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12.03.2004 - 

Business Intelligence

Im Datenchaos den Überblick behalten

HANNOVER (as) - Datenbankgestützte Analyse- und Berichtswerkzeuge für Business Intelligence (BI) entwickeln sich immer mehr zu strategischen Instrumenten der Unternehmenssteuerung. Damit verbunden ist die Hoffnung, operative Daten effzienter nutzen zu können. Die Hersteller reagieren auf die steigende Nachfrage mit immer umfassenderen Angeboten, wobei dieses Jahr vor allem Lösungen für das Massenberichtswesen im Mittelpunkt stehen.

BI-Werkzeuge sind aus vielen Unternehmen nicht mehr wegzudenken. Meist mit einem Data Warehouse kombiniert dienen sie dazu, Fachkräfte auf verschiedenen Hierarchieebenen beim Erfassen, Auswerten und Verteilen der benötigten Geschäftsinformationen zu unterstützen. Dabei propagieren Analysten und immer mehr Hersteller heute den Ansatz eines Corporate- oder Business-Performance-Managements (CPM/BPM). Mit ihm sollen BI-Softwarelösungen mehr als bisher die gesamte Wertschöpfungskette eines Unternehmens beobachten und auswerten, um Informationen verfügbar zu machen, mit denen sich die Leistung eines Unternehmens verbessern, steuern, umsetzen und bewerten lässt. Wie und wohin sich die Produkte dabei im Einzelnen entwickeln, können Besucher auf der CeBIT erfahren, für die sich die meisten der führenden Anbieter, mit Ausnahme von Hyperion Solutions, angekündigt haben.

Markt sortiert sich neu

Schwerpunkte sind dieses Jahr Neuerungen im Berichtswesen, die engere Integration der Produkte in Microsoft Office sowie Praxisbeispiele. Interessant wird es dabei vor allem sein, wie sich der Markt und die Technik für Software für das Massenberichtswesen entwickeln werden. Dieses Marktsegment war lange Spezialisten wie Actuate oder Crystal Decisions vorbehalten gewesen, da andere Hersteller unter BI vor allem die Analyse von Geschäftsinformationen mit Hilfe von Tools für Ad-hoc-Abfragen und Online Analytical Processing (Olap) verstanden und eher den versierten Endanwender ansprechen wollten beziehungsweise über keine leistungsfähigen Berichtslösungen verfügten.

Diese Situation hat sich fundamental geändert. So erlebte der Markt im letzten Jahr eine Welle an Übernahmen und Produktneuvorstellungen für das Berichtswesen. Gründe für diesen Sinneswandel sehen Marktbeobachter vor allem darin, dass Berichtslösungen auch heute noch die wesentliche Anwendungsdomäne für BI sind und viele Unternehmen in den Ausbau dieser Lösungen investieren wollen, um immer größere und unterschiedlichere Benutzergruppen einzubinden. Zugleich beeilen sich die Hersteller, ihr Portfolio dahingehend zu ergänzen oder zu modernisieren, dass sie bei Kunden mit einem möglichst vollständigen und idealerweise integrierten Angebot (BI-Plattform) punkten können. Übernahmen wie die von Crystal Decisions durch Business Objects oder Brio Software durch Hyperion Solutions fallen in diese Kategorie.

Cognos dockt bei SAP an

Einer der ersten BI-Spezialisten, der im letzten Jahr das Reporting-Thema neu aufgegriffen hatte, ist Cognos (Halle 3, Stand C36). Dieser Anbieter zeigt in Hannover mit "Reportnet" eine eigenentwickelte Web-basierende Berichtssoftware, die neben individuellen Ad-hoc-Analysen und Funktionen zur Formatierung und Personalisierung auch die Berichtsgenerierung direkt aus operativen Systemen heraus ermöglichen soll. In diesem Zusammenhang hat Cognos von der SAP bereits mehrere Zertifizierungen für den Einsatz von Reportnet mit der BI-Software "Business Information Warehouse" (SAP BW) erhalten. Neuestes Prädikat ist "Powered by SAP Netweaver", das eine korrekte Implementierung des "Cognos Dispatcher Service 1.0" auf dem "Web Application Server 6.20" der Walldorfer bescheinigt. Reportnet ist Teil der BI-Plattform "Series 7" von Cognos, die ebenfalls auf der CeBIT zu sehen ist. Inhaltlich bildet CPM den diesjährigen Themenschwerpunkt.

