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23.04.1982 - 

Touristikveranstalter setzt Nixdorf 8870 ein:

Ideal reisen mit Computerbegleitung

Die Touristik besteht nicht nur aus bunten Prospekten mit den Fotos exotischer Urlaubsziele sowie hübschen Hostessen und lustigen Busfahrern, sondern auch aus einer großen Menge von zu verwaltenden Daten. Und wer könnte diese Daten besser verarbeiten und verwalten als ein Computer?

Die "Ideal Reisen Wilfried Schmidt GmbH" in Kreuztal-Krombach erzielte 1981 mit rund 60 Mitarbeitern einen Umsatz von etwa sechs Millionen Mark. Dabei fiel der Hauptanteil auf das Veranstaltungsgeschäft, das auch den größten Batzen des Personaleinsatzes erfordert. Der zweite Umsatzbringer ist das Vermieten von Bussen an Vereine und Clubs; an dritter Stelle liegt das Vermittlungsgeschäft, während die Vermietung von Wohnmobilen bisher eine untergeordnete Rolle spielt.

Jährlich sind an die 20 000 Fahrgäste zu transportieren, wobei die 35 bis 40 eigenen Busse eingesetzt sind. Die Vielzahl der dabei zu berücksichtigenden Faktoren - Zielort, Reisetermin, Art und Ort der Unterbringung, Aufenthaltsdauer etc. - erfordert eine umfangreiche und aufwendige Verwaltung - von der Erfassung des Kundenwunsches bis zur glücklichen Heimkehr des Reisenden.

Von dieser Verwaltung hängt aber auch der Kundenservice und die Kundenbetreuung ab. Denn einerseits will man potentiellen Kunden jederzeit alle Informationen über freie Plätze und Zimmer sowie Lage und Komfort der Hotels geben können, andererseits müssen die gewonnenen Kunden dann so betreut werden, daß sie zufrieden sind. Pannen - wie nicht reservierte Zimmer oder vergebens auf Abholung wartende Reisende - dürfen also nicht passieren.

Deshalb setzten sich die Krombacher, als sie den Einsatz der Datenverarbeitung planten, auch die Ziele: Arbeitszeiteinsparung, Verbesserung des Kundenservice, Absicherung der Kundenbetreuung.

Nachdem die "Touristiker" bei ihrem ersten Start in die Datenverarbeitung einen Mißerfolg hatten, suchten sie beim zweiten Mal den Weg über die Software. Dabei stießen sie auf Branchenprogramme für Nixdorf-Computer, entschieden sich für ein Essener Softwarehaus und setzten durch, daß die Programme ihren Anforderungen gemäß geändert, beziehungsweise umgeschrieben wurde.

Im Oktober 1980 kam dann der Nixdorf-Computer 8870/3, und man begann mit dem Veranstaltergeschäft, das mit der Finanzbuchhaltung gekoppelt ist, so daß keine zusätzlichen Buchungseingaben erforderlich sind. Das zweite Arbeitsgebiet waren die mit der Fuhrparkverwaltung zusammenhängenden Aufgaben, einschließlich Einsatzplanung für Fahrer und Fahrzeuge.

Die Anlage wurde zwischenzeitlich aufgestockt und besteht jetzt aus sieben Bildschirmgeräten, zwei Druckern und zwei Plattenspeichern und kostet insgesamt rund 200 000 Mark. Die jährliche Wartung beträgt an die 21 000 Mark. Für die Software bezahlte man nichts, weil man an ihrer "praxisgerechten" Entwicklung beteiligt war. Auch Schulungsgebühren fielen nicht an, da man die Mitglieder selbst im Hause schulte.

Zwar ist man in Krombach mit der Anwendung "hundertprozentig zufrieden" und meint, daß die Anwendung, so wie sie läuft, allen Anforderungen der Praxis gerecht wird. Doch zeigt sich das Management gegenüber Verbesserungsideen der Mitarbeiter aufgeschlossen - brauchbare Anregungen werden sofort in Programmänderungen umgesetzt - und denkt über zukünftige Möglichkeiten nach. Beispielsweise über eine Integration des Bildschirmtextdienstes und den Anschluß von Tankanlagen an den Computer zum Datenaustausch und zur automatischen Verarbeitung aller dort anfallenden Daten.

Außerdem interessiert man sich für die Erfindung eines anderen Nixdorf-Anwenders, einem kleinen Erfassungsgerät, das in den Fahrzeugen installiert wird und alle im Linienverkehr anfallenden Daten speichert. Das entsprechende Speichermedium läßt sich herausnehmen und mit dem Nixdorf-Computer koppeln, so daß ein Datenaustausch zwischen Computer und Datenerfassungsgerät im Fahrzeug möglich ist.