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02.02.1996 - 

IBM und DAG einigen sich auf Haustarif

IG Metall: Die neue Regelung bedeutet noch keinen Fortschritt

Waehrend DAG und IBM in getrennten Pressemitteilungen den Abschluss eines neues Haustarifs zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf feiern, fragen sich die Vertreter der IG-Metall, welches der Grund dieser Euphorie sein koennte. Ihrer Meinung nach geht der neue Vertrag nicht ueber bisherige Regelungen hinaus. Im Gegenteil: In einigen Punkten gebe es eindeutige Verschlechterungen, wie Horst Richter von der IG-Metall-Zentrale in Frankfurt herausgefunden hat. So gelte der neue Vertrag nur noch fuer die Tarifangestellten, nicht aber fuer die Aussertariflichen, "und das sind eine ganze Menge", so Richter. Frueher bezog sich die Vereinbarung auf alle Mitarbeiter.

Auch beim Thema Telearbeit sieht der IG-Metall-Funktionaer eine Verschlechterung. Erhielten frueher Mitarbeiter, die einen ausserbetrieblichen Arbeitsplatz in Anspruch nahmen, 40 Mark pro Monat pauschal plus Erstattung von zusaetzlich angefallenen Kosten, so wird jetzt fuer Beschaeftigte, die im Rahmen des Erziehungsurlaubs zu Hause arbeiten, eine Einmalzahlung in Hoehe von 1000 Mark gewaehrt. Richters Kalkulation: "Wer mehr als zwei Jahre zu Hause bleibt, hat die 1000-Mark-Grenze ueberschritten".

Die aktuellen Regelungen gehen dennoch zugunsten der Mitarbeiter zum Teil weit ueber die gesetzlichen Bestimmungen hinaus. Das erkennt auch Richter an: "IBM galt in puncto soziale Absicherung der Mitarbeiter immer als innovatives Unternehmen."

Der neue Vertrag enthaelt unter anderem folgende Punkte:

- Eine Pflegezeit kann befristet fuer einen Zeitraum von mindestens vier bis maximal 36 Monaten in Anspruch genommen werden. Fuer die haeusliche Pflege von Kindern, die das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, koennen Mitarbeiter eine bezahlte Freistellung pro Kind und Kalenderjahr von bis zu fuenf Tagen in Anspruch nehmen. Darueber hinaus dauert bei der IBM der Erziehungsurlaub sechs Jahre fuer ein Kind bis maximal zehn Jahre fuer mehre Kinder.

- Waehrend Erziehungs- und Pflegezeiten koennen die Mitarbeiter auch von zu Hause aus an einem Telearbeitsplatz taetig sein.

Derzeit haben bei der deutschen IBM rund 2400 Mitarbeiter einen Telearbeitsplatz. Darunter befinden sich zirka 2000 mobile Arbeitsplaetze im Vertrieb und im technischen Aussendienst. Rund 350 Mitarbeiter erledigen im Rahmen der bereits 1991 abgeschlossenen Betriebsvereinbarung "ausserbetriebliche Arbeitsstaetten" einen Teil ihrer Arbeit zu Hause. Insgesamt will der Computerhersteller die Zahl der Telearbeitsplaetze erhoehen. IBM-Personalgeschaeftsfuehrer Hans-Werner Richter rechnet mit weiteren 500 bis 1000 mobilen Arbeitsplaetzen. Auch die ausserbetrieblichen Arbeitsstaetten sollen sich in den kommenden Jahren auf 600 bis 700 Arbeitsplaetze ausdehnen.