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10.08.1990 - 

Weiterbildungs-Informations-System (WIS) setzt sich durch

IHKs sorgen für Transparenz auf dem Weiterbildungsmarkt

MÜNCHEN/BONN (CW) - Eine unübersehbare Anzahl von privaten, halbstaatlichen und staatlichen Weiterbildungsträgern bietet Kurse zu einer großen Themenvielfalt an. Mit Hilfe des Weiterbildungs-Informations-Systems (WIS) wollen die Industrie- und Handelskammern (IHK) sowohl für Privatinteressenten als auch für Unternehmen den Weiterbildungsmarkt übersichtlicher gestalten.

Mit der Vollendung des europäischen Binnenmarktes wird sich auch der Wettbewerb verschärfen, so daß ein hohes Qualifikationsniveau einen bedeutenden Standortvorteil darstellt So überrascht es nicht, daß eine Vielzahl von Trägern aus dem öffentlichen und privaten Bereich der Forderung nach beruflicher Weiterbildung Rechnung tragen.

Der Vorteil der Pluralität des Weiterbildungsmarktes bringt jedoch gleichzeitig den Nachteil der Unüberschaubarkeit des Angebots mit sich.

Um Transparenz in dieses große Angebot von Veranstaltungen zu bringen, hat der Deutsche Industrie- und Handelstag (DIHT) eine öffentliche Datenbank eingerichtet, das Weiterbildungs-lnformations-System (WIS).

Bis zu hundert Anfragen täglich

Diese Börse enthält ständig mehr als 5000 Seminartermine mit Informationen über Lehrgänge und Kurse zur beruflichen Weiterbildung unter anderem in den Bereichen: Unternehmensführung, EDV, Technik, berufsbezogene Sprachkurse, Aufstiegsweiterbildung, Personalführung sowie Fortbildungsprüfungen .

Die Datenbank kann sowohl von interessierten Einzelpersonen als auch von Unternehmen und Verbänden abgefragt werden. Die kostenlose Auskunftsdatenbank enthält die wichtigsten Daten zu Veranstaltern und Ansprechpartnern und informiert über Beginn, Dauer, Veranstaltungsort, Gesamtstundenzahl der Maßnahme, Preis, Teilnahmebedingungen und Inhalt der Veranstaltung.

Bis zu 100 Anfragen muß Yvonne Nägele von der IHK München täglich beantworten. Rund ein Drittel davon kommen von Privatpersonen, die in erster Linie Lehrgänge mit einem Abschluß suchen, zwei Drittel der Rauschenden sind Betriebe, die ihre Mitarbeiter zu Schulungen schicken wollen Es bestehe aber auch die Möglichkeit, so Nägele, über Datex-P in der Datenbank zu recherchieren .

Und dieses Angebot werde zunehmend von Großunternehmen, seien es jetzt die Allianz oder BMW, genutzt. Friedhelm Rudorf vom Industrie- und Handelstag in Bonn, zuständig für die Koordination des WIS, bestätigt diesen Trend und fügt ergänzend hinzu: "Gerade für die Abteilungen, die sich mit Personalentwicklung beschäftigen, also langfristig und bundesweit planen müssen, wird die Datenbank eine große Hilfe sein."

Bisher beteiligten sich nach Angaben von Rudorf 50 von 69 IHKs an dieser Weiterbildungsdatenbank. Angestrebt sei je doch, so schnell wie möglich alle IHKs an das WIS anzuschließen. Auch die Handwerkskammern sind dabei, in dieses Dienstleistungsgeschäft einzusteigen. Zehn Kammern verfügen bereits über WIS und bis spätestens Ende nächsten Jahres sollen alle 40 bundesdeutschen Handwerkskammern diesen kostenlosen Service eingerichtet haben.

Jeder Anbieter von Weiterbildungsveranstaltungen erfaßt seine Angebote auf dem eigenen PC. Diese Daten werden per Diskette zusammen mit einem Ausdruck an die IHK gesandt, die die Daten in die zentrale Datenbank einspeichern läßt. Dazu gibt es von der IHK ein Erfassungsprogramm (inklusive Benutzerhandbuch) für 100 Mark Des weiteren ist ein monatlicher Grundpreis von 3() e Mark und ein Speicherpreis pro | Veranstaltung von 30 Pfennig zu bezahlen. Rudorf dazu: "Diese Preise sind sehr günstig, wenn

man bedenkt, wie teuer den Veranstalter das Drucken und der Versand eines Seminarkalenders kommt."

Noch genügend schwarze Schafe

Der Markt für Weiterbildung wachst und wachst und wird immer unübersichtlicher. Um dieses Wirrwarr in den Griff zu bekommen, haben die Industrie- und Handelskammern einen Anfang gemacht, indem sie die unzähligen Termine in einer Datenbank, dem Weiterbildungs-lnformations-System (WIS) speichern, das jedem zugänglich ist.

Allerdings fehlen Qualitätsstandards für diese Veranstaltungen. Denn noch tummeln sich auch in diesem Markt genügend schwarze Schafe, die auf die schnelle Mark aus sind, wohl wissend, daß die Unternehmen einen großen Weiterbildungsbedarf haben.

Da aber WIS alle Bildungsträger aufnimmt, also keine Trennung zwischen seriösen und weniger seriösen Anbietern trifft, liegt es an den Veranstaltern selbst, ihr Angebot genau zu präzisieren. Im DV-Bereich müßten unter anderm folgende Fragen beantwortet werden: Steht für jeden Teilnehmer ein PC zur Verfügung? Aus wieviel Teilnehmern besteht ein Kurs? Sind Hard- und Software auf dem aktuellen Stand? Wie genau sind die Angagen über den Inhalt (was bedeutet denn ein DV-Grundkurs?) aber auch über die Voraussetzungen der Teilnehmer? Und schließlich: Was ist das Seminarziel? Nur mit einer derart detaillierten Beschreibung haben seriöse Anbieter eine Chance, sich von den schwarzen Schafen abzusetzen. hk