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14.09.1979

IDC untersucht Wechselverhalten der westeuropäischen IBM-Anwender:Migration: Nicht vom Instinkt sondern von IBM gesteuert

MÜNCHEN (de) - Zweidrittel der IBM /370-Anwender in Westeuropa werden in den kommenden 24 Monaten auf ein 4300er Modell oder eine 303X wechseln, jeder zwanzigste IBM-DV-Kunde liebäugelt mit einer "plug-kompatiblen" CPU eines Fremdanbieters. Zu diesem Ergebnis kommt die neueste Eurocast-Studie "IBM /370/303X/4300 Migration Patterns - Western Europe, 1978 bis 1981" der International Data Corporation (IDC). Der EDP Deutschland Report (Nr.16 vom 31. August 1979) der IDC Deutschland GmbH, München, analysiert das Wechselverhalten nach Modellen. Auszug:

Migrare heißt: "Den Aufenthaltsort wechseln". Im Larousse steht: "Gruppenweise Bewegung in einer bestimmten Richtung, die gewisse Tiere periodisch unternehmen".

Hiermit sind wir beim Thema: Im Gegensatz etwa zur Vogelwanderung wurde des Modellwechselverhalten der IBM-Anwender nicht vom Instinkt, sondern von der IBM gesteuert. Dies bezeugen jedenfalls die Untersuchungen aus der Vergangenheit - der Ära IBM Serie /360.

Und die heutige Situation? Zunächst scheint es zweckmäßig, einen Überblick über die gegenwärtig installierten Systeme zu geben und eine Prognose über die Veränderungen bis 1981 zu wagen.

Analyse des Marktes in

Westeuropa

Um Klarheit in das Wechselverhalten der Anwender zu bringen, interviewte IDC kurz nach Ankündigung der IBM 4331 und 4341 Prozessoren gegenwärtige 360-, /370- und 303X-Benutzer über ihre Hardwarepläne für die Zeit bis 1981.

þ69 Prozent der /360-Anwender planen für 1979/1980 einen Wechsel ihrer CPU.

þ67 Prozent der befragten /370-Benutzer entscheiden sich im gleichen Zeitraum für ein anderes Modell.

þEbenso haben sich 25 Prozent der PCM-Benutzer zu einem Wechsel entschlossen.

þWährend sich 76 Prozent aller befragten /3-15-, /3-12- und /3-10-Anwender für einen Wechsel zu einem anderen Basis-Datenverarbeitungs-System aussprachen, äußerten ausschließlich System /3-15-Benutzer Interesse an der /370/303 /4300-Größenklasse. 9 Prozent dieser Befragten wollen zu einer 4331 überwechseln.

þ3 Prozent der 303-Anwender haben Pläne, bis 1980 ein anderes System zu installieren; weitere 9 Prozent wollen eine zusätzliche CPU aus der Serie /370, 303X oder 4300 einsetzen.

Grundsätzlich lassen diese Zahlen darauf schließen, daß sich das Bild der IBM-Installationen an den Serien /360, /370, 303X und 4300 im Zeitraum 1979/1980 entscheidend verändern wird.

Das Wechselverhalten nach

Modellen

Die Untersuchung über das Wechselverhalten nach den einzelnen Modellen aus den Serien /360, /370 brachte folgende Ergebnisse:

/370-168 - Gemietete Maschinen dieses Modells werden nahezu gänzlich gegen 3033-Systeme ausgetauscht werden. Bei geleasten /370-168ern ist ein ähnlicher Trend festzustellen, wobei der Wechsel allerdings langsamer vonstatten gehen wird. Beachtenswert ist ferner, daß 20 Prozent der 168-Anwender mit Leasingverträgen künftig Amdahl oder Itel als Lieferanten ihrer CPU in Betracht ziehen.

/370-158 - Eine vergleichbare Situation ist bei /370-158-Systemen festzustellen: Mietanlagen werden gegen 303X-Systeme eingewechselt, wobei hauptsächlich zwischen den Modellen 3032 und 3033 beziehungsweise einer Kombination mit einer zusätzlichen 3031 differenziert werden muß. Geleaste /370-158 Maschinen werden zu 3032ern, 20 Prozent wiederum werden eine 3033 installieren, weitere 20 Prozent wandern zu einem Hersteller steckerkompatibler Anlagen. 60 Prozent der gekauften /370-158-Modelle werden durch eine CPU aus der Serie 303X ersetzt.

/370-165 - Anwender dieses Modells mit Leasingverträgen werden eine 3032 oder ein PCM-System installieren.

/370-155 - Auch hier ist die Ankündigung der Serien 4300 und 303X die Ursache für das Abnehmen der Anwenderbasis.

/370-148 - Die /370-148 ist beim Anwender am tiefsten verwurzelt, aber sogar dieses Modell planen die europäischen Benutzer auszutauschen, wobei die-4341 gegenüber der 3031 in der Gunst des Anwenders einen leichten Vorsprung hat.

/370-145 - Ein nicht unbedeutender Abbau des /370-145er Mietbestandes fand bereits Anfang des Jahres 1979 statt. Das Announcement der 4341 attackiert nunmehr die verbliebenen Restbestände an gemieteten und geleasten Systemen. Gleichzeitig bietet die /370-145 die geringste Angriffsfläche für PCMs.

/370-138 - 4341 heißt das Ablösemodel dieser Maschine, dies ist jedenfalls der Plan von 57 Prozent der Anwender.

/370-135 - Ebenso wollen 87 Prozent der /370-135 zum Modell 4341 wechseln.

/370-125 - Innerhalb der Periode 1979/1980 planen 55 Prozent der /370-125-Benutzer einen Wechsel zu 4331, 25 Prozent zur 4341 und 20 Prozent den Aufstieg zur /370-138. Von 125 Befragten tauschen insgesamt 71 Prozent ihre CPU aus.

/370-115 - Das Untersuchungsergebnis bei dieser Anwendergruppe gleicht überraschenderweise dem der /370-125-Benutzer: 82 Prozent planen einen Wechsel, wobei die 4331 eindeutig das Rennen macht. Lediglich 25 Prozent der Befragten bekennen sich zu einer 4341.

/360-65 - Die noch im Feld verbliebenen /360-65-Anwender votieren eindeutig für die 4341. Bemerkenswert ist das hohe lnteresse, künftig einen Mietvertrag abschließen zu wollen, obwohl die früheren Systeme hauptsächlich geleast oder gekauft waren.

/360-50 - Hier ist eine ähnliche Situation festzustellen: Der Trend geht eindeutig zur 4341.

/360-40 - Anwender dieses Modells - es handelt sich in der Hauptsache um gekaufte oder geleaste Anlagen - zeigen wenig Ambitionen, ihr System auszutauschen. Sollten sie sich trotzdem dazu entschließen, dann wäre damit auch ein Herstellerwechsel verbunden.

/360-30 - Ähnliches trifft auch für /360-30-Anwender zu, für die ein Austausch der CPU einem Trauma gleichkommt.

Der PCM-Markt

Als IDC im Jahre 1976 europäische IBM-Anwender (/370-155, 158, 165, 168) über ihre Einstellung zu steckerkompatiblen Zentraleinheiten befragte, waren die Antworten im Hinblick auf künftige Installationen dieser CPUs durchaus positiv. Und die Ergebnisse dieser Umfrage bestätigen sich: Der PC3M-Anteil in dieser Preisklasse hat sich von 0 Prozent im Jahre 1976 auf 5,4 (Dezember) erhöht, bis Dezember 1980 prognostiziert IDC den Marktanteil der PCMs sogar auf annähernd 22 Prozent.