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09.12.1983

IDC-Studie untersucht Mikrocomputer-Einsatz in der Chefetage:Manager finden zunehmend am PC Gefallen

WIESBADEN (CW) - Langsam aber stetig dringen Mikrocomputer im Rahmen der Büroautomation nun auch in die Management-Etagen vor. Dies hat die International Data Corporation (IDC) festgestellt, die jetzt eine Studie mit dem Titel "Management Workstations Markets Western Europe" veröffentlichte. Dabei zeigt sich, daß die Manager sehr hohe Ansprüche an ihre Workstation stellen: Die Software muß perfekt, aber gleichzeitig simpel zu bedienen sein.

Im allgemeinen vollzieht sich der Studie zufolge die Installation von Management Workstations in drei Schritten:

1. Benutzung eines Mikros als Einplatzsystem,

2. Anschluß des Systems an einen Zentralcomputer,

3. Integration in die gesamte Bürokommunikation.

Besondere Bedeutung kommt dabei den Kommunikationsmöglichkeiten einer Management Workstation zu. Organisationen, die Mikrocomputer mit Mainframes koppeln wollen, sehen sich dabei der Frage gegenüber, welche Übertragungsprotokolle dafür geeignet sind. Die Dominanz der IBM im Großcomputerbereich läßt SNA/SDLC als eine mögliche Antwort erscheinen.

Noch ist vielen Unternehmen die Verbindung der Mikro-Arbeitsstationen mit dem Zentralcomputer - die Konfiguration, für die SNA geschaffen wurde - wichtiger als die Kommunikation der Mikros untereinander. Letzteres wird aber zukünftig immer mehr an Bedeutung gewinnen, und es steht fest, daß Local Area Networks (LAN) bald in allen größeren Organisationen zu finden sein werden.

Neben den Kommunikationsmöglichkeiten ist die Verfügbarkeit qualitativ höchstwertiger Software für den Einsatz von Mikrocomputern im Managementbereich von essentieller Bedeutung. Einerseits muß die Software äußerst leistungsfähig sein und insbesondere Funktionsbereiche wie Daten- und Tabellenverarbeitung, Datei-Zugriff, elektronische Post, grafische Datenaufbereitung und Terminplanung abdecken. Andererseits muß das Gesamtsystem einfach und ohne EDV-Kenntnisse zu bedienen sein.

Grundlage dafür sind fast immer Standard-Softwarepakete. Eigene Softwareentwicklungen durch die Anwender lassen sich zwar häufig nicht völlig umgehen, sind jedoch im allgemeinen bei allen Organisationen äußerst unerwünscht, da mit hohen Kosten verbunden. Dennoch muß natürlich Software den jeweiligen Erfordernissen angepaßt werden, um sinnvoll einsetzbar zu sein.

Bereits 1982 gingen 48 Prozent der westeuropäischen Ausgaben für Management Workstations in den Softwarebereich. Bis 1988 wird sich dieser Anteil auf 52 Prozent gesteigert haben.

Anwender kritischer

Die sehr hohen Ansprüche an Management Workstations sowohl bezüglich der Software als auch bezüglich der Hardware zusammen mit dem Streben nach immer höherer Effizienz im Umgang mit Workstations machen diesen Markt für die Computerindustrie besonders interessant. Die Ausgaben für Systemerweiterungen und -erneuerungen liegen in keinem anderen Markt des Bürobereichs höher als in Management-Anwendungen, insbesondere eben bei Management Workstations. Andererseits werden die Anwender zunehmend kritischer. Die Zeit, in der sich jede Abteilung eines Unternehmens ohne Absprache mit den anderen und insbesondere der DV-Abteilung einen Mikro zulegte, sind mehr oder minder vorbei. Die Kunden haben erkannt, daß sie ein solches unkontrolliertes Wachstum zunehmend vor schier unlösbare Probleme stellt. Insbesondere die zukünftig immer wichtiger werdenden Netzwerktechnologien sind mit untereinander nicht kompatiblen Computern nur unter Umwegen realisierbar.

Dies dürfte in vielen Fällen das Hauptargument der DV-Abteilung sein, das "Mikro-Wuchern" unter die eigene Kontrolle zu stellen. Aber auch die hohen Softwarekosten, die entstehen, wenn für eine Vielzahl unterschiedlicher Systeme Programme zusammengekauft werden müssen, dürften eine entscheidende Rolle spielen. Hinzu kommt, daß eine vernünftige Unterstützung unterschiedlichster Systeme durch die DV-Abteilung praktisch unmöglich ist.

Konsequenterweise eröffnen viele große Organisationen im eigenen Haus Computershops und Computer-Informationszentren. Unternehmen, die nicht den finanziellen Hintergrund haben, so massiv vorzugehen, richten Arbeitsgruppen, Beratungsgremien und anderes ein, was zur Unterstützung der einzelnen Manager und Abteilungen in der Auswahl und Installation von Mikrocomputern einschließlich Software und Training hilfreich erscheint. Im Allgemeinen findet dies in enger Abstimmung mit der DV-Abteilung statt.

Um im Managementmarkt erfolgreich zu sein, muß es einem Hardware-Hersteller gelingen, das Produkt "Management Workstation" marktgerecht zu gestalten. Das bedingt den Einsatz modernster Hard- und insbesondere auch Software-Technologien sowie die ständige Anpassung an neue Entwicklungen. Auf der anderen Seite wollen die DV-Anwender nicht das "Neueste vom Neuen", sondern praxisbewährte, ausgereifte Systeme. Dieser Konflikt wird für kleinere Anbieter, die eine neue Technik nicht ad hoc am Markt durchsetzen können, häufig nur schwer und manchmal gar nicht zu lösen sein.

Unter dem Begriff "Management Workstation" versteht IDC ein Mikrocomputersystem, das ausschließlich einem einzelnen Manager zur Verfügung steht und unterschiedliche Arbeitsbereiche integriert. Diese Bereiche umfassen Daten- und Textverarbeitung, Datei-Zugriffe, elektronische Post, grafische Datenverarbeitung und Terminplanung sowie zukünftig sprachliche Kommunikation und Bildübertragung.

Während 1982 in Europa rund 3100 Mikrocomputer zur Anwendung als Management Workstation ausgeliefert wurden, soll sich diese Zahl nach IDC-Schätzungen im Jahre 1985 auf über 15000 erhöht haben. Für 1988 erwarten die Marktforscher knapp 55000 Auslieferungen. Dies entspricht einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum um 72 Prozent bis 1985 beziehungsweise um 51 Prozent bis 1988. Das Wachstum des deutschen Marktes liegt IDC zufolge mit 78 und 58 Prozent noch höher.

Die Untersuchung zeigt, daß heute und bis in das Jahr 1986 hinein mehr Geld für allgemeine Management-Anwendungen ausgegeben wird, als für die besagten Workstations. Für 1987 erwartet IDC hier ein Gleichgewicht (knapp 60 Millionen Dollar für jede der beiden Anwendungen).

Mengenmäßig jedoch werden über den gesamten Zeitraum hinweg doppelt so viele Mikros für allgemeine Management-Anwendungen ausgeliefert als für Workstations in den Chefetagen. Dies bedeutet nach IDC nichts anderes, als daß für Chefarbeitsplätze übermäßig viel Geld pro Platz aufgewendet wird, verglichen mit den sonstigen Anwendungen im Bürobereich.

In Deutschland arbeiteten im Jahr 1983 rund 800000 Personen in Managementfunktionen. Bei knapp 4000 in diesem Bereich eingesetzten Mikrocomputern bedeutet dies also, daß von 200 Managern nur einer mit einem derartigen System arbeitet.