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Branchenprimus Compaq verliert Anteile

IDC prognostiziert gesundes Wachstum im weltweiten PC-Markt

24.03.2000
MÜNCHEN (CW) - Das Marktforschungsinstitut International Data Corp. hat in der vergangenen Woche seine endgültigen 1999er Zahlen zum PC-Markt in den USA und weltweit vorgelegt. Gleichzeitig gaben die Marktforscher eine optimistische Prognose für das erste Quartal dieses Jahres ab.

Weltweit konnte sich der texanische IT-Riese Compaq wie schon in den vergangenen Jahren auf dem ersten Platz behaupten. Die Texaner verkauften 1999 rund 15,76 Millionen PCs und erreichten damit einen Marktanteil (nach Stückzahlen) von 13,9 Prozent. Das entspricht einem Wachstum von 19 Prozent gegenüber 1998, als Compaq 13,28 Millionen Rechner verkaufte, die damals allerdings noch für 14,5 Prozent Marktanteil gut waren. Auf dem zweiten Platz steht 1999 der ebenfalls in Texas beheimatete Direktanbieter Dell, der 11,89 Millionen Rechner absetzte und damit einen Marktanteil von 10,5 Prozent erreichte. Das Wachstum von Dell übers Jahr fällt mit 53 Prozent allerdings deutlich höher aus als das von Compaq. 1998 hatte die Company von CEO (Chief Executive Officer) Michael Dell 7,77 Millionen PCs verkauft und damit einen Marktanteil von 8,5 Prozent erreicht.

Platz drei belegt die IBM, die laut IDC im vergangenen Jahr 9,26 Millionen PCs verkaufen und sich damit einen Marktanteil von 8,2 Prozent sichern konnte. Der allerdings ging trotz eines 16-prozentigen Wachstums nach Stückzahlen (1998: 7,95 Millionen Systeme) gegenüber dem Vorjahr (8,7 Prozent) zurück. Der Viertplatzierte Hewlett-Packard vermochte seine verkauften Stückzahlen von 5,74 Millionen im Jahr 1998 um 32 Prozent auf 7,59 Millionen zu steigern und legte damit auch beim Marktanteil von 6,3 Prozent auf 6,7 Prozent im Jahr 1999 zu.

Für den Münchner Siemens-Konzern und Fujitsu Computers Europe hat sich die Fusion bezahlt gemacht: Fujitsu-Siemens kam gleich im ersten gemeinsamen Jahr laut IDC mit 6,16 Millionen verkauften PCs (plus 26 Prozent) auf einen Marktanteil von 5,5 Prozent und konnte sich damit in der Liste der fünf größten Hersteller weltweit platzieren. Ein Jahr zuvor hatte der kumulierte Anteil der beiden Hersteller bei 5,3 Prozent gelegen, damals waren gemeinsam 4,89 Millionen Rechner abgesetzt worden. Alle übrigen Hersteller kamen 1999 zusammen auf 62,42 Millionen verkaufte Rechner und 55,2 Prozent Marktanteil nach Stückzahlen. Dies bedeutet eine Steigerung von 20 Prozent gegenüber 1998, als der "Rest" 52,02 Millionen PCs verkauft und sich damit 56,8 Prozent vom großen Kuchen gesichert hatte.

Für das laufende Quartal erwartet die IDC im weltweiten PC-Markt ein gesundes Wachstum nach Stückzahlen von 20 Prozent. Allerdings dürften die Auslieferungen im traditionell schwachen ersten Quartal nach Einschätzung der Auguren gegenüber dem vierten Quartal 1999 um neun Prozent zurückgehen. Dies soll sich ausnahmsweise fast ausschließlich im Consumer-Markt niederschlagen, der nach dem Weihnachtsgeschäft nur langsam wieder in die Gänge kommt.

Bei den Geschäftskunden erwarten die Analysten ein gleich hohes Niveau wie im Vorquartal, weil das Investitionshemmnis Jahr 2000 weggefallen ist. "Nachdem die Y2K-Ängste nun überstanden sind und Microsoft Windows 2000 veröffentlicht hat, werden die Unternehmen allerhand in Upgrades investieren", erwartet IDC-Mann John Brown.

Das geografisch betrachtet stärkste Wachstum sehen die Marktforscher in diesem Quartal in Japan und dem gesamten asiatisch-pazifischen Raum kommen (jeweils 32 Prozent). Für die Vereinigten Staaten geht IDC von 20 Prozent Wachstum nach Stückzahlen aus, für Europa sagt das Institut ein Plus von lediglich 10,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr voraus.

Abb.: Direktvertreiber Dell wuchs 1999 schneller als die Konkurrenz und steigerte seinen Marktanteil von 8,5 auf 10,5 Prozent. Quelle: IDC