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23.03.2006

Ilog will sich für SOAs empfehlen

Fachanwender sollen mit dem komplett überarbeiteten "Jrules 6" einfacher Geschäftsregeln aufstellen und besser als bislang mit Entwicklern zusammenarbeiten können.

Mit Jrules 6 führt der Spezialist für Geschäftsregelsoftware ein eigenen Angaben zufolge völlig überarbeitetes Produkt ein. Drei Jahre Entwicklungsarbeit hat die Firma investiert. Herausgekommen ist ein Produkt, das ein neues Repository aufweist, mehr Leistung bieten soll und sich dem Anwender mit einem Web-basierenden Benutzer-Interface präsentiert.

Ilog stellt Rules-Engines her, die außerhalb von Applikationen wirken, deren Ablauf jedoch beeinflussen können. Regeln lassen sich auch zur Laufzeit anpassen, da sie nicht in Programmcode ausformuliert werden. Das auf Java aufsetzende Jrules verfügt über Schnittstellen zu Business-Process-Management-Lösungen von Partnern wie IBM, Bea und Oracle.

Synchronisation

Die neue Benutzerschnittstelle soll es vor allem den Business-Anwendern (das können zum Beispiel Vertriebsexperten sein) erleichtern, Regeln zu formulieren oder zu ändern. Angebunden an das System sind aber auch weiterhin Java-Entwickler. Die Jrules-Umgebung der Softwareexperten und der Fachanwender sind über einen Synchronisationsmechanismus verbunden. Änderungen im Regelwerk können die IT-Experten identifizieren und falls erforderlich ihre selbst geschriebenen Java-Programme adaptieren. Beide Benutzergruppen arbeiten auf dem ebenfalls neuen "Team Server".

Bisher gab es keine so klare Trennung der Funktionsbereiche für Entwickler und Fachanwender. Dies sei aber erforderlich, um letztere in die Pflege von Geschäftsregeln einzubeziehen. Solche Regeln können beispielsweise zur Preisfindung genutzt werden.

.NET-Lösung

Doch Ilog will nicht nur neue Funktionen liefern, sondern erhofft sich mit Jrules 6, seine Stellung als Lieferant von Geschäftsregellösungen auszubauen. "In diesem Jahr wird der Markt für Business Rules dramatisch zulegen", gibt sich CEO Pierre Haren im Gespräch mit der computerwoche überzeugt. Seiner Meinung nach würde das Thema sowohl von Anwendern und Herstellern als wichtig eingeschätzt, die sich mit Service-orientierten Architekturen (SOA) beschäftigen.

Anwendungsunabhängige Geschäftsregeln sollen im Konzert mit BPM-Plattformen die Abläufe in SOAs steuern. Ilog will dies sowohl in Java- als auch in .NET-Umgebungen ermöglichen. Das Produkt für die Microsoft-Welt hinkt jedoch hinter der Entwicklung im Java-Umfeld hinterher. Daher können .NET-Anwender noch nicht die mit Jrules 6 offerierten Funktionen nutzen. Dies soll innerhalb der nächsten zwölf bis 18 Monate nachgeholt werden. Im Gegensatz zu anderen BPM-Anbietern gestaltet sich für Ilog die Zusammenarbeit mit Microsoft und SAP dem Vernehmen nach schwieriger. Die Integration mit dem Biztalk Server ist bei weitem nicht so eng wie mit Werkzeugen von IBM und Bea.

Trotz vieler Versuche gelang es den Franzosen zudem bis-lang nicht, Jrules als Rules-Engine für Netweaver zu etablieren. Zumindest wird es vermutlich Mitte des Jahres eine Zertifizierung für die SAP-Plattform geben, so dass Nutzer das Produkt auf dem Applikations-Server der Walldorfer betreiben können. Ferner ist die Anbindung des Entwicklungssystems "Visual Studio .NET 2005" geplant. Java-seitig integriert Ilog schon Entwicklungswerkzeuge, das Produkt lässt sich über Eclipse bedienen. Voraus hat die .NET-Lösung dem Java-Produkt die Office-Integration. Nur mit der Variante für die Microsoft-Plattform haben Nutzer die Möglichkeit, Geschäftsregeln mit Word und Excel zu bearbeiten.

Plattformunabhängig

Die Unterschiede zwischen der .NET- und der Java-Software sollen in Zukunft verschwinden. "Es gibt zwar noch keinen detaillierten Plan, doch wir haben vor, eine plattformunabhängige Architektur zu bauen, die gleiche Funktionen für beide Welten bietet", erläutert Jean-Francois Abramatic, Chief Product Officer, gegenüber der computerwoche.

Anwendern, die von Jrules 5 auf die Version 6 migrieren wollen, sollen Werkzeuge für den Umstieg erhalten. Da das neue Release komplett überarbeitet wurde, dürfte ein Umstieg insbesondere für Kunden, die viele Änderungen am Standard vorgenommen haben, allerdings mit Aufwand verbunden sein.

Neue Aufgaben für Jrules

Henry Peyret, Senior Analyst bei Forrester Research in Amsterdam bestätigt die von Ilog skizzierte Bedeutung von Geschäftsregeln im SOA-Umfeld. Solche Techniken können helfen, Composite Applications (Anwendungen, die sich aus Web-Services zusammensetzen, die andere Applikationen bereitstellen) zu bauen. "In fünf Jahren werden Rules-Management-Systeme integraler Bestandteil jeder SOA-Plattform sein." Business-Rules lassen sich auf verschiedenen Ebenen innerhalb einer SOA verwenden, beispielsweise auch für die Definition von dynamischen Benutzerrollen.

Welche Rolle Spezialisten wie Ilog zufällt, ist allerdings noch nicht ausgemacht. Für Peyret gibt es gibt zwei mögliche Szenarien: Ähnlich wie die Portalspezialisten könnten Firmen wie Ilog durch Übernahmen vom Markt verschwinden oder sie - so wie Tibco im Geschäft mit Enterprise-Service-Busses -behaupten sich als Best-of-Breed-Anbieter. (fn) u