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16.05.2006

IFS will SAP im Mittelstand ausstechen

Das schwedische Softwareunternehmen hofft, dem ERP-Marktführer im gehobenen Mittelstand Kunden wegzuschnappen.

Bisher zählte der ERP-Software-Hersteller Industrial Financial Solutions (IFS) eher zu den bescheidenen Vertretern der Branche. Ihren Bekanntheitsgrad wollen die Schweden nun steigern - natürlich auch die Umsätze. In Deutschland sieht sich die Firma vor allem mit SAP konfrontiert. "IFS und SAP sind die einzigen international agierenden Hersteller von ERP-Software, die in den letzten Jahren weder übernommen wurden noch mit einem anderen Marktteilnehmer fusioniert haben", meint Alastair Sorbie, CEO des an der Stockholmer Börse notierten Softwarehauses mit Hauptsitz in Linköping. Der seit Anfang März amtierende Firmenchef legte die Strategie seines Unternehmens vor Kunden und Partnern auf einer Konferenz am deutschen Sitz in Erlangen dar. Zwar zählten neben SAP Firmen wie die zur Fusion bereiten SSA Global und Infor Global Solutions sowie der zu Oracle gehörende Anbieter J.D. Edwards zur Konkurrenz. Doch deren Kunden seien durch die Übernahmen verunsichert. Dies komme IFS zugute. Ganz ohne Übernahmen agierte IFS jedoch nicht: Lange vor Sorbies Amtsantritt hatten sich die Schweden mit der Übernahme von GSB aus Erlangen in den deutschen Markt eingekauft. Weltweit beschäftigt das IFS 2600 Mitarbeiter.

Übernahmen ab 2007 möglich

Auch 2007 möchte Sorbie "bei der Marktkonsolidierung eine aktive Rolle spielen". Sein Unternehmen sieht er wegen der Eigentümerstruktur nicht als potenzielles Übernahmeopfer. Die Mehrheit am ERP-Hersteller hält der Investor Gustaf Douglas.

Vorteile gegenüber SAP sieht Sorbie in der angeblich flexibleren Software, den kürzeren und günstigeren Implementierungszeiten sowie dem direkten Draht der Anwender zum Hersteller. Im Gegensatz zu den Walldorfern betreue IFS die Kunden direkt (der mit Partnern erzielte Umsatzanteil liegt bei 23 Prozent). Daher finde sein Haus zunehmend Gehör bei Anwendern, die bereits SAP für das Finanzwesen eingeführt, jedoch für die Produktionssteuerung noch keine Entscheidung getroffen haben. "Das Leben neben SAP wird erträglicher", behauptet Sorbie. Hauptsächlich Anwender, die 100 bis 500 Benutzer mit Business-Lösungen versorgen wollen, hat IFS im Visier.

Infrastrukturstrategie in der Kritik

Auch Chief Technology Officer Dan Johnsson sparte nicht mit Seitenhieben auf die Konkurrenz: "SAP und Oracle benutzen Service-orientierte Architekturen als Rechtfertigung für Milliardeninvestitionen, um monolithische Software in Komponenten aufzubrechen." Zudem würden diese Firmen den Kunden Infrastruktursoftware aufzwingen. IFS dagegen habe nur den Verkauf von Business-Software im Sinn und betreibe kein Geschäft mit Middleware. Johnsson zufolge besteht die Schweden-Software schon seit Jahren aus Komponenten, weshalb der Ausbau in Richtung Service-orientierte Architekturen (SOAs) ohne große Anstrengungen möglich sei (siehe Seite 25).

Zu den 2200 Kunden von IFS zählt der Skihersteller Völkl. Das Unternehmen nutzt die ERP-Lösung unter anderem für Finanzbuchhaltung, Versand und Materialwirtschaft. Derzeit verwendet der Sportartikelhersteller die Version "Applications 2004", hat aber die Migration auf das Release 7 bereits ins Auge gefasst. "Insbesondere wegen der Funktionen für den weltweiten Betrieb ist Applications 7 von Interesse für uns", so IT-Leiter Gerold Fath im Gespräch mit der computerwoche. Völkl hatte zuvor das ERP-System "IFS-IV" im Einsatz, das auf die von IFS gekaufte GSB zurückgeht.

Völkls Firmentochter Marker, Hersteller von Skibindungen, nutzt ebenfalls IFS-Systeme. Derzeit überführt Fath die ERP-Datenbanken der Landesgesellschaften in eine zentrale Umgebung. Völkl und Marker sind wiederum Teil des amerikanischen Konzerns K2, was jedoch keinen Einfluss auf die ERP-Strategie hat.