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29.09.2014 - 

Stellenstreichungen

IDS Scheer Consulting droht die Insolvenz

Joachim Hackmann ist Principal Consultant bei Pierre Audin Consulting (PAC) in München. Vorher war er viele Jahre lang als leitender Redakteur und Chefreporter bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Das IT-Beratungshaus IDS Scheer Consulting, das erst im Juni von der Software AG an die Scheer Group verkauft wurde, steht vor der Insolvenz. Jeder vierte Mitarbeiter muss gehen.

Die Turbulenzen bei IDS Scheer Consulting gehen auch unter dem Dach des neuen Eigentümers, der Scheer Group, weiter. Weil das Beratungshaus jeden Monat rund eine Million Euro Verluste schreibt, wird es nun im Rahmen eines Schutzschirm-Verfahrens saniert und restrukturiert. Das kündigten Ende vergangener Woche Professor August-Wilhelm Scheer und der Insolvenz-Spezialist und Rechtsanwalt Franz Abel gegenüber der Saarbrücker Zeitung an.

August-Wilhelm Scheer: "Hochbezahlte Leute saßen bei vollen Bezügen zu Hause."
August-Wilhelm Scheer: "Hochbezahlte Leute saßen bei vollen Bezügen zu Hause."

Das Schutzschirm-Verfahren ist seit rund zwei Jahren Teil des Insolvenzrechts. Es erlaubt, die Kündigungsfristen auf maximal drei Monate zu deckeln, und es begrenzt Sozialplanansprüche auf das 2,5-fache eines Monatsgehalts. Die beiden Manager kündigten in diesem Zusammenhang an, 100 der 400 Jobs in Deutschland zu streichen.

IDS Scheer Consulting: "Katastrophale Lage"

Scheer begründete diesen harten Sanierungsschritt mit der "katastrophalen Lage des Unternehmens", das er erst im Juni von der Software AG zurückgekauft hatte. Jeden Monat seien eine Million Euro Verlust aufgelaufen. Das Geld hätte nur noch bis November gereicht.

Scheer hatte das Unternehmen IDS Scheer in den 80iger Jahren gegründet. Im Zentrum des ursprünglichen Geschäfts standen die Softwareprodukte der Aris-Reihe zur Modellierung von Geschäftsprozessen. Ergänzend dazu betrieb das Unternehmen Bereitungsleistungen vor allem im SAP-Umfeld. Zwischenzeitlich stieg IDS Scheer zum drittgrößten deutschen Softwareanbieter hinter der SAP und der Software AG auf.

Ab 2009 übernahm dann die Software AG schrittweise die Mehrheit an IDS Scheer, bis sie Ende 2010 das Unternehmen vollständig erwarb.

Scheer Group: Ein Netzwerk von IT-Firmen

Die Scheer Group ist ein ebenfalls von Professor August-Wilhelm Scheer gegründetes Unternehmen, das als Netzwerk diverse IT-Beratungs- und Softwarefirmen unter einem Dach vereint. Im Juni 2014 hatte die Scheer Group die Deutschlandaktivitäten der IDS Scheer Consulting GmbH von der Software AG gekauft. Laut Darstellung der Saarbrücker Zeitung, weil sich kein anderer Käufer finden ließ.

Gegenüber der Zeitung sagte Scheer, dass bei näherem Hinsehen schnell klar gewesen sei, dass sofort gehandelt werden müsse. Es sei kaum Neugeschäft akquiriert worden. Etliche Berater hätten ein Jahr kein Projekt gehabt. "Hochbezahlte Leute saßen bei vollen Bezügen zu Hause", sagte Scheer.

Die Einschnitte beschränken sich auf die deutschen Aktivitäten der übernommenen Beratungseinheit. Die österreichische Dependance von IDS Scheer Consulting mit rund 80 Mitarbeitern ist von den Sanierungsplänen ebenso wenig betroffen wie die übrigen sechs Firmen der Scheer Group.

Siehe auch:

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Bernd Hertweck

Die Mitarbeiter und das mittlere Management der IDS Consulting GmbH haben sich vor der Zeit der Insolvenz immer korrekt verhalten. Das hochbezahlte Mitarbeiter nicht zum Einsatz kommen, liegt nach meiner 7-jährigen Erfahrung in diesem Unternehmen an der Unfähigkeit in der Kundenaquisition und der Vorgabe der GL strategischer Ziele.Die Darstellung von Herrn Prof. Dr. Scheer verdeckt nur die Tatsache, das durch das Consulting das ARIS Produkt quersubventioniert wurde und dies dann an gerne an die SOFTWARE AG verkauft wurde.
Dipl.Volkswirt Bernd Hertweck , Karlsruhe

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