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23.12.1998 - 

Cisco macht nicht mit

IETF entwirft Standard für Router-Backups

FRAMINGHAM (IDG) - Die Internet Engineering Task Force (IETF) hat einen Backup-Mechanismus für statisch konfigurierte Layer-3-Switches und Router entworfen. Das Verfahren gilt als einfach und wirkungsvoll, wird jedoch von Cisco nicht akzeptiert. Der Router-Marktführer favorisiert seine eigene, proprietäre Lösung.

Die IETF hat die Arbeitsgruppe Virtual Router Redundancy Protocol (VRRP) etabliert, um statisch konfigurierten Gateways Redundanzmöglichkeiten einzuräumen. Viele Unternehmen scheuen sich, dynamische Routing-Protokolle wie Open Shortest Path First (OSPF) und das Routing Information Protocol (RIP) zu verwenden, weil sie die Rechenleistung der Netzkomponenten zu sehr beanspruchen.

Doch Router und Switches mit verbindlich voreingestellten Wegen bergen Risiken. Fallen sie aus, geht das Netzwerk in die Knie, die Leitungen sind tot. VRRP soll diesem Mißstand mit einer einfachen, effektiven Architektur abhelfen. Im Vergleich zu den dynamisch arbeitenden Verfahren soll, so die Aussage der IETF-Arbeitsgruppe, VRRP schneller und effizienter auf den Fehlerfall reagieren und die Wegebearbeitung an intakte Geräte übergeben.

Darüber hinaus möchten die Experten Verfahren zur Lastverteilung implementieren. Im VRRP-Szenario arbeitet ein Router als Master für sein eigenes IP-Subnet sowie als Backup-Gerät für ein anderes Netz, das wiederum seinen eigenen Master hat. Derart konfigurierte Router können bei Überlast Rechenoperationen auslagern.

Damit dieses Verfahren funktioniert, benötigt der Master eine virtuelle MAC-Adresse (MAC = Media Access Control), um im Fehlerfall für die Endgeräte im Subnetz eines ausgefallenen Routers oder Switches ansprechbar zu sein. Zudem werden zwischen den als Backup-Verbund konfigurierten Geräten VRRP-Pakete ausgetauscht, mit denen sie ihre Betriebsbereitschaft signalisieren. Sendet ein Vermittlungsknoten keine Meldungen mehr, erkennt der Backup-Router einen Ausfall und wird aktiv. Zusätzlich muß jeder Router seinen Status regelmäßig der Management-Konsole melden. Die kann ebenfalls Alarm auslösen, wenn etwa Anomalien wie Fehlermeldungen auftreten.

Einige Hersteller, darunter Lucent, Nokia und Bay Networks, haben VRRP bereits ihren Segen erteilt und wollen das Verfahren in Produkte umsetzen. 3Com zeigte Mitte November auf der Networld+Interop in Atlanta schon die ersten Produkte. In der Liste der das Verfahren unterstützenden Unternehmen fehlt allerdings ein wichtiger Name. Cisco, Marktführer und häufig auch Taktgeber für Internet-Technologien, kocht mit dem proprietären Hot Standby Router Protocol (HSRP) sein eigenes Süppchen. Zudem werfen IBM und Cisco der IETF mehrere Patentrechtsverletzungen vor.