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31.10.2003 - 

Schlagwort2: Enterprise RessourBasistechnik Aris Process Platform wird mit der Walldorfer Softwarearchitektur integriert

IDS Scheer setzt auf SAP-Netweaver

SAARBRÜCKEN (ba) - Die IDS Scheer AG, Saarbrücken, und die Walldorfer SAP AG wollen in Sachen Business Process Management (BPM) enger kooperieren. So soll die "Aris Process Platform" von IDS Scheer in SAPs Entwicklungs- und Integrationsumgebung "Netweaver" eingebaut werden. Für die Saarbrücker ist das Abkommen von strategisch hoher Bedeutung.

"Mit der Integration der Aris Process Platform in Netweaver wachsen die bislang getrennten Welten der Prozessmodellierung und Standardsoftware enger zusammen", erläuterte August-Wilhelm Scheer, Aufsichtsratsvorsitzender der IDS Scheer AG, die künftige Zusammenarbeit mit der SAP. Damit stände für die Kunden in Zukunft nicht mehr die Softwaretechnik im Vordergrund, sondern der Entwurf der eigenen Geschäftsprozesse. Nach Einschätzung Scheers wird die Organsation von Prozessen intern wie extern in den kommenden Jahren das beherrschende Thema in Unternehmen bleiben.

Beide Partner identifizieren vier Komponenten, mit deren Hilfe künftig Geschäftsprozesse über Netweaver abgebildet und gesteuert werden sollen. Während die Softwarebestandteile der SAP die Konfiguration und Ausführung von Firmenabläufen übernehmen, sollen Anwender in Zukunft mit Hilfe der Aris-Tools die Prozesse modellieren und überwachen.

Alte Probleme sollen beseitigt werden

Das sei im Grunde auch heute schon möglich, räumte SAP-Vorstand Peter Zencke ein. So könnten die bestehenden Aris-Werkzeuge in R/3-Umgebungen eingesetzt werden. Allerdings habe es in der Vergangenheit Probleme gegeben, wenn Ausführungs- und Konfigurationsschicht mit der Modellierungs- und Controlling-Umgebung verknüpft werden sollten. Das werde sich mit der Integration in Netweaver ändern, versprach Zencke.

Die künftige BPM-Lösung unter Netweaver werde auf ein einheitliches Datenmodell sowie ein gemeinsames Repository zugreifen, nannte der SAP-Vorstand das wichtigste Ziel der Kooperation. Bis diese Vorgabe auf Produktseite realisiert ist, wird es jedoch noch dauern. Für die technische Integration der BPM-Umgebung veranschlagt Zencke ein Jahr Entwicklungsarbeit. Dabei werden IDS Scheer und SAP eng zusammenarbeiten. So soll es neben eigenständigen Teams beider Firmen auch gemeinsame Arbeitsgruppen geben.

Wie viele Entwickler an dem Projekt mitwirken werden, konnte Wolfram Jost, Vorstandsmitglied der IDS Scheer AG, noch nicht sagen. Das Ganze sei jedoch ein strategisch wichtiges Projekt für die Saarbrücker. Andererseits werde aber auch die Weiterentwicklung der herkömmlichen Aris-Produktreihe weitergeführt, versicherte Jost. Mit welchem Engagement, bleibt abzuwarten.

Außerdem werde es Migrationsmöglichkeiten für bestehende Aris-Anwender in die Netweaver-Welt geben. Auch die Integration alter Aris-Anwendungen in die SAP-Architektur soll über Schnittstellen möglich sein. Allerdings, so schränkte Zencke ein, sei das keine optimale Lösung, da in dieser Konstellation Daten wegen der fehlenden gemeinsamen Basis umgewandelt werden müssten.

Wie sich die saarländisch-badische Kooperation finanziell auswirken wird, vermochten beide Seite nicht zu konkretisieren. Das liegt unter anderem daran, dass sich die Akzeptanz und der Erfolg von SAPs Integrationsplattform Netweaver im Markt bisher kaum abschätzen lässt. So geht auch Zencke davon aus, das es noch Jahre dauern wird, bis sich eine standardisierte Beschreibungssprache für betriebswirtschaftliche Prozesse etabliert.

"Das ist ein evolutionärer Prozess", prognostizierte der SAP-Manager. Er erwarte jedoch, dass sich Anwender in den kommenden Jahren verstärkt mit der Integration von Geschäftsprozessen beschäftigen müssten. Dabei gewinne Netweaver mit Aris eine größere Attraktivität für die SAP-Klientel.

Scheer will nicht unter die Räder kommen

"Die Kooperation mit SAP muss erfolgreich sein", legte Scheer die eigene Messlatte hoch. Laut dem Aufsichtsratsvorsitzenden agieren zurzeit mit SAP, IBM und Microsoft drei Schlüsselanbieter im Softwaregeschäft. Hier habe für IDS Scheer die Gefahr bestanden, "unter die Räder zu kommen". Obwohl die Zusammenarbeit mit SAP rechtlich gesehen nicht exklusiv sei, geht Scheer nicht davon aus, ähnliche Verträge mit den anderen Softwaregrößen abzuschließen: "Mit SAP sind wir für die anderen geblockt." Außerdem ließe sich der Aufwand für die Entwicklung in diesem Umfang nur einmal stemmen.

Auch finanziell hoffen die Saarländer auf zusätzliche Impulse, wenngleich Scheer keine Zahlen nennen kann. Allerdings sei man dabei, die aktuellen Planungen für das kommende Geschäftsjahr 2004 in der Hoffnung auf zusätzliche Einnahmen zu modifizieren. Schließlich betreffe die Kooperation mit SAP nicht allein das Produktgeschäft, sondern auch die Beratungsabteilung, in der man ebenfalls auf Zusatzaufträge aus dem SAP-Umfeld hoffe.

Doch auch ohne den SAP-Vertrag läuft es finanziell gesehen für IDS Scheer gut. In der Bilanz für die ersten neun Monate des aktuellen Geschäftsjahres 2003 weist das Beratungshaus im Vergleich zum Vorjahr einen um 15 Prozent höheren Umsatz sowie eine Gewinnsteigerung um 65 Prozent aus. Die Einnahmen summierten sich bis zum 30. September 2003 auf rund 151 Millionen Euro. Der Nettogewinn betrug knapp 13 Millionen Euro. Vor allem den Zuwächsen im internationalen Geschäft sei das Wachstum zu verdanken, teilte das Unternehmen mit.