Ebenfalls mit einer Neuentwicklung und Praxisbeispielen für BI und das Berichtswesen wartet Microstrategy mit "Report Services" auf (Halle 1, Stand 6a11). Die Web-basierende Software ist eine integrierte Komponente der BI-Plattform "Microstrategy 7i" und soll wie das Konkurrenzprodukt von Cognos eine einheitliche Basis für alle Anforderungen im Massenberichtswesen bereitstellen. So lassen sich laut Hersteller Reports als Scorecard mit Leistungsindikatoren bis hin zu mehrseitigen operativen Berichten erstellen und verteilen. Dabei verspricht Microstrategy, dass Kunden ihre firmeninternen Vorgaben pixelgenau im Bericht umsetzen können. Zudem ist in Hannover erstmals mit "Microstrategy Office" ein Add-in für Microsofts Büropaket zu sehen. Dieses eröffnet die Option, BI-Funktionen des Anbieters über die Menüleiste in Excel, Word oder Powerpoint einzubinden.

Microsoft greift an

Als neuer Akteur im Reporting-Markt stellt sich auf der CeBIT auch Microsoft (Halle 4, Stand A38) vor. Mit der auf dem .NET-Framework entwickelten Server-Lösung "Reporting Services" schließt der Hersteller nach eigenen Angaben eine Lücke im BI-Portfolio, das auf der Datenbank SQL Server 2000 basiert. Die Berichtssoftware ist Vorbote des nächsten, vermutlich 2005 auf den Markt kommenden Datenbank-Release, Codename "Yukon", das eine integrierte Plattform für die Datenintegration, Analyse, Data Mining und Reporting verspricht. Laut Microsoft lassen sich mit den als Teil der Datenbanklizenz gelieferten Reporting Services beispielsweise Daten aus Quellsystemen von Oracle, IBM oder der Software AG extrahieren und in HTML-, XML- und PDF publizieren.

Wie üblich setzt Microsoft beim Vertrieb und den Erweiterungen seiner Infrastrukturprodukte auch bei den Reporting Services auf die Unterstützung durch Partner. Zu ihnen zählen die Hersteller Proclarity, der auf dem Stand des Softwareriesen ausstellt, sowie die MIS AG aus Darmstadt (Halle 4, Stand D68). Beide wollen mit ihrem Angebot Reporting Services um Analysesoftware und zusätzliche Funktionen für die Datenauswertung und Berichtsgenerierung erweitern. So zeigt die MIS AG mit "MIS Plain" in Hannover erstmals eine Lösung für Excel, mit der sich laut Hersteller Unternehmensdaten schnell und einfach mit Hilfe zahlreicher Analysefunktionen und Formeleditoren auswerten lassen und dem Spreadsheet-Chaos durch den Einsatz dynamischer Berichte begegnet werden kann. Außerdem sind bei der MIS, die sich auf BI-Software für Planung und Online Analytical Processing (Olap) spezialisiert hat, eine aktuelle Version ihrer Konsolidierungslösung "MIS Zeus 4.0" sowie Version 5.0 ihrer BI-Suite "Decisionware" zu sehen. Ferner gibt es Frontend-Lösungen der MIS für SAP BW auf dem SAP-Partnerstand (Halle 4, Stand D12).

Als ein Schwergewicht im Reporting-Markt ist künftig der BI-Hersteller Business Objects einzustufen (Halle 1, Stand 8A2 bei Sun Microsystems, Halle 4, Stand A12 bei IBM und Halle 4, Stand D12 Partnerstand der SAP). Mit der Übernahme des bis dato marktführenden Reporting-Spezialisten Crystal Decisions im letzten Jahr kann der Hersteller nun neben Analyse- jetzt auch Berichtswerkzeuge vorzeigen, deren Integration zu einer gemeinsamen BI-Plattform Business Objects aber noch in den kommenden Monaten beschäftigen wird. Erste Ergebnisse der Fusion lassen sich auf der Messe in Form der "Cyrstal Product Suite" begutachten. Diese Sammlung umfasst aktualisierte Versionen der früheren Crystal-Produkte "Crystal Enterprise", "Crystal Reports" und Crystal Analysis". Im Mittelpunkt steht hierbei Crystal Reports, das eine Vielzahl von Formatierungs-, Navigations- und Exportfunktionen sowie eine skalierbare Server-Software für das Massenberichtswesen verspricht. Zudem punktet die Software laut Business Objects mit der engen Integration in Microsoft Office und ist seit längerem die Berichtskomponente für die Entwicklungsumgebung "Visual Studio .NET".

Feierstimmung bei SAS

Als umsatzstärkster BI-Hersteller mischt auch SAS Institute (Halle 4, Stand D58) im Reporting-Markt mit, ist aber mehr durch seine zahlreichen Analyse- und Statistikwerkzeuge sowie Data-Warehouse-Technik groß geworden. Einer der Schwerpunkte des diesjährigen Auftritts ist Version 9 der Suite "SAS System", die laut Hersteller einen Meilenstein in der 28-jährigen Firmengeschichte darstellt. Mit ihr soll nun eine integrierte und Web-basierende Infrastruktur existieren, die neben Implementierungsmethoden mit einer ganzen Palette an Produkten für Planung, Datenintegration, Metadatenverwaltung, BI und Analyse (Data Mining) aufwartet. Zum anderen will SAS die Messe nutzen, um Besucher über spezielle BI-Lösungen für einzelne Branchen und Anwendungsgebiete zu informieren. Akzente will der Hersteller hierbei bei den Themen Regulatory-Management (Umsetzen, Verwalten und Überwachen von Richtlinien), Customer-Relationship-Management und IT-Portfolio-Management setzen.

