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10.09.1982 - 

Internationaler Kongreß für Datenverarbeitung und Informationstechnologie mit 700 Teilnehmen:

IKD Berlin entwickelt sich zum Softwarekongreß

BERLIN - Der Versuch des Programmkomitees des Internationalen Kongresses für Datenverarbeitung und Informationstechnologie, dem IKD '82 Berlin, eine softwaretechnische Zielsetzung zu geben, ist nur teilweise gelungen (siehe auch IKD-Bericht Seite 2).

Zwar gab es Handfestes für die rund 700 Besucher von Kongreß und Ausstellung vor allem in den Workshops. "Entwicklung von Anwendungs-Software" sowie "Projektorganisation und Werkzeuge", doch wurde das Konzept der "Standartbestimmung von Softwaretechnologie" (Ausstellungs-Chairman Dietrich Jaeschke vom Berliner Softwarehaus PSI) durch Modethemen der Büroautomation und öffentlichen Datenkommunikation verwässert. Jaeschke über das IKD-Programm: "Wir mußten Konzessionen machen."

Daß eine Beschränkung auf das Gebiet des Softwareentwurfs, der Programmentwicklung schlechthin, begrüßt worden wäre, bestätigten viele Teilnehmer. Die AMK Berlin Ausstellungs-Messe-Kongreß GmbH habe als Veranstalter überdies versäumt, auf den Schwerpunkt "Software" beim diesjährigen IKD eindringlich hinzuweisen, meinten Kongreß-Insider. "Die Software-Problematik beschäftigt alle", bekräftigte Dr. Heinz Streicher von der BP-Tochter SCS, da ist Musike drin." Dagegen habe das Kongreßmotto "Den technologischen Fortschritt für Anwender verstehbar - beeinflußbar - nutzbar machen" nach den Worten von IKD-Beobachtern mehr verwirrt, als daß es die Stoßrichtung der Berliner Veranstaltung verdeutlichte. Während Jaeschke "DV-Fachleute von Anwendern und Herstellern" als Zielgruppe nannte, wollte Eckhard Fuchs, Vorsitzender des Programmkomitees, auch Meldungen von Fachabteilungen ausgemacht haben, "die sich hier über die neuen Möglichkeiten benutzernaher Datenverarbeitung informieren." Butter-und-Brot-Themen der DV-Praxis waren freilich Mangelware im IKD-Programm.

Den Hauptvortrag anläßlich der IKD-Eröffnung nutzte Dr. Jean-Marie Cadiou von der Kommission der Europäischen Gemeinschaften zu einer "Tour d'horizon". Sein Thema: "Die Herausforderung neuer Informationstechnologien für Europa"'. Der EG-Experte ging auf die Konkurrenzsituation am Weltmarkt ein und betonte die Aufgabe der Regierungen , die Entwicklung von "Common Standards" und einer adäquaten europäischen Telekommunikations-Infrastruktur voranzutreiben. Cadiou verwies in diesem Zusammenhang auf das japanische "Fifth Computer Generation Project", das eine Herausforderung sowohl für die Europäer als auch für die Amerikaner darstelle.

Ähnlich der Tenor bei dem Referat von David H. Brandin, Präsident der amerikanischen Association for Computing Machinery (ACM) in New York. Zwar zeige sich in den ehrgeizigen Plänen der Japaner ein Trend zu künstlicher Intelligenz und eine "Abkehr von der Von-Neumann-Architektur", doch seien derartige Dinge, so der ACM-Funktionär, für westliche Computer-Scientists nichts umwerfend Neues.