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27.03.1987 - 

Karriere-Zentrum bewährt sich als neue Schnittstelle für Know-how-Transfer

Idealer Treffpunkt für DV-Newcomer

HANNOVER - Nicht mehr nur länger über den Mangel an qualifiziertem Nachwuchs sprechen wollten große DV-Hersteller und DV-Anwender. Auf dem Karriere-Zentrum der COMPUTERWOCHE während der CeBIT '87, in Hannover gingen sie auf die potentiellen Jungexperten aus informationstechnischen Studiengängen zu. "Eindeutig positiv", lautete das Urteil der Unternehmen nach einer turbulenten Woche "Standdienst".

Skeptisch äußerte sich zunächst ein Teil der Standbesetzung - "erst mal sehen, was der gesamte Verlauf der Messe bringt", so Günter Unkel von der ICL Deutschland International Computers GmbH - ein anderer Teil aber war bereits optimistisch gestimmt, wie Heinz Jürgen Wiesner, Leiter Personalwesen der mbp Software & Systems GmbH aus Dortmund: "Ich hatte von Anfang an eine positive Meinung und werde diese Sache auch weiter unterstützen."

Mit von der Partie waren auch drei der großen DV-Anwender aus der Automobilbranche sowie eine führende bundesrepublikanische Bank. Ihr Eindruck: "Ein voller Erfolg", so korrigierte Hartmut Neunhöfer von Daimler-Benz seine anfänglich "kritischen Gefühle". Als "einen guten Anfang" kommentierte Franz Opladen, Leiter Verkaufssysteme der Ford-Werke AG, die Kombination von Anwendern und Herstellern auf einem gemeinsamen Forum. Dieses Konzept, dem Berufseinsteiger an einem Ort Vergleiche zwischen unterschiedlichen Unternehmen zu ermöglichen und dazu ein breites Spektrum an Informationen zu bieten, bejahten auch Barbara Carnau, Personalreferentin, und Dr. Zbynek Sokolovsky, Abteilungsdirektor der Dresdner Bank AG. Sie waren "angenehm überrascht von der ausgezeichneten Resonanz der Gesprächspartner". Denn die DV-Anwender erreichten, wie Rolf Grönig, Leiter Personalwesen Tarifangestellte der Audi-Werke AG feststellte, "genau die potentiellen Mitarbeiter, die bei uns auch nachgefragt werden".

Die Akzeptanz bei jungen Leuten, aber teilweise auch bei Praktikern mit mehreren Jahren Berufserfahrung, sich in einem persönlichen Gespräch über Einstiegs- und Aufstiegsmöglichkeiten zu informieren, war beträchtlich. Dies zeigte sich bereits nach dem zweiten Tag. Für viele Endsemester fanden die ersten Kontakte zu Fachleuten aus den Personalreferaten statt. Die Möglichkeit, über die eigene Karriere zu sprechen, nutzten die jungen Leute reichlich aus. "Der Andrang war so groß, daß nicht einmal Zeit für eine Mittagspause blieb, konnte Wolfgang Bareis", Leiter der Schule für Kommunikations- und Datentechnik der Siemens AG in Kiel, berichten.

Berufsfindung stand im Vordergrund

Welche Chancen bietet mir der Arbeitsmarkt? Was ist mein Studium eigentlich wert? Welche Karrierechancen habe ich in der Berufspraxis? So etwa lauteten die Fragen der Hochschulabsolventen, Auch Klaus-Peter Dicker registrierte ihr reges Interesse. Den Nutzen des Karriere-Zentrums sieht der Leiter Personaleinsatz der Honeywell Bull AG, Hauptverwaltung, besonders in einer mittelfristigen Perspektive: mit Endsemestern, etwa aus den Fachrichtungen Betriebs- und Volkswirtschaft, sowie Ingenieuren, die sich für einen Einstieg in das Berufsleben interessieren, ins Gespräch zu kommen. Berufsfindung stand bei einer weiteren Zielgruppe im Vordergrund. Abiturienten, Umschüler und Zeitsoldaten fragten nach neuen Tätigkeitsfeldern und Berufsaussichten in der Informations- und Kommunikationstechnik.

"Es waren interessante Leute da, und ich denke, daß aus diesen Kontakten einiges zu machen ist", meinte Gerlinde Paßfall, Mitarbeiterin in der Personalbeschaffung bei Philips, zu den unterschiedlichen Besucheranteilen. Denn Tatsache war, konnten die Personalfachleute verbuchen, daß auch Spezialisten auf den Stand kamen, Vertriebsleute und Systemberater aus den Bereichen Fertigung und Handel etwa.

Nicht nur die Personalleiter wiesen detailliert auf erfolgversprechende Ausbildungsrichtungen hin. Auch im Referate-Forum des Karriere-Zentrums gaben stündlich Hochschuldozenten, Vertreter der Bundesanstalt für Arbeit sowie Personalexperten der DV-Anbieter und - Anwender, weiterhin auch Unternehmens- und Personalberater Empfehlungen über Studieninhalte, Ausbildungsgänge und marktgerechte Qualifikationen.

Für die Sonderschau "Karriere-Zentrum" in Zusammenarbeit mit der Hannover-Messe AG regte sich auch über die Tore der Messe hinaus Interesse. Beispielsweise Mitglieder des Niedersächsischen Landtages wollten sich über diese neuartige Schnittstelle für Anbieter und Anwender, Personalsuchende und Bewerber kundig machen. Auch internationaler Besuch meldete sich an und ließ sich über Imnformatikausbildung hierzulande und die Zusammenarbeit von Bildungseinrichtungen und Wirtschaft informieren: Professor Doutscho Doutschev, stellvertretender Minister für Volksbildung der Volksrepublik Bulgarien.

Nach einer turbulenten Woche "Standdienst " zogen die Ansprechpartner aus den Personalabteilungen Messe-Bilanz. "Das Kariere-Zentrum ist idealer Treffpunkt für Berufseinsteiger", meinte Rainer Seibold, Leiter Personal West der IBM Deutschland GmbH, Düsseldorf.

"Dem Ganzen gilt mein uneingeschränktes 'Ja' ". Ähnlich wie dieser

Personalexperte kommentierten auch die übrigen Manpower-Verantwortlichen dieses "Forum für eine breite Interessengruppe", so Udo Schäfer, Personalreferent bei DEC in München, mit: "Tendenz steigend".

Alle Beteiligten sind sich einig, daß sich der Auftritt gelohnt hat; sie wünschen sich, daß diese COMPUTERWOCHE-Aktion, die zur Systec '86 in München Premiere hatte, weitergeführt wird.