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23.02.2009

IG Metall warnt vor Vertragsbruch bei Jobgarantien - HB

BERLIN (Dow Jones)--Die IG Metall hat die Arbeitgeber eindringlich davor gewarnt, angesichts der Konjunkturkrise betriebliche Jobgarantien und Beschäftigungspakte infrage zu stellen. "Wer solche Pakte bricht, pulverisiert unser ganzes System aus tariflichen und betrieblichen Vereinbarungen", sagte der baden-württembergische IG-Metall-Bezirksleiter Jörg Hofmann dem "Handelsblatt" (HB/Dienstagsausgabe).

BERLIN (Dow Jones)--Die IG Metall hat die Arbeitgeber eindringlich davor gewarnt, angesichts der Konjunkturkrise betriebliche Jobgarantien und Beschäftigungspakte infrage zu stellen. "Wer solche Pakte bricht, pulverisiert unser ganzes System aus tariflichen und betrieblichen Vereinbarungen", sagte der baden-württembergische IG-Metall-Bezirksleiter Jörg Hofmann dem "Handelsblatt" (HB/Dienstagsausgabe).

"Wer auf Arbeitgeberseite jetzt meint, man könne hier mal eben bequem aussteigen, der muss wissen, was er anrichtet", warnte er. Der von den Tarifparteien in den vergangenen Jahren verfolgte Ansatz einer stärkeren Differenzierung innerhalb der Branche "würde damit irreparabel zerstört".

Hintergrund sind wachsende Befürchtungen, dass Unternehmen im Falle einer fortgesetzten wirtschaftlichen Talfahrt ihre Jobzusagen nicht einhalten können. Nach Angaben Hofmanns bestehen in der Metall- und Elektroindustrie allein im Schlüsselbezirk Baden-Württemberg rund 250 firmenbezogene Vereinbarungen mit Jobgarantien für zusammen rund 300.000 Beschäftigte. "Das ist immerhin die Hälfte der tarifgebundenen Beschäftigten", sagte Hofmann.

Zuvor hatten negative Prognosen über den weiteren Konjunkturverlauf die Sorge verstärkt, dass sich Unternehmen ab der zweiten Jahreshälfte zu Massenentlassungen gezwungen sehen könnten. Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser hatte am Wochenende gewarnt, das bisher stark genutzte Instrument der Kurzarbeit werde im Ernstfall "nicht weiter als bis zum Herbst" reichen.

Hofmann betonte, Abweichungen von gegebenen Jobgarantien könne es allenfalls im "äußersten Notfall" geben, wenn die Existenz eines Unternehmens bedroht sei. "Die Beschäftigten haben im Vertrauen auf die Zusagen schließlich schon Gegenleistungen erbracht - etwa durch Zugeständnisse bei Lohn und Arbeitszeit."

Zugleich warf der IG-Metall-Bezirkschef dem Arbeitgeberverband Gesamtmetall vor, die Debatte über eine mögliche Verschiebung von Tariferhöhungen unnötig anzuheizen. "Mich ärgert, mit welchem Impetus gerade Gesamtmetall eine flächendeckende Verschiebung fordert - nach dem Motto: Weil Abschwung ist, braucht man jetzt vereinbarte Lohnerhöhungen nicht zu zahlen", klagte Hofmann. Eine solche Positionierung sei sogar "kontraproduktiv", denn sie belastet das Verhandlungsklima "dort, wo dieser Weg im Einzelfall sinnvoll sein mag".

Mit dem Lohnabschluss von November 2008 hatten IG Metall und Arbeitgeber eine Klausel vereinbart, wonach Geschäftsleitung und Betriebsrat in Firmen mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten vereinbaren können, die normalerweise ab Mai fällige Lohnerhöhung um 2,1% um bis zu sieben Monate zu verschieben. Eine erste Lohnerhöhung von ebenfalls 2,1% erhalten die Metaller ab Februar.

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