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23.03.1984 - 

Viel Bild mit wenig Bytes im IBM PC:

IICL speichert Bilder komprimiert

23.03.1984

Viele Menschen arbeiten mit Computer-Bildschirmterminals und benötigen, etwa im Falle von Systemen für den computergestützten Unterricht, auch die Möglichkeit, Grafiken auf dem Bildschirm darzustellen. Dabei will man einzelne neue Darstellungen aber nicht immer wieder mühevoll "per Hand" am Bildschirm entwickeln, sondern fertig vorliegende Zeichnungen sollten direkt mit Hilfe eines Aufnahmegerätes gestochen scharf auf den Bildschirm (und in den Speicher des Computers) gebracht werden können.

Ein derartiges System hat nun, sofern man den Angaben der Erfinder vertrauen darf, die Dr. Gerald Knabe GmbH in Korschenbroich (bei Düsseldorf) entwickelt: den IICL-Realbildprozessor. Als Leistungsmerkmale nennt das Unternehmen erstens die Geschwindigkeit, mit dem Bilder in den Computer gebracht werden können, und zweitens den Speicherplatz, den sie dort benötigen. Denn der soll ausgesprochen klein sein.

In Echtzeit digitialisiert

Der IICL eröffne die Möglichkeit, Realbilder über eine Fernsehkamera in Echtzeit digitalisiert auf einem Computer-Terminal sichtbar zu machen und erlaube es außerdem, diese dann auf dem Bildschirm manuell oder auch programmgesteuert zu bearbeiten, zu komprimieren und auf Magnetplatten abzuspeichern.

Dabei, so heißt es weiter, stünden folgende Funktionen zur Verfügung:

- Kontrastanhebung;

- Rasterung;

- Reduktion auf wenige Graustufen;

- Erweiterung der Zahl der Graustufen auf dem Bildschirm;

- Bild-Invertierung (Erzeugung eines Negativbildes);

- Bild-Reduktion auf reine Kanten- und Begrenzungslinien;

- Vergrößerung;

- Verkleinerung;

- Verschieben des Kamerabildes auf dem Bildschirm;

- Mischen des Kamerabildes mit Computer-Output;

- Mischen mit bereits abgespeicherten Bildern;

- und schließlich Komprimieren und Abspeichern eines synthetisierten Bildes.

Die gleichen Funktionen, so Niemann, können auch benutzt werden, um damit bereits gespeicherte Bilder weiterzubearbeiten und sie mit noch anderen, schon gespeicherten Bildern zu mischen.

Nach Niemanns Angaben muß man sich das elementare Arbeitsprinzip des neuen Systems so vorstellen, daß aus den zu speichernden Bildern "alle Leerräume weggedrückt"

und nur jene Informationen gespeichert werden, die unbedingt vonnöten sind, will man später das volle Bild wieder rekonstruieren.

Das IlCL-System, so Niemann, arbeite in Schwarzweiß und in Farbe und sei so schnell, daß man damit "problemlos auch Bewegtbilder abspeichern" könne. Denn die Digitalisierung, die programmgesteuerte Bildbearbeitung und die Komprimierung gehe in nur 20 Millisekungen über die Bühne. Vergleichbare Systeme sollen 100mal langsamer arbeiten...

Einzelne Dachriegel

Das hohe Tempo wird laut Niemann dadurch erreicht, daß alle kritischen Basis-Funktionen durch schnelle integrierte Spezial-Chips ausgeführt werden und daß es dadurch möglich geworden sei, die Programmierung auf die Angabe der gewünschten abzurufenden Bildverarbeitungsfunktion zu reduzieren - unnötiger Softwareaufwand entfalle also. Beispiele für solche Bildverarbeitungsfunktionen samt zugehörigem Parameter sind Befehle wie:

- Verkleinern mit dem Faktor x;

- Verschieben nach rechts um x Bildpunkte;

- Gesamtvorgang x-mal wiederholen;

Der ÜCL-Realbildprozessor ist laut Niemann "für jede Computer-Hardware adaptierbar"- zur Zeit werde er übrigens für die Slots des IBM-Farb-PC adaptiert und er soll dann auf der Hannover-Messe offiziell vorgestellt werden. IBM selber will den lICL-Prozessor laut Niemann in der Verkaufsförderung für den PC einsetzen.

Fragt man Niemann nach praktischen Anwendungsmöglichkeiten des lICL-Prozessors, so bekommt man zur Antwort, die Vielfalt möglicher Anwendungen sei immens groß und jede Diskussion mit potentiellen Interessenten fördere immer wieder völlig neue, bislang nicht ins Blickfeld geratene Nutzanwendungen zutage.

So könnte man den Prozessor beispielsweise "als Hilfsmittel bei Auswahlprozessen" einsetzen, denn mit ihm könne man ja jetzt dem Mann am Computer-Bildschirm gleich auch beliebige Objekte in Realbild-Darstellung vor Augen führen. "Denken sie doch bitte bloß an die Verwaltung eines Materiallagers, sagt Niemann, oder auch an die Verkaufsförderung im Bereich Marketing.

Anwendungen sieht Niemann auch im Sektor Fertigungskontrolle oder auch bei der Prozeß-Simulation. Und dann ist da natürlich noch der weite Bereich des computergestützten Entwerfens (CAD). "Mit IICL wi(..) es dann ja möglich sein, einmal gezeichnete abfotografierte und in den Speicher überspielte Grafik in beliebiger Größe und Menge auf dem Bildschirm zu präsentieren. Beispielswiese genüge es, einen einzelnen Dachziegel aufzunehmen, um später auf dem Display das ganze, eingedeckte Dach erscheinen zu lassen...

Das gehe überdies schneller als bisher vonstatten, da der Computer die Grafik ja nicht mehr in der üblichen Weise langwierig errechnen müsse.