auch der Privatkunden stimulieren. Weitere wichtige Antriebsfaktoren für das globale Wachstum stellen der mittlerweile gereifte chinesische IT-Markt sowie die von 15 auf 25 Mitgliedsstaaten erweiterte Europäische Union dar, so IDC.

Bei aller Zuversicht sei die frohe Botschaft aber noch mit Vorsicht zu genießen, so das Marktforschungsinstitut: Auch im Jahr 2004 könne jede wirtschaftliche Störmeldung in den Firmen die nächste Streichrunde auslösen.

Der Ausgabenschwerpunkt verlagert sich nach Einschätzung der Analysten von den Bereichen Infrastrukturverwaltung und Kostenkontrolle in Richtung wachstums- und effizienzorientierte Geschäftsinitiativen. Laut IDC werden folgende sechs Prioritäten auf CEO-Ebene das Investitionswachstum im kommenden Jahr maßgeblich bestimmen:

- die Erfüllung gesetzlicher Auflagen (Basel II, Sarbanes-Oxley),

- Produktinnovationen und -entwicklungen,

- die Post-Merger-Integration,

- eine Kundensicht über alle Kanäle und Angebote hinweg,

- ein höherer "Return on invested Capital" (RoIC),

- Auf- beziehungsweise Ausbau von Dienstleistungen.

Offshoring ist nicht zu stoppen

Die Tendenz zum Offshore-Outsourcing dürfte durch die allgemeine Branchenbelebung kaum aufgehalten werden. Drei Jahre Abschwung hätten die Vergabe von IT-Services in Niedriglohnländer gefördert, eine Markterholung werde diese Entwicklung nicht umkehren, so die Auguren. Laut IDC wird sich das diesbezügliche Volumen in den USA im kommenden Jahr auf 16 Millarden Dollar verdoppeln.

Ebenfalls fortsetzen soll sich der Trend zu "Commodity"-Strategien, die sich auf den Einsatz standardisierter Technik stützen. Laut IDC werden sich im kommenden Jahr erstmals nahezu alle führenden Anbieter in den Bereichen Hard- und Software auf x86-basierende 32-/64-Bit-Produkte konzentrieren und diese zum künftigen Schwerpunkt ihrer Computing-Strategien erklären, um von dem zu erwartenden Absatzschub im Bereich der Intel-Server zu profitieren. Für diesen Trend spreche nicht zuletzt die kürzlich angekündigte Partnerschaft zwischen Sun Microsystems und AMD. Vor diesem Hintergrund werde sich auch das kostengünstige quelloffene Betriebssystem Linux weiter durchsetzen und 2004 in den USA erstmals über zehn Prozent des Server-Absatzes ausmachen.

Ein Fragezeichen setzt IDC noch hinter den derzeitigen Modebegriff Utility Computing: Zwar seien Investitionen in virtualisierte Systeme, Application-Sharing zwischen Unternehmen und Bezahlen nach Nutzung langfristig als sichere Wette anzusehen, vorerst kennzeichne aber eher "Futility" (Nutzlosigkeit) den Markt. Nach Ansicht der Experten werden die im kommenden Jahr noch bescheidenen Investitionen zunächst nur dem Infrastruktur-Management dienen und keine Geschäftsprobleme lösen.

Für eine weitere Marketing-Blase halten die Analysten das Thema RFID (Radio Frequency Identification), das im Supply-Chain-Management grundlegende Verbesserungen verspricht: Aufgrund ihrer Fehler- und Interferenzanfälligkeit sowie des derzeitigen Mangels an Industriestandards sei die Funkwellentechnik noch alles andere als ausgereift. Ausgaben und Marketing der Hersteller würden den Investitionen der Kunden noch geraume Zeit weit vorauseilen.

Schlüsselrolle für Westeuropa

Im Bereich der Drahtlos-Technik wird sich im kommenden Jahr viel tun: So erwarten die Analysten, dass sich die Anzahl öffentlich zugänglicher WLAN-Hotspots auf 85000 nahezu verdoppelt. Hierbei wird Westeuropa eine Schlüsselrolle einnehmen. Im Unternehmen hingegen wird sich die Wifi-Verbreitung laut IDC noch hinziehen.

Neue Techniken und Geräte verbreiten sich einmal mehr primär im Privatkundenmarkt: Der Trend geht nach Angaben von IDC einerseits zu Kamera-Handys, DVD-Rekordern sowie Breitband-Netzzugängen, andererseits zum massiven Markteinstieg von "Post-PC"-Anbietern wie Hewlett-Packard und Dell.

Die Anbieter sind gefordert

Die Zukunft des IT-Markts hängt nach Meinung der Experten in erster Linie davon ab, wie sich die Anbieter positionieren: Sie müssten verstehen, wie sich mittels IT Geschäftsprobleme lösen lassen, entsprechende Angebote erstellen und ihren Kunden den Wert der IT in ihrer eigenen Sprache vermitteln können. (kf)