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27.06.1997 - 

Wachstum aus eigener Kraft nicht machbar

IDS begibt sich in die starken Arme von SAP

Vorbehaltlich der Zustimmung ihres Aufsichtsrats und der Kartellbehörden beteiligt sich die SAP AG mit 25,2 Prozent an IDS. Noch im Februar hatte IDS-Gründer und Hauptgesellschafter August-Wilhelm Scheer auf der Bilanzpressekonferenz die ehrgeizigen Pläne seiner Company in puncto Wachstum und Globalisierung untermauert. Ein mit 43 Prozent des Umsatzes (1996: 88 Millionen Mark) expandierendes Auslandsgeschäft, vor allem eine bereits schwarze Zahlen schreibende US-Tochter, wurden als Voraussetzungen für eine "erfolgreiche Positionierung auf dem Weltmarkt" gewertet.

Doch das angestrebte Wachstum fordert offensichtlich seinen Tribut. "Wir haben uns wohl selbst Mut zugesprochen", räumte der IDS-Chef nun gegenüber der CW ein. Die bis vor kurzem vertretene Ansicht, den weiteren Ausbau des Unternehmens aus eigener Kraft schaffen zu können, sei zu optimistisch gewesen. Scheer: "Es ist sehr schwer, aus Deutschland heraus eine breit angelegte Softwarestrategie zu entwickeln." Die Saarbrücker hatten auf der diesjährigen CeBIT eine Workflow-integrierte Ergänzung ihres "Aris Toolsets" vorgestellt, eines Systems zur Modellierung von Geschäftsprozessen, das künftig als Framework eine Reihe von Branchenlösungen und/oder eine Standardsoftware wie R/3 integrieren soll. Für solche "Innovationen" benötige man, so Scheer, einen "weltweiten Multiplikator".

Der IDS-Chef dementierte Mutmaßungen, daß dem Unternehmen nicht nur bezüglich fehlender Vertriebs- und Marketing-Kapazitäten, sondern auch finanziell die Luft ausgegangen sei. Geld sei nicht das entscheidende Kriterium für den jetzt erfolgten Schritt gewesen. Trotz der hohen Anlaufkosten für die Expansion ins Ausland wurde das Geschäftsjahr 1996 mit einem Ertrag von rund zehn Prozent des Umsatzes abgeschlossen, hieß es schon im Februar. Gleichzeitig soll aber der für 1998 geplante Börsengang, an dem weiterhin festgehalten werden soll, neues Kapital in die IDS-Kasse bringen. Dafür, daß die Saarbrücker ein dickeres finanzielles Polster benötigen, spricht auch, daß die Beteiligung von SAP mit einer noch nicht näher bezifferten Kapitalerhöhung einhergehen soll.

Die Eigenständigkeit von IDS bleibt dem Vernehmen nach gewahrt. So soll unter anderem eine erst kürzlich vereinbarte Zusammenarbeit mit dem SAP-Wettbewerber Baan weiter Bestand haben. In Zukunft will man mit SAP bei der Erstellung von Softwarelösungen für Kommunen sowie auf den Gebieten Logistik, Business Engineering und Software-Architekturen verstärkt kooperieren, heißt es offiziell.