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17.09.1976

IDK-Kongreß-Notizen

Wenn einer einen Kongreß besucht, dann hat er viel zu erzählen. Beschränkt auf das Geschehen in der Berliner Kongreßhalle - ging es wohl allen IDK-Teilnehmern so, daß vieles am Rande Erwähnte zu den wichtigsten Kongreß-Aussagen gehörte; sozusagen zwischen den Zeilen gehört:

-IBM-Datenbank-Spezialist Theo Lutz, Theoretiker des Relationenmodells erwähnte in der Diskussion zu seinem Referat "Stand der Datenbankforschung heute", daß wohl noch viele Jahre vergehen, bevor der Relationen-Modell-Theorie für den Praktiker relevante Datenbank-Standard-Software-Pakete folgen. Recht interessant zu wissen für die Mittelfristplanung, IMS-Nachfolge-Systeme kommen wohl später als erwünscht.

-H. Pohl vom Rechenzentrum der Universität Köln forderte in seinen Ausführungen zum Thema "Kriterien der Wirtschaftlichkeitsermittlung bei DV-Systemen", daß bei mittleren bis großen kommerziellen Rechnersystemen folgende Betriebsdaten durchaus erreichbar sein müßten: "Uptime (prozentuale Nutzungszeit): 98 Prozent; Mean Time Between Event (mittlerer Ereignisabstand zwischen Systemzusammenbrüchen): 72 Stunden; Mean Time of Event (mittlere Ereignisdauer): 0,5 Stunden.

Dr. John Cullinane, "Vater des IDMS-Datenbanksystems" in seinem für ADV/Orga werbeträchtigen Hauptreferat des zweiten Kongreßtages über "Competitive Status of Data Base-Management-Systems in the United States": Innerhalb der letzten zwei Jahre sei die Zahl der auf IBM 360/370-Installationen laufenden Datenbank-Management-Systeme von 1000 auf 2500 gestiegen, wobei IBM's Anteil 1000mal IMS/DL1 betrage, gefolgt von Cincom's Total mit 750 Systemen. Dann: Cullinane Corp's IDMS 130mal und Adabas der Software AG 70mal installiert. Bis 1980 werde sich diese Zahl auf mindestens 10 000 DBMS vervierfachen.

-Magistratsdirektor Kurt Auckenthaler von der Universität Linz zum Thema "Computergeführte Lenkung des Produktionsablaufes großer Rechenzentren": "Die Job Scheduler sind nur ein Schritt zur automatisierten Lenkung des RZ-Fertigungsablaufes. Sie beinhalten nur die Steuerung der Job-Verarbeitung und Job-Ausgabe und zeigen im allgemeinen Schwächen hinsichtlich Prioritätenbestimmung, Einplanbarkeitsprüfung und Jobnetz-Steuerung. Eine manuelle Ablaufplanung kann die Vielzahl simultan zu berücksichtigender Planungsfaktoren nicht so gut und so schnell bewältigen wie ein automatisches Ablaufplanungssystem.

-Siemens-Mann Dipl.-Phys. Joachim Harloff schaute zum Thema "Technologie und Organisation zukünftiger Arbeitsspeicher-Systeme" in die Zukunft: "Die gesamte, bisher etablierte Struktur der Datenverarbeitungsanlage wird derzeit von avantgardistischen Systemplanern infrage gestellt, neuartige Systeme werden vorgeschlagen und diskutiert. Anlaß geben von Seiten der Technik die Halbleiter-Großintegration, das Erscheinen der Mikroprozessoren, neue Speicher wie "Bubble" und "CCD", Anschlußgeräte mit eigener Rechenfähigkeit und schließlich Großspeicher mit wesentlich vergrößerter Kapazität." Indes, auch er mit der Frage: Wieweit wird das technisch Mögliche sinnvoll und durchführbar sein?"

-Staatssekretär im Bundesinnenministerium Dr. Günter Hartkopf in seiner Begrüßung am Eröffnungstag. "Die Bundesregierung ist der Auffassung, daß das geltende Recht bisher im wesentlichen ausgereicht hat, um mit der neuen Form der Computer-Kriminalität fertig zu werden. Sie wird aber die weitere Entwicklung mit besonderer Aufmerksamkeit beobachten, da nicht auszuschließen ist, daß größere Lücken des geltenden Rechts bisher nur wegen der noch vergleichsweise geringen Verbreitung oder der verhältnismäßig hohen Dunkelziffer dieser Kriminalität verborgen geblieben sind."

So bunt kann ein Kongreß sein. Ein Schelm ist wer Schlechtes dabei denkt.