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07.11.2007

"ILM was soll das sein?"

Mit Dan Warmenhoven, Chief Executive Officer von Network Appliance, sprach CW-Redakteurin Kriemhilde Klippstätter.

CW: Nach vielen Jahren des Höhenflugs verzeichnete Netapp erstmals einen Quartalsverlust. Was sind die Gründe dafür?

Warmenhoven: Schuld daran sind unsere großen Kunden in den USA. Es handelt sich dabei vor allem um Finanzinstitute, die von der Immobilienkrise betroffen sind. Auch Kunden aus dem IT-Sektor haben weniger bestellt warum, wissen wir nicht. Tatsache ist, dass von den 40 größten Kunden 20 aus den USA stammen und mit zehn das Geschäft rückläufig ist. Da fällt es schwer, auf Wachstumskurs zu bleiben.

CW: Wie reagieren Sie darauf?

Warmenhoven: Wir müssen unsere Kundenbasis vergrößern. Unsere Studien ergeben, dass von den weltweit größten 5000 Unternehmen nur 1000 zu unseren Kunden zählen. Da haben wir also noch Spielraum.

CW: Werden Leute entlassen?

Warmenhoven: Nein, wir beschäftigen derzeit rund 7000 Mitarbeiter und haben etwa 200 Leute neu eingestellt. Wir rechnen mit zirka 1000 zusätzlichen Mitarbeitern in diesem Jahr.

CW: Erwarten Sie, dass sich Storage as a Service demnächst auch im Geschäftsbereich durchsetzt?

Warmenhoven: Ich sehe derzeit kein Geschäftsmodell, mit dem sich damit Geld verdienen ließe. Seit zehn Jahren kämpfen Anbieter solcher Dienste mit dem psychologischen Problem, dass Anwender ihre Daten ungern in fremde Hände geben. Außerdem ist schwer darzustellen, wie Anwenderunternehmen durch diese Dienstleistung Geld sparen können. Was die Kunden beziehen, ist ein Sicherheits- und Business-Continuity-Service.

CW: Ist ILM - Information-Lifecycle-Management noch immer ein Thema?

Warmenhoven: (lacht) Was soll das sein?

CW: Sie verabscheuen den Begriff wahrscheinlich, weil er von EMC benutzt wird.

Warmenhoven: Nein, nein, unsere Kunden verwenden den Begriff auch. Mein Standpunkt dazu ist, dass man keinen arbeitsintensiven Prozess zum Verwalten der Daten einrichten sollte, wenn es einen automatisierten gibt. Und ILM ist sehr arbeitsintensiv.

CW: Wie wollen Sie das Problem der Datenklassifizierung lösen?

Warmenhoven: Der Anwender will seine Daten von einem teuren Speicher auf einen billigen migrieren. Und er benötigt ein Online-Archiv, um die Daten schnell wiederzufinden, aber auch aus Compliance-Gründen. Netapp spricht von Datenarchivierung und -migration. Das alles ILM zu nennen verwirrt.

CW: Welche Bedeutung hat Green IT für Netapp?

Warmenhoven: Es ist natürlich wichtig, den Energiebedarf der Geräte zu senken. Das größte Einsparpotenzial bieten die Server, die sich virtualisieren lassen. Dazu ist es aber notwendig, dass auch die Speicherlandschaft angepasst wird, und das erfordert ein komplettes Reengineering. Derzeit setzt sich dafür iSCSI durch, weil es sehr flexibel ist. Wir machen gegenwärtig mehr Geschäft mit VMware als die VMware-Mutter EMC.

CW: Was erwarten Sie in Zukunft für die Speicherbranche?

Warmenhoven: Im Jahr 2010 werden Flash-Speicher billiger als Festplatten sein. Zudem sind sie dann noch energieeffizienter und haben wohl auch keine Probleme mehr mit der Wiederbeschreibbarkeit.

CW: Dann passt der Netapp-Filer in die Jackentasche?

Warmenhoven: Genau, und das passiert innerhalb von zwei Produktgenerationen.

CW: Ein Wort zur Übernahme von Storagetek durch Sun.

Warmenhoven: Ich kenne keinen Fall, wo zwei Ochsen, die man aneinanderbindet, besser fliegen als einer allein. Aus finanzieller Sicht gibt die Übernahme Sinn, aus technischer nicht.

CW: Was kann die Open-Source-Gemeinde von dem Rechtsstreit zwischen Sun und Netapp um das File-System ZFS erwarten?

Warmenhoven: Wenn wir gewinnen, dann ist ZFS nicht mehr kostenlos. Wenn jemand das in ein Betriebssystem integriert, dann interessiert uns das nicht. Baut aber jemand einen Speicher damit und verlangt Geld, soll er von uns eine Lizenz kaufen.