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29.09.1995

Im Aktientausch fuer 150 Millionen Dollar Convex-Kauf bringt HP Wissen ueber massiv-parallele Rechner

MUENCHEN (CW) - Hewlett-Packard (HP) kauft die Convex Computer Corp. (CCC). Beide Unternehmen unterzeichneten eine Vereinbarung, wonach der Supercomputer-Anbieter im Zuge eines Aktientausches in den Besitz von HP uebergeht. Convex-Anteilseigner werden fuer jede ihrer Aktien HP-Anteile im Wert von 4,83 Dollar erhalten. Den Gesamtwert der Transaktion gab Hewlett-Packard mit 150 Millionen Dollar an.

Nach dem geschlossenen Abkommen hat Convex zwar das Recht, sich auch noch nach einem anderen Partner umzusehen. Wie der Mini- und Supercomputeranbieter erklaerte, gebe es aber keine diesbezueglichen Gespraeche.

Durch die Uebernahme wird Convex zur hundertprozentigen HP-Tochter, die unter dem Namen "Convex Technology Center of HP" firmieren wird. Seit 1992 besass HP bereits einen Anteil von fuenf Prozent an Convex.

Mit dem Kauf sichert HP das Ueberleben eines weiteren in die Krise geratenen Supercomputer-Herstellers. Im Zuge der allgemeinen Entspannung im Ost-West-Verhaeltnis sowie einer abgebremsten weltweiten Wirtschaftsentwicklung sass auch den Militaers das Geld nicht mehr so locker. Dies spuerten insbesondere die Hersteller von Hoechstleistungsrechensystemen.

In der Folge gerieten immer mehr Supercomputer-Anbieter in die Bredouille. Allein seit 1994 mussten mit der Thinking Machines Corp. (TMC), der Kendall Square Research Corp. (KSR) und der Cray Computer Corp. - einem Spin-off der Cray Research Inc. - drei namhafte Firmen die Segel streichen.

Selbst der weltweite Marktfuehrer fuer Supercomputer, die Cray Research Corp., hat mit Problemen zu kaempfen: Das erste Quartal des laufenden Geschaeftsjahres beendete das Unternehmen mit einem Verlust von 48,3 Millionen Dollar. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatte das Geschaeftsergebnis noch ein Plus von 22 Millionen Dollar aufgewiesen.

HP hatte bereits 1992 ein Technologieabkommen mit Convex geschlossen. Danach entwickelte das Unternehmen aus Richardson, Texas, auf Basis der HP-PA-RISC-Prozessoren MPP-Rechner (MPP = Massiv-paralleles Processing). Ein erstes Exemplar-Modell, das System "SPP1000/XA-48", hatte Convex im Sommer 1994 an der Universitaet Erlangen-Nuernberg installiert.

Fuer HP duerfte die Akquisition sehr willkommen sein: Mit den Convex-Ingenieuren holt sich das seit Jahren auf einer Erfolgswelle reitende Unternehmen aus Kalifornien Know-how fuer den Supercomputer-Bereich ins Haus. Ausserdem schliesst HP mit dem Einkauf die letzte verbleibende Luecke im Angebotsspektrum.

Bislang schon offeriert HP PCs mit Intel-Prozessoren. Dies sind die einzigen HP-Rechner, die mit anderen als HP-PA-RISC-CPUs arbeiten. Die RISC-Palette reicht vom PC ueber Workstations bis zu Multiprozessor-Midrangeservern sowohl unter Unix als auch unter dem proprietaeren MPE-Betriebssystem.

Insbesondere fuer Hoechstleistungsrechenaufgaben in Spezialbereichen springen die MPP-Maschinen von Convex ein, wenn die Leistung von HPs SMP-Rechnern (SMP = Symmetrisches Multiprocessing) nicht mehr ausreicht. Da die Systemsoftware der massiv-parallelen Exemplar- Rechner binaerkompatibel zu Hewlett-Packards Unix-Derivat HP-UX ist, koennen nach Aussagen des Unternehmens aber auch herkoemmliche HP-UX-Anwendungen genutzt werden.