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17.05.1991 - 

10 000 Dateien auf einem Desktop

"Ikonenbaum" von Xerox ordnet das Chaos auf dem Bildschirm

FRAMINGHAM (IDG) - Grafische Computeroberflächen orientieren sich an Büroschreibtischen. Bekanntlich sammelt sich jedoch auch auf dem Bildschirm ein ungeordneter Wust an Formationen an. Diesen Mißstand wollen nun die Wissenschafter der Xerox Laboratories mit dem "Information Visualizer" beheben.

Das Produkt befindet sich derzeit noch im Entwicklungsstadium. Im Rahmen eines Tests wurde damit jedoch bereits die gesamte Struktur einer Unix-Implementierung mit 600 Verzeichnissen und über 10 000 Dateien übersichtlich auf einem Bildschirm dargestellt.

Begeistert äußern sich dazu Jock Mackinlay und George Robertson, die Entwickler von Xerox Park: Das war vermutlich das erste Mal, daß jemand gesehen hat, wie die Verzeichnisstruktur von Unix wirklich aussieht.

Möglich wird dieser umfassende Überblick durch eine Technik, die von den - Entwicklern als dreidimensionaler, "Ikonenbaum" bezeichnet wird. Die 3D-Darstellung erlaubt es, die gesamte Struktur von Dateiverzeichnissen und Symbolen platzsparend auf einem Bildschirm darzustellen. Dabei sind aktive Verzeichnisse deutlich hervorgehoben, während die anderen schattiert, aber noch erkennbar im Hintergrund auf einen Aufruf warten. Setzt der Anwender den Ikonenbaum in Rotation, so werden auch die Anordnung der Ikonen und ihre Verbindungen untereinander transparent.

Neben der Dreidimensionalität zeichnet sich die Technik der Xerox-Oberfläche durch eine Animationskomponente aus, die von Mackinlay und Robertson als Cognitive Processor bezeichnet wird. Damit ist es nach Angaben der Entwickler möglich, durch die dreidimensional dargestellten Verzeichnisse wie durch Räume zu wandern.

Die zunehmende Unordnung auf den grafischen Oberflächen war nur einer von mehreren Auslösern für die Entwicklung des Information Visualizer. Ausgangsthese der Xerox-Wissenschaftler war darüber hinaus, daß es wesentlich weniger ressourcen- und kostenintensiv wäre, Informationen direkt vom Desktop anstatt aus entfernten Datenbanken oder Bibliotheken zu holen. Dazu mußte jedoch erst ein Desktop entwickelt werden, auf dem große Mengen von Informationen so abgelegt werden können, daß der Anwendern nicht den Überblick verliert.