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08.06.1990 - 

Im Großunternehmen erprobte Einsatzmöglichkeiten neuester IuK-Techniken

Im Binnenmarkt-Wettbewerb Mehrwertdienste unabdingbar

"Wie Sand am Meer" gibt es Checklisten, Hochglanz-Broschüren und Fachbücher, die den Segen der modernen Informations- und Kommunikationsmittel als Wettbewerbsinstrument preisen. Die meisten haben den Nachteil, diese Techniken hochzujubeln, "wie Blinde die Farbe".

Die Bedeutung einer zügigen und gezielten Informationssuche mit hohem Informationsgehalt wird für alle Branchen einer Volkswirtschaft immer größer. Die Arbeit mit gedruckten Informationsquellen ist sehr teuer und birgt die Gefahr mangelnder Aktualität.

Der Nutzen aktueller Online-Datenbanken von professionellen Informationsanbietern wird immer größer, unabhängig von der einzelnen Thematik. Der Aktualitätsstand von wirtschaftlich ausgerichteten, naturwissenschaftlichen und medizinisch-pharmazeutischen Datenbanken ist Garant für eine hohe Entscheidungsqualität. Besonders deutlich wird dies bei der schnellen Reaktion auf Börsen- und Wechselkurs-Schwankungen im Finanzgewerbe.

Neben der hohen Aktualität bestechen Online-Datenbanken durch die Genauigkeit in der Recherche. Die zeitraubende Suche bei Papier- oder Mikrofilm-gebundenen Informationsträgern entfällt mit der geübten Suche in Datenbanken. Oftmals wird in Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen bei der Bewertung von Online Datenbanken der große Such- und Arbeitsaufwand konventioneller Problemlösung völlig mißinterpretiert.

Doch hier liegt auch ein wesentlicher Nachteil, der zur Zeit noch den Online-Datenbanken anhaftet: die Abfragesprache und der Verbindungsaufbau inklusive der administrativen Vorkehrungen.

Neben der Fülle der zur Verfügung stehenden Datenbanken gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Abfragesprachen. Erschwerend kommt hinzu, daß die einzelnen Abfragesprachen zudem für den Anwender einer Fachabteilung schwer verständlich sind.

Arbeitsfelder für Serviceanbieter

Hier bieten sich Arbeitsfelder für Serviceanbieter an. Zum einen kann ein Dienstleister in den Abfragesprachen bewanderte Spezialisten, die sich für ein Unternehmen nicht rechnen, für die Durchführung von Suchrecherchen vorhalten. Dieser unter dem Begriff "Information Broking" bereits bekannte Service entbindet die Unternehmen davon, Fachleute einzustellen, die die vielfältigen Abfragesprachen beherrschen. Die Experten verfügen darüber hinaus über Kenntnisse, in welchen Datenbanken die benötigten Informationen vorhanden sind.

Für den Fall, daß ein oder mehrere Unternehmen des Corporate Networks sich die Informationsrecherche im eigenen Hause vorbehalten wollen, besteht die Möglichkeit, die Suchrecherche über eine komfortable Abfrageschnittstelle etwa maskengesteuert im Page-Mode zu realisieren.

Hilfe für den Recherche-Laien

Die Abfrageschnittstelle stellt der Serviceanbieter bereit, sie ist für den Recherche-Laien in der Fachabteilung des angebundenen Unternehmens leichter zu handhaben als der Expertenmodus Line-Mode. Der Vergleich zum User Agent bei X.400 ist naheliegend. Dieses Verfahren praktizieren verschiedene Carrier und Mailbox-Anbieter bereits. Das Ergebnis der Recherche wird dabei in der Postbox des einzelnen Users abgelegt.

Ein zusätzlicher Service, der von einem Netzwerkbetreiber angeboten werden könnte, ist die Bereitstellung von Verbindungen zu dem Host des Informationsanbieters. Hierbei ist zu unterscheiden zwischen:

- der direkten Koppelung des Netzwerks mit dem Host der Informationsanbieter und

- der Installation eines Rechners, der im Sinne eines DDP-Konzepts für alle angebundenen Unternehmen durch Rechner-Rechner Koppelung die Anwendung des Zugriffs auf externe Datenbanken abwickelt.

Der erste Fall bewirkt lediglich eine transparente Durchschaltung. Seitens des Anwenderunternehmens sind jedoch unterschiedliche Aktivitäten einzuleiten. So ist der Zugriff auf externe Datenbanken in eine unternehmensspezifische Oberfläche einzubinden.

Aufwand liegt im Verbindungsaufbau

Der entscheidende Aufwand liegt allerdings im Verbindungsaufbau. Unter der Voraussetzung einer Nicht-OSI-Welt ist zu jedem Host, der nicht über die Schnittstelle des Anwenderunternehmens anzusprechen ist, eine bilaterale Protokollkonvertierung einzurichten und zu pflegen. Bei der Vielzahl möglicher Hosts, auf denen externe Datenbanken resident sind, birgt dies einen erheblichen Aufwand. Weitere Probleme sind die Entwicklung eines kostenstellengerechten Accountings und die damit eng verbundene Berechtigungsprüfung, vor allem bei der Lösung des externen Zugriffs von Terminalnetzen, LANs und PC-Netzen.

Teuer: Recherche in externen Datenbanken

Beide Probleme lassen sich als Service durch einen Netzwerkbetreiber für alle Unternehmen lösen. Die lästige und verwaltungsintensive Vertragsverfolgung im direkten Verhältnis zwischen den Anwenderunternehmen und den Informationsanbietern kann effizienter über einen Netzwerkbetreiber für alle Nutzer abgewickelt werden.

Schließlich läßt sich als weiterer Service, den ein Netzwerkbetreiber im Zusammenhang mit der Nutzung externer Datenbanken bieten kann, die Bereitstellung eines Speichers zusammen mit einem Retrieval-System denken.

Die Informationsrecherche in externen Datenbanken ist sehr teuer Wenn eine Abfrage durch einen Nutzer eingeleitet wird, sollte das Ergebnis auch im Retrieval-System des Netzwerkbetreibers mit einem Zeitstempel gespeichert werden. Sofern ein anderes Unternehmen dieselbe Abfrage starten will, könnten Kosten gespart werden. Bevor ein Zugriff auf den externen Informationsanbieter durchgeführt wird, ist es dem zweiten Nutzer möglich zu prüfen, ob ein anderes Unternehmen bereits die Abfrage getätigt hat. Doppelte Kosten für eine redundante Recherche könnten so vermieden werden.

(wird fortgesetzt)