Die SAP (Halle 4, Hauptstand D12, D28, G37/38, G47/48, Halle 11, Public Sector Park, Stand D59 und Halle 18, Stand EG A24) als weiteres Schwergewicht im BI-Markt kann zwar eigene Frontends und eine gute Excel-Integration vorzeigen, setzt aber beim Massenberichtswesen vor allem auf eine Partnerschaft mit Crystal Decisons, die auch nach der Übernahme durch Business Objects offenbar fortgesetzt werden soll. Zudem werben eine Reihe von BI-Herstellern damit, SAP BW durch die eigene BI-Suite um zusätzliche Client-Optionen erweitern zu können. Grundsätzlich verfolgt SAP aber die Strategie, alle BI-Komponenten aus eigener Hand liefern zu können. Wie weit die Arbeiten bisher gereift sind, wird in Hannover anhand der neuen Version 3.5 von SAP BW gezeigt.

BI-Paket aus Walldorf

Als Teil der Integrationstechnik "Netweaver", umfasst dass Portfolio Komponenten für Data Warehousing, Reporting und Analyse, Planung und Simulation, Datenintegration und -distribution, Data Mining und SAP-spezifischen "Business Content". Letzterer umfasst vorkonfigurierte Informationsmodelle zum Aufbau eines Data Warehouse und ist auf die Prozesse in der Unternehmenssoftware R/3 und Mysap abgestimmt. Zusätzlich wollen die Walldorfer auf der CeBIT branchenspezifische BI-Szenarien vorstellen und veranstalten am 23. März einen BI-Fokustag auf dem Stand.

Daneben finden Messebesucher interessante Neuheiten beispielsweise beim Olap-Spezialisten Applix (Halle 3, Stand C45), der heuer die Integration seiner Software "TM1" mit SAP BW vorstellen will, sowie bei den Experten für Datenintegration Informatica (Halle 4, IBM-Partnerstand A12) und Ascential Software (auf demselben Stand sowie bei der SAP, Halle 4, Stand D12). Beide Anbieter gelten im Markt als führend, wenn es um Technik für die Extraktion, Transformation und das Befüllen eines Data Warehouse oder allgemein um Datenaustausch geht. Informatica bietet zudem BI-Software an, Ascential führt auch Technik zur prozessbasierenden Datenintegration.

Weitere potente Anbieter im Data-Warehousing und Analysemarkt sind zudem Oracle, das jedoch nicht in Hannover ausstellt, und die IBM (Halle 1, Hauptstand 4G2/5D2, Halle 4, Stand A12/A04, Halle 11, Stand D63), die mittlerweile mit der "DB2 Universal Database Data Warehouse Edition" über umfangreiche Datenbanktechnik, Analyse- und Data-Mining-Funktionalität verfügt. Wichtiger und integrierter Bestandteil dieser Plattform ist die neue Olap-Technik "DB2 Cube Views". Unternehmen, die mit sehr großen Datenvolumina zu kämpfen haben und diese mit leistungsfähiger Data-Warehouse- und Analysetechnik verwalten wollen, sollten zudem einen Besuch bei Teradata (Halle 4, Stand D48) einplanen. Highlight sind dieses Jahr die Neuerungen in Version 7.1 des "Teradata Warehouse", zu denen unter anderem eine neue Backup-Technik gehört.

Wegweiser

Ascential Software, Halle 4, IBM Partnerstand A12

Applix, Halle 3, Stand C45

Business Objects, Halle 1, Stand 8A2 bei Sun Microsystems, Halle 4, Stand A12 bei IBM und Halle 4, Partnerstand der SAP D12

Cognos, Halle 3, Stand C36

Hummingbird, Halle 3, Stand D30

IBM, Halle 1, Hauptstand 4G2/5D2, Halle 4, Stand A12/A04, Halle 11, Stand D63

Informatica, Halle 4, Stand A12 bei IBM

Microsoft, Halle 4, Stand A38

Microstrategy, Halle 1, Stand 6a11

MIS AG (Halle 4, Stand D68)

Orenburg (Halle 3, Stand C/D 45)

Proclarity (Halle 4, Stand A38)

SAP, (Halle 4, Hauptstand D12, D28, G37/38, G47/48, Halle 11, Stand D59 und Halle 18, Stand EG A24)

SAS Institute, Halle 4, Stand D58

Teradata, Halle 4, Stand D48